Bewegung scheint eine wahre Wundermedizin zu sein: Sie hilft bei Rückenschmerzen, beugt Diabetes vor, versorgt die Gelenkknorpel mit Nährstoffen und hilft so, Arthrose zu verhindern oder hinauszuzögern. In den letzten Jahren hat sich zudem die Erkenntnis durchgesetzt, dass körperliche Bewegung bei schwer depressiven Menschen die Stimmung aufhellt. Der Grund dafür lag aber bislang im Verborgenen. Wissenschaftler der Yale Universität in den USA scheinen jetzt herausgefunden zu haben, warum Sport Depressionen lindert. Regelmäßige Betätigung aktiviert verschiedene Gene, vor allem das VGF-Gen, im so genannten Hippocampus. Ein Teil des Gehirns, das als Schaltzentrale des limbischen Systems dient. Welches unter anderem für die Emotionen verantwortlich zeichnet. Die Chemie im Hippocampus ist bei Depressiven häufig verändert.
Als Testkandidaten dienten den Forschern um Ronald Duman zwei Gruppen Mäuse. Die eine konnte sich regelmäßig per Laufrad fit halten, die andere wurde zur Trägheit gezwungen. Bereits nach sieben Tagen war bei den sportlichen Mäusen die Genaktivität gesteigert. Eine Schlüsselfunktion kam dabei dem VGF-Gen zu. Durch seine Aktivität wird das VGF-Protein produziert. Es bewirkt anscheinend, dass sich die Stimmung aufhellt. Wurde das Protein nämlich den trägen Mäusen künstlich zugeführt, steigerte sich bei ihnen der Antrieb und sie ließen sich weniger schnell demotivieren. Effekte, die sonst nur bei den sportlichen Tieren auftraten. Als die Forscher aber das VGF-Gen ausschalteten, war bei beiden Gruppen die antidepressive Wirkung zunichte.