Freizeitsportler strömen jetzt wieder in Scharen nach draußen, um zu joggen, zu walken, zu wandern, Rad zu fahren oder Tennis zu spielen. Auch wenn die Bewegung im Freien gut tut: Ganz ohne kleine oder größere Unfälle geht es dabei nicht immer ab. 1,5 Millionen Sportverletzungen werden jedes Jahr in Deutschland registriert. Dazu kommen ungezählte Blasen, Blutergüsse und andere Blessuren, die jeder Sportler tapfer hinnimmt und selbst behandelt. Hier die wichtigsten Tipps, wie Sie Sportverletzungen versorgen.
Ein Sturz, Stoß oder Schlag mit stumpfen Verletzungsfolgen wie Prellungen kommt im Sport häufig vor. Behandelt werden die typischen Beschwerden nach dem PECH-Schema: P ause, E iskühlung, C ompression und H ochlagern. Das bedeutet: Sofort die sportliche Betätigung unterbrechen! Danach kühlen Sie die betroffene Stelle für etwa 20 Minuten mit Eiswürfeln oder Coolpacks (am besten ein Tuch zwischen Haut und Eispack legen). Unterwegs reicht ausnahmsweise auch Eisspray. Achtung: Bedienungshinweise aufmerksam lesen, da das Spray bei falscher Anwendung zu lokalen Erfrierungen führen kann! Weil bei einer Verletzung meist auch feinste Blutgefässe reißen, tritt in vielen Fällen ein Bluterguss auf. Ein Kompressionsverband vermindert die Blutung ins Gewebe: Dazu eine elastische Binde mit leichter Spannung anbringen; die Eispackung anschließend wieder auflegen. Insgesamt sollten Sie je nach Ausmaß der Verletzungen mindestens eine Stunde kühlen. Das Hochlagern verhindert, dass die verletzte Stelle stark und schmerzhaft anschwillt. Nach der akuten Behandlung kann die betroffene Stelle mit Sportgel eingerieben werden - sofern keine offene Wunde vorhanden ist. Wärmeanwendungen und Massage sollten Sie auf jeden Fall vermeiden.
Die Muskulatur ist beim Sport am häufigsten von Verletzungen betroffen. Dabei kommt es besonders oft zu:
"Fehltritte" sind beim Sport im Freien an der Tagesordnung. Besonders typisch nach Umknicken oder Stolpern sind Bandkapselverletzungen des Sprunggelenks. Oder es kommt - etwa beim Versuch, einen Sturz abzufangen – zur Verstauchung der Hand. Zur Sofortmaßnahme bei Gelenkverletzungen gehen Sie nach dem PECH-Schema vor (PECH gehabt? Stürze und Stöße). Sicherheitshalber sollten Sie aber danach einen Arzt aufsuchen. Auch bei Verdacht auf Knochenbrüche oder eine Verrenkung von Kniescheibe oder Schultergelenk einen Arzt rufen! Bewegen Sie den Verletzten nicht; nie versuchen, die Knochen oder Gelenke selbst wieder zu „richten“ oder einzurenken!
Besonders wer bei heißem Wetter über lange Zeit im Freien trainiert, riskiert einen Kreislaufkollaps . Hautblässe, kalter Schweiß und Übelkeit sind erste Anzeichen. Wenn sie auftreten, sollten Sie sich sofort mit hoch gelagerten Beinen auf den Rücken legen. Völlig harmlos, aber sehr unangenehm sind Hautblasen , die entstehen, wenn ein enger oder harter Sportschuh oder raue Socken auf der Haut scheuern. Blasen nicht aufstechen, sondern mit speziellem Blasenpflaster versorgen, das den Druck durch eine Art Gelkissen vermindert. Ist die Blase bereits geplatzt, die Hautfetzen vorsichtig wegschneiden (nicht reißen!), die Wunde desinfizieren und mit einem Pflaster oder einer sterilen Wundauflage bedecken.
Das Einhalten einiger Vorsichtsmaßnahmen sorgt dafür, dass Sie die Gefahr einer Verletzung beim Sport möglichst gering halten: