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Milchflasche und Glas

Milch - pur, pasteurisiert oder sauer?

Lecker, gesund und erfrischend: Aus Milch und Milchprodukten lassen sich vielerlei Fitmacher zum Genießen zaubern. Ob leichter Fruchtjoghurt, kühle Buttermilch mit Beeren oder vitaminreicher Bananen-Shake – selbst hergestellt schmeckt’s gleich noch mal so gut.

Sie ist unser erstes Getränk, wir werden mit ihr groß, wir werden mit ihr alt: Milch begleitet uns ein Leben lang. Kein Wunder, ist sie doch unser wichtigster Kalziumspender. Ein viertel Liter Milch und drei Scheiben Käse am Tag, und unser Körper ist versorgt. Milch kann abgebaute Mineralien ersetzen. Und nicht nur ihr Calciumreichtum macht sie wichtig für unsere Zähne. Sie ist auch ein Kariesblocker: Milch und Milchprodukte sorgen dafür, dass Kariesbakterien es schwerer haben, sich an die Zähne zu haften. Außerdem senken sie den Säurespiegel im Mund, was den Zahnschmelz schont.

“Die lautesten Kühe geben die wenigste Milch.”

Sprichwort

Welche Milchsorte darf es sein?

Für Menschen, die viel Sport treiben, ist Milch ein guter Begleiter - nicht gegen den Durst, sondern zum Tanken von Eiweiß, Mineralien und Vitaminen für Muskelaufbau und Stoffwechsel.

Die unterschiedlichen Milcharten unterscheidet man je nach Verarbeitung. In der Molkerei wird sie als so genannte Rohmilch angeliefert, zunächst gereinigt und mittels einer Zentrifuge in Rahm und Magermilch getrennt. Anschließend wird das Fett je nach gewünschter Milchsorte und ihrem speziellen Fettgehalt wieder zugeführt und die Milch erhitzt (pasteurisiert), um eventuell vorhandene Krankheitskeime abzutöten. Die unterschiedlichen Methoden der Wärmebehandlung bestimmen, wie haltbar die Milch ist. Diese Milchsorten werden unterschieden:

Rohmilch

Milch mit natürlichem Fettgehalt frisch vom Bauern. Wegen der erhöhten Keimbelastung gilt für Schwangere, Stillende, Kinder, alte und kranke Menschen: Vor dem Trinken abkochen! Zum Schutz vor einer so genannten EHEC-Infektion sind zehn Minuten bei 68 Grad erforderlich. EHEC ist ein Darmbakterium, das schwere Durchfälle und Unterleibskrämpfe oder sogar blutige Darmgeschwüre auslösen kann.

Vorzugsmilch

In Handelspackungen abgefüllte Rohmilch, die besonders strengen Hygienevorschriften unterliegt. Auch Vorzugsmilch sollte für Schwangere, Kinder und Personen mit geschwächtem Imunsystem wie Rohmilch abgekocht werden. 

Frischmilch

  • Pasteurisierte Milch, die 30 Sekunden lang bei 72-75° C erhitzt wurde. Hält sich gekühlt bei + 8° C ca. 5-6 Tage. Nährwertverluste gering.
  • Hocherhitzte Milch, sogenannte ESL-Milch (Extended Shelf Life). Durch die Kombination besonderer Erhitzungs- und Abfüllverfahren ist ESL-Milch gekühlt länger haltbar (12-21 Tage) als pasteurisierte Milch hat aber deutlich geringere Nährwertverluste.

H-Milch

Ultrahocherhitzte Milch, haltbare Milch, die mind. 1-4 Sekunden auf 135° C erhitzt wurde. Sie ist ungeöffnet 3 bis 6 Monate bei Zimmertemperatur haltbar, nach Öffnung im Kühlschrank wie die Frischmilch aber nur 5-6 Tage. Nährwertverluste höher als bei Frischmilch.

Sterilmilch

Zwischen 10 und 30 Minuten auf mindestens 110° C direkt in der luftdicht verschlossenen Flasche erhitzt. Hält sich ungeöffnet ein halbes bis zu einem Jahr. Hohe Nährwertverluste. Ist für Säuglinge nicht geeignet.

Vollmilch

Milch mit einem Fettgehalt von mind. 3,5 Prozent. Sie ist - gemeinsam mit fettarmer Milch - vom Standpunkt des Vitamingehalts die beste Milch. Sie ist homogenisiert und pasteurisiert, was die Vitamine schont. Wer besonders auf gesunde Inhaltsstoffe wert legt, sollte zu Bio-Milch greifen.

Fettarme Milch

Fettarme Milch ist dabei gesünder als Vollmilch. Statt 3,5 Prozent Fett enthält sie nur 1,5 Prozent. Wir nehmen in der Regel viel mehr Fett zu uns, als unser Körper braucht. Darum ist es empfehlenswert, zu fettarmer Milch zu greifen. Das schont die Figur und das Herz-Kreislauf-System. Zu wenig Fett muss aber auch nicht sein: Entrahmte Milch (0,1 Prozent) enthält viel weniger Vitamine – und schmeckt auch nicht so gut wie fettarme Milch.

Magermilch

Enthält höchstens 0,5 Prozent Fett, dafür aber weniger Nährstoffe als fettarme Milch.

Homogenisierte Milch

Milch, die mit hohem Druck durch feine Düsen gepresst wurde. Die Fettkügelchen in der Milch werden dabei so fein zerkleinert, dass sie sich nicht mehr als Rahm absetzen. Durch Homogenisieren wird der Geschmack vollmundiger.

Laktosefreie Milch

Rund 15 Prozent der Deutschen können durch das Fehlen des Enzyms Laktase den in der Milch enthaltenen Milchzucker (Laktose) nicht aufspalten und vertragen deshalb keine Milch. Sie leiden an einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz). Einige Molkereiunternehmen bieten deshalb laktosefreie Milch an. Durch Zugabe des Enzyms Laktase wird der Milchzucker bereits in der Milch in seine Zuckerbausteine aufgespalten. Dadurch schmeckt diese Milch süßer als herkömmliche Milch. In der Regel wird laktosefreie Milch als H-Milch angeboten.

Sauer und frisch - Joghurt, Kefir & Co.

Die Kunst, aus frischer Kuhmilch erfrischende Dickmilch herzustellen, ist schon lange bekannt. Dazu stellte man einen Krug mit unbehandelter Milch auf die Fensterbank und wartete ein bis zwei Tage. In dieser Zeit verwandeln die Mikroorganismen der Milch sie gemeinsam mit der Luft zu Sauermilch. Heute werden dazu pasteurisierter Milch Milchsäurekulturen zugegeben. Dabei vergärt der Milchzucker teilweise zu Milchsäure, die das Milcheiweiß feinflockig gerinnen und die Milch dick werden lässt. Je nach Kultur entstehen Joghurt, Dickmilch, Kefir oder Buttermilch. Und alle Sauermilchprodukte sind nicht nur lecker und erfrischend, sondern auch gut für die Gesundheit: Die Milchsäure beeinflusst die Darmflora günstig und fördert damit eine geregelte Verdauung. Das Milcheiweiß wird durch die Gerinnung besonders bekömmlich. Auch die Mineralstoffe kann der Körper durch die Säure besser aufnehmen.

Joghurt

Hergestellt durch Zugabe spezifischer Joghurtkulturen. Stichfester Joghurt reift im Becher, während Rühr- und Trinkjoghurt in großen Behältern säuern und dann abgefüllt werden. Es gibt ihn in verschiedenen Fettgehaltsstufen. Wer also Fett einsparen möchte, greift eher zu den mageren Sorten. Fruchtjoghurt ist zwar sehr beliebt, enthält aber häufig viel Zucker. Als leckere Alternative bietet sich da Natur-Joghurt mit frischen Früchten an.

Joghurt mild

Wenn Ihnen der ursprüngliche Joghurt zu sauer ist, können Sie auch auf die milde Variante ausweichen. Sie enthält eine Bakterienart, die weniger stark säuert und steht heute in der Beliebtheitsskala an Nummer eins.

Kefir

Das Getränk der Hundertjährigen! Ein spritziges, leicht alkohol- und kohlensäurehaltiges Milchgetränk, das mit Hilfe von Kefirknöllchen hergestellt wird. In den Knöllchen leben verschiedene Mikroorganismen und Hefen zusammen, die den Milchzucker zu Milchsäure, Kohlensäure und geringen Mengen Alkohol abbauen. Der ursprüngliche Kefir wird aus technologischen Gründen nicht industriell hergestellt und deshalb auch nicht im Handel angeboten. Zum Selbermachen kann man die Kefirknöllchen über Internetbörsen bekommen oder gefriergetrocknete Fermente im Reformhaus/Naturkostladen.

Kefir mild

Die „sanfte“ Variante des Kefirs wird aus speziellen Milchsäurekulturen und eventuell Hefe hergestellt. Je nach Anbieter enthält er keinen oder minimale Mengen Alkohol sowie wenig Kohlensäure. Daher ist er auch für Kinder und alkoholsensible Personen geeignet. Wichtig: Durch die Kohlensäurebildung kann sich der Becherdeckel wölben. Das ist kein Zeichen von Verderb, sondern typisch für Kefir.

Dickmilch und Sauermilch

Sauermilch wird mit speziellen Milchsäurebakterienkulturen hergestellt. Ist das Produkt stichfest, spricht man von Dickmilch.

Buttermilch

Entsteht bei der Herstellung von Butter. Mit einem Fettgehalt von höchstens 1 Prozent ist sie das ideale Sauermilchgetränk für alle Figurbewussten. Reine Buttermilch enthält keine Zusätze wie Fremdwasser oder Magermilch. Dennoch bleiben ihr alle Nährstoffe der Milch erhalten.

Probiotische Produkte enthalten speziell gezüchtete Milchsäure-Bakterienstämme und Bifidobakterien, die bei regelmäßiger Einnahme das Immunsystem und die Darmflora besonders unterstützen sollen. Werfen Sie vor dem Einkauf aber ruhig einen Extrablick aufs Etikett: Viele im Handel angebotene probiotische Joghurts oder andere Milchprodukte enthalten reichlich Zucker. Und der hat einen eher ungünstigen Einfluss auf eine gesunde Darmflora. Außerdem können die probiotischen Bakterien ihr volle Wirkung nur entfalten, wenn sie regelmäßig – am besten jeden Tag – genossen werden.

Der Nachweis der positiven Wirkung von Probiotischen Produkten ist medizinisch gesichert bei:

  • der Vorbeugung von verschiedenen Durchfallerkrankungen.
  • der Förderung der Milchzuckerverdauung und Linderung von Symptomen bei Laktoseintoleranz.
  • der Senkung der Konzentration gesundheitsschädigender Stoffwechselprodukte und krebsfördernder Substanzen im Dickdarm.

Nährstoffe in der Milch: Erste Sahne!

Milch ist kein Getränk, sondern kann als vollwertige Zwischenmahlzeit genossen werden. Sie enthält viele Nährstoffe:

  • Milcheiweiß, mit fast allen lebensnotwendigen Aminosäuren, die der Körper für die Bildung von eigenem Eiweiß benötigt.
  • Milchzucker, einen sanften Energiespender und Futter für die verdauungsfördernden Darmbakterien.
  • Milchfett, zum leichten Auftanken der Energiespeicher. 
  • Kalzium, das Knochen und Zähne stärkt.
  • Vitamin D, das die Aufnahme von Kalzium ins Blut fördert und damit den Knochenaufbau unterstützt.
  • Vitamine A, E, K, B 2 und B 12 , unentbehrlich für den Stoffwechsel.

Mit täglich einem halben Glas Milch, einem kleinen Becher Joghurt und zwei Scheiben Schnittkäse decken Sie z. B. zwei Drittel des Tagesbedarfs an Calcium und ein Drittel des Bedarfs an Eiweiß. Wer Bedenken wegen des Fettgehalts hat, sollte auf Milchprodukte mit maximal 1,5 Prozent Fett oder Käsesorten, die weniger als 40 Prozent Fett in Trockenmasse umsteigen.

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Käse richtig aufbewahren

Generell gilt

Lieber öfter wenig als seltener viel Käse kaufen. Am besten am Stück, so bleibt der Käse länger frisch.

Verpackung

Zum Einwickeln eignen sich spezielle pergamentartige Käsepapiere oder gelochte Frischhaltefolie, die es an jeder guten Käsetheke gibt. Käseliebhaber schwören auf Käseglocken aus Steingut oder Keramik, da sie die Käsestücke optimal feucht halten. Weich- und Sauermilchkäse möglichst in der Originalverpackung lassen.

Aufbewahrungsort

Der beste Platz zur Aufbewahrung ist eine kühle Speisekammer oder ein Keller mit Temperaturen von 10-14° C. Im Kühlschrank gehört der Käse gut verpackt in das Gemüsefach. Frisch- und Schmelzkäse sollte stets im Kühlschrank gelagert werden.

Perfekter Genuss

Käse mindestens eine Stunde vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen. Erst dann entwickelt er seinen vollen Geschmack.

Bücher-Box

Die Welt von Milch und Käse

Cornelia Haller-Zingerling, Susanne Hofmann
Umschau Buchverlag, ISBN 978-3-86528-672-7


"Bescheiden ist, wer sich den Käse mit den größten Löchern nimmt", empfiehlt der Freiherr von Knigge. Falls Sie wissen möchten, wie die Löcher in den Käse und die Milch auf unseren Tisch kommen, dann blättern Sie doch mal in diesem Lexikon, in dem sich alles um das "weiße Gold" dreht. Sie finden Anregungen für den nächsten Einkauf an der Käsetheke; erfahren ob Eselsmilch tatsächlich ein Schönheitselixier und was ein Affineur ist und entdecken die Vielfalt der Milchprodukte weltweit.

Rezepte voll Milch

Rose Marie Donhauser
Hoelker Verlag
ISBN: 3-88117-733-7
Preis: 7,95 €

Die Möglichkeiten, Milch mit Kakao, Kaffee, Obst etc. in erfrischende bzw. wärmende Getränke oder unwiderstehliche Desserts zu verwandeln, sind schier unbegrenzt: Unter den kalten Getränken in diesem Buch sind Klassiker wie Eiskaffee und Bananenshake, aber auch originelle Drinks wie Indischer Lassi oder Aprikosen-Smoothie zu finden. Bei den heißen Getränken sind Klassiker wie Latte macchiato und Rüdesheimer Kakao versammelt und Neuentdeckungen wie Schokoladen-Orangen-Milch oder heißer Egg-Nogg zu machen. Und bei den Milchdesserts stehen Evergreens wie Milchreis mit Zimt und Zucker neben weniger bekannten Leckereien wie Griechischem Mandelreis und Espressocreme.

Käse, Butter, Joghurt

leicht selbstgemacht.
von Karl-Friedrich Schmidt
Haedecke Verlag
ISBN: 3-7750-0420-3
Preis: 16,90 €

Alles in Butter Selbst gemacht schmeckt's am besten und das ist einfacher, als man denkt, wenn man ein paar Grundregeln kennt. Ob Käse, selbst gestampfte Butter oder hausgemachter Joghurt. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, möchte auf diesen besondern Genuss nicht mehr verzichten, der zudem die Haushaltskasse schont - und man weiss genau, was drin ist! In dem kompakten Ratgeber finden Sie alle wichtigen Informationen über die Zubereitung von Frisch-, Weich-, Schnitt-, Hart-, Sauermilch- und Edelpilzkäse sowie von Butter, Quark und Joghurt. Und das alles geht ohne Konservierungsstoffe mit überall erhältlichen Zutaten und in kleinen, haushaltsüblichen Mengen. Schritt für Schritt werden die nötigen Handgriffe und Rezepturen erklärt und schon bald gibt es Käse "nach Art des Hauses".

Links zum Thema Laktosenintoleranz
 
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