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So lernen Kinder mit Medien umzugehen

Kinder fordern Medienkonsum ein, denn der gehört heute zum Alltag. Auf keinen Fall sollten Eltern ihre Kinder damit allein lassen.

Fernseher, Spielkonsole, Internet - Medien, die heute ganz selbstverständlich zum Leben von Kindern gehören. Zu viel davon tut Kindern jedoch nicht gut. Das erhöht das Risiko für Übergewicht, Bewegungsmangel, Verhaltensauffälligkeiten und Leseschwäche. Medienpädagogen verweisen allerdings darauf, dass durch die Nutzung elektronischer Medien zusätzliche Lerneffekte erzielt werden und raten zur Gelassenheit. Wichtig ist vor allem, dass Eltern den Medienalltag Ihrer Kinder aktiv begleiten. Das schult einen verantwortungsvollen, selbstbestimmten Umgang.

Das Neueste aus der Medienforschung

Macht Fernsehen klug?

Kinder, die erzieherische TV-Sendungen wie zum Beispiel Sesamstraße sehen, sind Altersgenossen, die solche Programme nicht sehen, voraus. Das stellten Wissenschaftler der Universität Austin fest. Die amerikanischen Forscher verfolgten über drei Jahre die Fernsehgewohnheiten von 200 Kindern bis sieben Jahren. Sie testeten in regelmäßigen Abständen deren Fähigkeiten in Lesen, Schreiben und Rechnen. Dabei stellten sie fest, dass jüngere Kinder ab drei am meisten von Lernsendungen profitierten. Allerdings kam bei der Untersuchung auch heraus, dass Kinder, die viele Stunden pro Woche vor Unterhaltungssendungen und Cartoons verbrachten, schlechtere Testergebnisse hatten.

Kein Fernsehen für kleine Kinder

Fernsehkonsum in zu frühen Jahren kann zu Verhaltensauffälligkeiten führen. Das ergab eine Studie des Children Hospital am Regional Medical in Seattle. Die Untersuchungen ergaben, dass Kinder die im Alter von einem bis drei Jahren Fernsehen schauten, mit sieben Jahren oft Verhaltensauffälligkeiten entwickeln.

Mehr als zwei Stunden schaden

Kinder sehen gerne fern. Doch mehr als zwei Stunden pro Tag sollten es nicht werden. Wer länger vor der Flimmerkiste sitzt, muss mit gesundheitlichen Schäden rechnen. Das zeigte eine Studie der University of Otago. Die US-Forscher untersuchten 1 000 Kinder, die 1972 und 1973 geboren wurden. In regelmäßigen Abständen wurden die Eltern nach den Fernsehgewohnheiten ihres Nachwuchses befragt. Mit 26 Jahren wurden die jetzt erwachsenen Studienteilnehmer untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Vielseher oft hohe Cholesterinwerte und Probleme mit ihrem Gewicht hatten. Unter ihnen gab es auch mehr Raucher als unter denjenigen, die weniger oder gar kein Fernsehen konsumiert hatten.

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Wie viel Medienkonsum für welches Alter

Alter Medien-Minuten pro Tag
bis 3 Jahre keine
bis 5 Jahre max. 30 min Fernsehen und 20 min PC
6 bis 10 Jahre max. 60 min Fernsehen und 30 min PC
ab 10 Jahre Der Richtwert liegt bei max. 90 min Fernsehen und 60 min PC täglich. Ab diesem Alter können Sie aber auch Wochen-Minuten festlegen, die sich Ihr Kind selbst einteilen kann.

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Fernsehtipps vom Erziehungsexperten

Dr. Jan-Uwe Rogge hat viele Erziehungsratgeber geschrieben, unter anderem auch den Bestseller "Kinder können fernsehen – Vom Umgang mit der Flimmerkiste". Er gibt Antworten auf zwei wichtige Fragen, die sich viele Eltern stellen:

Sollte man Sendungen für Kinder aussuchen oder gemeinsam eine Auswahl treffen?

Bei jüngeren Kindern müssen die Eltern die Sendung aussuchen. Doch ältere Kinder sollten ein Mitspracherecht bei der Auswahl haben. Nur so können Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Fernseher lernen. Außerdem gibt ihnen das Mitspracherecht das Gefühl, von den Eltern ernst genommen zu werden.

Sollten Mütter mit ihrem Sprössling fernsehen?

Kinder sollten nach Möglichkeit nicht alleine fernsehen. Doch Mutter oder Vater sind bei älteren Kindern oft nicht der geeignete Fernsehpartner, denn sie werden als Aufpasser erlebt. Bessere "Mitgucker" sind Freunde oder Geschwister. Aber damit Eltern sich ein Bild davon machen, was ihr Nachwuchs guckt, sollten sie sich mal eine Folge der Lieblingsserie anschauen. Wichtig: Auch wenn die Lieblingsserie nicht den Geschmack der Eltern trifft, sollten sie sich mit Kritik und negativen Kommentaren zurück halten.

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Wie viel Computerzeit tut Ihrem Kind gut?

Der Computer sollte nur eine Lebenserfahrung unter vielen bleiben - eine nicht immer leichte Aufgabe für Eltern.

Schon Dreijährige können unter Lern und Spielprogrammen für den Computer auswählen. Doch wie viel PC ist für Kinder gesund? Erwiesen ist: Wer zu häufig vorm Fernseher oder vorm Computer sitzt, bewegt sich meist zu wenig. Ganz ohne PC läuft es heute nicht mehr. Das muss es auch nicht, denn der Computer schadet der Entwicklung Ihres Kindes nicht. Im Gegenteil, er kann Aufmerksamkeit und Konzentration, Kreativität und Phantasie fördern. Und Spaß erhöht die Bereitschaft zu lernen. Dabei leistet der Computer gute Dienste. Das Wissen kann kindgerecht und spielerisch vermittelt werden. Außerdem steigt die Motivation, da die Kinder aktiv teilnehmen und Einfluss auf das Geschehen nehmen können. Das Programm reagiert sofort auf jeden Klick - diese zeitnahe Rückmeldung ermöglicht optimales Lernen. Der Erfolg wird durch Lob positiv unterstützt. Das stärkt das Selbstwertgefühl.

Eines kann der Computer aber nicht: Den Life-Charakter ersetzen, der für umfassendes Lernen unerlässlich ist. Schmeck-, Riech- und vor allem Tastsinn, mit dem die Welt "begriffen" wird, bleiben ungenutzt. Auch soziale Fähigkeiten lassen sich per Computer schlecht vermitteln. Und dem natürlichen Bewegungsdrang von Kindern wird er überhaupt nicht gerecht. Deshalb ist es unerlässlich, Regeln für die PC-Nutzung einzuführen und konsequent umzusetzen. Einige Tipps, die Ihnen helfen, mit Ihren Kindern einen sinnvollen PC-Umgang zu vereinbaren:

  • Ihr Kind darf Erfahrungen am PC sammeln, es muss aber nicht. Üben Sie keinen Druck aus, wenn es desinteressiert ist. Verpasste Zeit gibt es beim Computern nicht.
  • Jungen und Mädchen unter 12 Jahren brauchen keinen eigenen Fernseher oder Computer. Dadurch nötige Absprachen mit den Eltern oder Geschwistern verringern den Konsum deutlich.
  • Der Computer ist kein Babysitter. Parken Sie Ihr Kind nicht davor.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Erfahrungen am PC, damit der Bezug zur Wirklichkeit nicht verloren geht.
  • Computerspiele sind so faszinierend, dass man darüber leicht die Zeit vergessen kann und Kinder ihre Fähigkeiten überbeanspruchen. Experten empfehlen bei Kindern im Grundschulalter 20 bis 30 Minuten, bei Kindern zwischen 10 und 13 Jahren bis zu 60 Minuten und bei Jugendlichen maximal 90 Minuten pro Tag.
  • Wichtig ist, dass eine Software gut und sinnvoll ist. Suchen Sie anfangs Programme aus, die dem Alter Ihres Kindes entsprechen, und helfen Sie ihm dabei, ein eigenes Bewusstsein für Qualität zu entwickeln.

Grenzen setzen nicht vergessen

Da elektronische Medien heute zum Alltag gehören, müssen Kinder lernen, damit umzugehen. Wichtig ist aber, dass die Medien nicht zur wichtigsten Freizeitbeschäftigung werden. Halten Sie deshalb die Nutzungsdauer pro Tag im Auge. Vorschulkinder gehören nicht länger als 30 Minuten vor die Flimmerkiste und maximal 20 bis 30 Minuten vor PC oder Konsole. Grundschüler dürfen bis zu 60 Minuten fernsehen, plus 30 Minuten PC oder Konsole. Ab zehn können Sie ein tägliches oder wöchentliches Zeitkontingent festlegen, das die Kinder sich selbst einteilen. Als Anhaltspunkt gelten 90 Minuten Fernsehen pro Tag und etwa 60 Minuten PC-Zeit. Ein eigener Fernseher steht bei Kindern auf der Wunschliste ganz oben. Doch gerade bei jüngeren haben Fernseher und PC im Kinderzimmer nichts zu suchen. Denn Eltern haben dann nur wenig Einfluss auf Programmwahl und Dauer des Fernsehkonsums. Das gilt auch für Computer.

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Sieben Regeln fürs Internet

Das Internet bietet eine schier unübersichtliche Auswahl an Informationen, Kontaktmöglichkeiten und Lernplattformen. Gerade Kinder können dort leicht die Orientierung verlieren. Hier einige Tipps, wie Sie Ihrem Kind den Einstieg erleichtern können und ihm unliebsame Bekanntschaften ersparen:

  1. Begleiten Sie Ihr Kind auf den ersten Surftouren.
  2. Im Netz sollte sich das Kind einen Fantasienamen (Nick-Name) zulegen und nie persönliche Angaben (Name, Telefonnummer, Adresse) preis geben.
  3. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Freundschaften, die es im Netz schließt.
  4. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es sich mit Netz-Freundschaften nur persönlich treffen darf, wenn Sie das Kind begleiten.
  5. Chattet Ihr Kind, sollten Sie ihm erklären, dass es sofort den Chat-Raum verlassen soll, wenn ihm jemand Unwohlsein oder Angst einflößt.
  6. Sagen Sie Ihrem Kind, dass es niemals vorschnell in einem Fenster auf OK klicken soll. Denn das kann viel Ärger und hohe Kosten verursachen. Es tauchen immer wieder sehr kinderfreundlich gestaltete Seiten auf, die zum Beispiel Hausaufgaben versprechen. Dahinter verbergen sich nicht selten kostenpflichtige Seiten.
  7. Weil Kinder schnell die Zeit am PC vergessen, stellen Sie einen Wecker.

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Mehr Tipps online

Ideale Anfängerseiten für Kind und Eltern sind die Seiten www.internet-abc.de. Dort erfahren Kinder auch Sicherheitsregeln, die beim Surfen beachtet werden sollten. Ebenfalls eine tolle Kinderanfängerseite ist www.blindekuh.de.

Auf kidnetting machen Kinder für Kinder spannende Beiträge.

Infos über geeignete Spiele finden Sie auf der Homepage des Instituts für angewandte Kindermedienforschung www.hdm-stuttgart.de.

Die kostenlose Kinderfernsehzeitung flimmo bietet Orientierung im Fernsehdschungel.

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