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Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen einer Schwangerschaft. Diese Form der Zuckerkrankheit wird erstmals während einer Schwangerschaft diagnostiziert.

Rund fünf Prozent aller Schwangeren entwickeln – oft unerkannt - einen Schwangerschaftsdiabetes, eine sogenannte Kohlenhydrat-Stoffwechselstörung. Das heißt, bei diesen Frauen ist während der Schwangerschaft der Blutzuckerspiegel erhöht. Nach der Geburt verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes von selbst. Nur in seltenen Fällen verbirgt sich dahinter eine bisher unerkannte Diabetes mellitus Erkrankung.

Auswirkungen

Wird ein Schwangerschaftsdiabetes nicht oder zu spät erkannt, kann es neben einer erhöhten Fehlgeburtenrate bei dem Kind zu einer Reihe von Komplikationen kommen:

  • hohes Geburtsgewicht über 4.500 g (Makrosomie)
  • Cushingoid: Vollmondgesicht, Nackenfettpolster, tomatenrote Haut, dichter Haarschopf
  • Organreifestörungen: vergrößerte, aber unreife Organe
  • großes, aber wenig leistungsfähiges Herz
  • zu niedrige Blutzuckerwerte nach der Abnabelung
  • zu niedriger Kalziumblutspiegel mit Muskelkrämpfen

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Vorsorge

Regelmäßige Blutzuckerkontrollen sowie die Vermeidung der Risikofaktoren Übergewicht und falsche Ernährung beugen einem Schwangerschaftsdiabetes vor.

Grundsätzlich wird allen Frauen zwischen der 24. und 27. Schwangerschaftswoche ein oraler Glukosebelastungstest empfohlen. Ein Schwangerschaftsdiabetes verschwindet zwar oft von selbst, wenn das Kind auf der Welt ist. Dennoch haben Mutter und Kind langfristig ein deutlich erhöhtes Diabetesrisiko, wenn die Schwangere nicht behandelt wird.

Bei werdenden Müttern mit nicht beeinflussbaren Risikofaktoren, wie etwa Diabetes in der Familie oder früheren Fehlgeburten, sollte bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel ein Glukosebelastungstest durchgeführt werden.

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Entstehung

Ein Schwangerschaftsdiabetes entsteht durch eine Störung in der Hormonproduktion.

Während der Schwangerschaft wird vermehrt Glukose freigesetzt, um dem Körper die nötige Energie zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig muss die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) vermehrt Insulin produzieren, damit die Glukose in die Zellen gelangt und die Blutzuckerkonzentration im Blut abgesenkt wird.

Bei einigen schwangeren Frauen ist die Bauchspeicheldrüse aber nicht zu dieser Mehrleistung fähig. Es entsteht ein Insulinmangel kommt. In diesem Fall spricht man von einem echten Insulinmangel.

Bei dem größten Teil der Frauen kann die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion zwar erhöhen, die Zellen reagieren jedoch nicht auf diesen Insulinreiz, sodass der Blutzuckerspiegel nicht gesenkt werden kann. Man spricht hier von einem relativen Insulinmangel.

Diese Faktoren erhöhen das Risiko, an einem Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken:

  • Übergewicht
  • bestehende Diabeteserkrankungen in der Familie
  • eigenes Geburtsgewicht höher als 4000 Gramm oder zuvor bereits ein Kind mit einem Gewicht von über 4000g geboren wurde
  • wiederholten Fehlgeburten
  • Schwangerschaften nach dem 30. Lebensjahr
  • Nachweis von Glukose im Harn bei bestehender Schwangerschaft
  • Erhöhte Fruchtwassermenge

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Therapie

Wurde ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt, reicht häufig schon eine Ernährungsumstellung auf eine fettarme und ballaststoffreiche Kost aus, um das Problem zu beheben.

Führt die Umstellung der Ernährung allein jedoch nicht zum Erfolg und werden Zielwerte für den Blutzucker überschritten, so muss mit einer Insulintherapie begonnen werden. Regelmäßige Blutzuckerkontrollen dienen der Verbesserung der Stoffwechseleinstellung und geben frühzeitig Auskunft darüber, ob eine Insulintherapie notwendig ist. Daher sollten die Betroffenen lernen, ihren Blutzuckergehalt selbst zu bestimmen und diese Werte auch protokollieren. Ärztliche Untersuchungen in regelmäßigen Abständen sind bei Schwangerschaftsdiabetes besonders wichtig.

Nach Beendigung der Schwangerschaft muss sich die Betroffene darüber im Klaren sein, dass sie ein erhöhtes Diabetesrisiko hat. Daher sind Nachfolge-Untersuchungen im Abstand von 12 Monaten auch im Hinblick auf eine weitere Schwangerschaft zu empfehlen.

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