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| Datum: | 07. September 2010 - 07:15 Uhr |
Bewegungskonzepte im Wasser haben sich etabliert. Und Aquafitness ist nicht nur vielseitig und gesund, es macht auch Spaß. Die meisten Programme leiten sich von herkömmlichen Angeboten an Land ab. Dabei bleibt der Charakter der ursprünglichen Sportart unverändert. Zusätzlich profitieren Aquafitness-Fans aber von den physikalischen Eigenschaften des Wassers. Ihr Grundvorteil: Durch den Auftrieb wird der Körper leichter, der Bewegungsapparat entlastet. Weiterer wichtiger Pluspunkt: Sie treten gegen den Wasserwiderstand an und führen die Übungen automatisch sanft, aber effektiv durch.
Macht man sich alle positiven Eigenschaften der Aqua-Sportarten klar, fragt man sich, was uns noch an Land hält. Denn Aquafitness ist ...
In manchen Aquafitness-Kursen kommen spezielle Geräte oder Materialien zum Einsatz, um das Training abwechslungsreicher zu gestalten oder zu intensivieren. Ein Klassiker unter diesen Utensilien für das Wasser ist ein etwa 160 Zentimeter langer, flexibler Schlauch aus Polyethylen, die "Pool-Nudel". Sie kann den Auftrieb im Wasser erhöhen, den Körper stützen oder den Krafteinsatz erhöhen. Eine Schwimmhilfe ist sie allerdings nicht.
Wer seine Fantasie spielen lässt, kann mit dem weichen Schlauch viele Positionen ausprobieren, zum Beispiel: auf der Pool-Nudel wie auf einer Schaukel oder wie im Sattel sitzen, wie auf einem Skateboard auf ihr stehen, sich auf ihr betten. Weitere Varianten ermöglicht ein halbierter Schlauch, der "Stick". Eine andere Idee: Mehrere Pool-Nudeln werden über Verbindungsstücke zusammengesteckt und von allen Kursteilnehmern gemeinsam genutzt.
Aquafun trainiert vornehmlich Beweglichkeit, Koordination und Gleichgewicht. Dabei ist der Name Programm: Das Hantieren mit der Pool-Nudel macht einfach Spaß!
Zentrales Hilfsmittel in Aquapower- oder auch Hydropower-Kursen sind spezielle Wasserhanteln oder Wasserhandschuhe mit Schwimmhäuten. Sie erhöhen den Krafteinsatz, der ohnehin bei den Bewegungen gegen den Wasserwiderstand notwendig ist.
Nach einer Einführung in die richtige Haltung und in gesunde Bewegungsabläufe legt der Kursleiter ein recht zügiges Tempo vor. Je nach Fitness- und Kraftlevel der Teilnehmer und abhängig von der Bewegungsgeschwindigkeit gestaltet er ein Pensum mit 15 bis 30 Wiederholungen bei bis zu fünf Sätzen.
Die Übungen zielen vornehmlich darauf ab, die Kraftausdauer speziell von Arm-, Schulter-, Brust- und Rückenmuskulatur zu verbessern. Wer sich für Aquapower entscheidet, profitiert neben den vielen weiteren positiven Effekten eines Trainings im Wasser insbesondere davon, dass im nassen Element die Gefahr, sich zu überlasten oder falsch zu heben, äußerst gering ist.
Mittlerweile ein Klassiker unter den Aquafitess-Angeboten ist Aquajogging. Der Clou dabei: Die Läufer "laufen" wie an Land durchs Wasser - aber meist auf der Stelle und ohne den Boden zu berühren. Viele Aquajogger nutzen für leichteres Training einen Auftriebsgürtel. Wer es intensiver mag, vergrößert mit Spezialschuhe seine Fußflächen. Sie erhöhen den Wasserwiderstand und damit den notwendigen Krafteinsatz. Bei der Freiluftvariante des Wasserjoggens, dem Aquarunning, rennen die Sportler hingegen so schnell wie möglich durch hüfthohes Wasser. Schwimmverbände organisieren bundesweit Events mit längeren Strecken in Naturgewässern. Ideal für alle, die es vorsichtig angehen möchten, ist Aquawalking. Auch hierbei haben Sie Bodenkontakt und gehen mit langsamen, weiten Schritten voran. Ebenfalls ein guter Kick für die Ausdauer: Das aus Aerobic-Programmen abgeleitete Aquarobic zu Musik im flachen oder tiefen Wasser.
Kursleiter bestätigen: Sogar manch eingeschworener Fußballer hat nach einem Probedurchgang diese Variante des Wasserballspiels als unterhaltsames Fitnessvergnügen für sich entdeckt. Beim Aquaball treten zwei Mannschaften mit je vier Spielern auf einem etwa 12 mal acht Meter großem Spielfeld gegeneinander an. Sie agieren in etwa brusttiefem Wasser und bewegen sich springend, laufend oder schwimmend voran. Ziel jedes Teams: Den Ball durch schnelle Pässe ins gegnerische Tor zu werfen.
Gegen den Wasserwiderstand Tempo vorzulegen, ist relativ anstrengend - entsprechend fordert eine an sich kurze Spieldauer von zwei mal sieben Minuten den Akteuren einiges ab. In ihrem rasanten Aquaball-Match trainieren die Spieler vor allem Schnellkraft und Beweglichkeit.
Beim Aquaboxing sind erstmals Elemente verschiedener fernöstlicher und westlicher Kampfsportarten in gesundheits- und fitnessorientiere Bewegungsangebote im Wasser integriert. Kicks aus dem Thaiboxen oder Schläge aus dem klassischen Boxsport dienen in vorab choreografierten Übungen dazu, das gesamte Muskelkorsett zu kräftigen und sich richtig auszupowern.
Trainiert wird ohne Partnerkontakt - schließlich ist das Wasser ein idealer Sparringspartner. Um die Intensität der Schläge und Kicks zu steigern, arbeiten manche Kursleiter allerdings zusätzlich mit speziell für das Wasser entwickelten Boxhandschuhen. Darüber hinaus motiviert schnelle Musik die Wasserkämpfer.
Aquaboxing ist ideal, um Kraft, Beweglichkeit, Koordination und auch die Ausdauer zu verbessern. Zusätzlich ist es eine prima Gelegenheit, Stress und Aggressionen abzubauen.
Vom Wasser umspült zu werden beruhigt Körper und Geist. Diesen Effekt wollen verschiedene Aquarelaxing-Angebote gezielt verstärken. Die entspannenden Übungen können an Yoga, Thai Chi oder Qi-Gong erinnern, unter oder über Wasser stattfinden, mit oder ohne Gerät, mit oder ohne Musik. Andere fernöstlich inspirierte Programme wollen vor allem die Körperenergie positiv beeinflussen, die als wichtigste Basis für Wohlbefinden und Gesundheit gilt.
Beim Aqua-Balancing liegt abwechselnd ein Kursteilnehmer im Wasser, ein anderer führt nach Anleitung Übungen mit ihm durch. Der „Coach“ bewegt, streckt und massiert den Körper seines Partners sanft und weist ihn an, bewusst zu atmen. Neben dem beruhigenden Effekt sollen weit ausholende Bewegungen zugleich den Aktionsradius der Gelenke verbessern. Ähnlich funktioniert Aqua-Shiatsu: Hier bewegt, schaukelt, dreht und massiert ein professioneller Coach sanft den Körper seines Klienten.