Herrlich duftender Kaffee, knackfrische Brötchen, Honig, Marmelade, Aufschnitt, Müsli, frisch gepresste Säfte – so sieht das Idealbild des deutschen Frühstücks aus. In den Hotels anderer Ländern häufig auch als Continental Breakfast angeboten. Doch oft sorgt Hektik dafür, dass die erste Mahlzeit des Tages auf der Strecke bleibt. Auf die Schnelle ein Schluck Kaffee und dann nichts wie weg! Gerade Berufstätige nehmen sich nur am Wochenende Zeit, um in Ruhe zu frühstücken. Der Urlaub bietet die Gelegenheit anderen Nationen auf die Frühstücksteller zu schauen. Hier eine Auswahl von Essgewohnheiten auf den verschiedenen Kontinenten.
Wer in England gut essen will, muss dreimal am Tag frühstücken, hat William Somerset Maugham einmal gesagt: Würstchen, kross gebratener Frühstücksspeck, Blutwurst (Black Pudding), Spiegeleier, Bohnen in Tomatensoße und Toast. Durch den hohen Fettanteil in Wurst und Speck ist das typische englische Breakfast allerdings sehr energiereich. Wenn’s schnell gehen muss, fällt das Morgenmahl weniger fettreich und süßer aus: Toast und Butter, dazu bittersüße Orangenmarmelade und – nicht zu vergessen – schwarzer Tee mit Milch und Zucker. Beliebt ist auch Porridge, ein warmer Haferbrei, der mit Milch oder Sahne, Zucker und Salz verfeinert wird. Das liefert langanhaltend Energie und Vitalstoffe, besonders, wenn er noch mit geriebenen Äpfeln daherkommt.
Das türkische Frühstück ist meist eine kurze Angelegenheit, dafür aber ein wirklicher Fitmacher: Frisches Weißbrot liefert Energie, fein geschnittene Tomaten, Gurken und Oliven bringen Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe mit sich und Ziegen- oder Schäfskäse enthalten reichlich Eiweiß. Statt Butter wird häufig mit Thymian gewürztes Olivenöl (kekik) serviert. Darin wird das Brot eingetunkt. Das liefert zusätzlich ungesättigte Fettsäuren. Dazu gibt es schwarzen Tee.
Wer das "American Breakfast" genießen möchte, hat die Auswahl zwischen Rührei oder Omelett, Speck, Bratkartoffeln, Würstchen (Sausages), Schinken, Cornflakes mit Milch, Toast, Muffins, Hefegebäck (Bagels) und kleinen Pfannkuchen (Pancakes) mit Ahornsirup. Doch das hat es in sich: Viel Fett mit reichlich gesättigten Fettsäuren und wenig Vitalstoffe, denn frisches Obst und Gemüse fehlen. Nicht so üppig geht es im Alltagsleben der Amerikaner zu. Vor der Arbeit trifft man sich im Bagel Shop und begnügt sich mit dem runden Hefegebäck, das mit Cream Cheese, einem Frischkäse, belegt wird. Immer dabei: dünner Kaffee und Orangensaft.
Das Nationalgericht der Nicaraguaner ist Gallo Pinto, übersetzt "angemalter Hahn", und besteht aus roten Bohnen mit Reis. Schon beim Frühstück darf es nicht fehlen. Der Mix aus Hülsenfrüchten und Getreide liefert hochwertiges Eiweiß. Das ist wichtig, da Fleisch in Nicaragua Mangelware ist. Soll die Morgenmahlzeit reichhaltiger ausfallen, kommen gebratene Bananen, Spiegelei und Toast hinzu. Und was trinken die Mittelamerikaner im Kaffee-Erzeugerland? Instant-Kaffee! Die frischen Kaffeebohnen gehen fast ausnahmslos in den Export.
Das traditionelle chinesische Frühstück ist warm und besteht lediglich aus einer Nudel- oder Reis-Suppe mit Gemüse. Getrunken wird Tee oder heißes Wasser. Häufig werden zusätzlich Dampfbrötchen (man tou) und frittierte Teigstangen (youtiao) gereicht, die in Sojamilch getunkt werden. Chinesische Ernährungsexperten kritisieren dieses Frühstück als zu fett und kalorienhaltig. Deshalb wurden in den Wohnvierteln vieler Großstädte Chinas Frühstückskioske errichtet, die den Einwohnern gesunde, ausgewogene Frühstücke zum Mitnehmen anbieten. Im Trend besonders bei jungen Leuten in den Städten: westliches Frühstück mit Brot, Kaffee und Milch.
Die Einwohner des westafrikanischen Landes frühstücken ungern. Sie bevorzugen eher einen reichhaltigen Brunch am späten Vormittag. Dann wird häufig Ampesi serviert, ein warmes Gericht aus Yams, Maniok und Kochbananen mit scharfer Tomatensoße, oder Coconte, Klöße aus Maniokbrei mit einer Soße aus Okraschoten. Das hält lange satt, denn die Wurzelknollen Maniok und Yams sowie Kochbananen liefern viel und länger anhaltend Energie in Form von Stärke. Wer dennoch bereits morgens frühstückt, isst koko, einen Getreidebrei aus Mais, der mit Zucker und Kondensmilch gemischt wird. Dazu gibt es Weißbrot oder fritiertes Gebäck (Bofloat). Getrunken wird Schwarztee oder Instant-Kaffee.