Entspannungsübungen helfen nicht nur beim Abschalten und Zur-Ruhe-Kommen. Wer eine Methode wie Yoga, Tai Chi oder Autogenes Training erlernt, kann damit gezielt innere Blockaden lösen, die oft die Ursache für Verspannungen und körperliche Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen sind. Regelmäßig angewendet, sind Entspannungstechniken ein Weg zu mehr Ausgeglichenheit und innerer Balance. Am besten, Sie probieren aus, welche Entspannungstechnik zu Ihnen passt.
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Was ist das? Yoga ist bei uns seit den 70-er Jahren populär. Seine Wurzeln liegen in Indien, wo es seit Jahrhunderten als eine Methode praktiziert wird, zu innerer Ruhe und Harmonie zu gelangen. Wörtlich bezeichnet „yoga“ das Anschirren von Zugtieren vor einen Wagen - im übertragenen Sinn steht es für die Einheit von Körper, Geist und Seele. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Arten von Yoga. Im Westen haben sich weniger die spirituell-meditativen Richtungen durchgesetzt als vielmehr das körperbetonte Hatha-Yoga. Es beruht auf einem System von Körperhaltungen und Bewegungen, den asanas, die mit Atemtechniken, den pranayamas, kombiniert werden.
Wie wirkt es? Yoga verhilft zu einem Zustand völliger Entspannung. Dadurch kann nach traditioneller Vorstellung die Lebensenergie, prana, ungehindert durch den Körper fließen. Verspannungen und Zerrungen werden abgebaut, der Bewegungsapparat gestärkt. Besonders bei Rückenproblemen zeigt Yoga gute Erfolge. Auch mentale Fähigkeiten wie Konzentrationsfähigkeit und Kreativität verbessern sich.
Für wen ist es sinnvoll? Yoga kann etwa ab dem zehnten Lebensjahr erlernt werden. Menschen mit großen Bewegungseinschränkungen sollten von sehr körperbetonten Varianten wie etwa dem Iyengar-Yoga eher Abstand nehmen. Wer Yoga lernen möchte, sollte bereit sein, Zeit zu investieren, um sich mit der komplexen Lehre auseinanderzusetzen. Als „Schnellkurs“ ist es nicht geeignet.
Wie wird es ausgeübt? Die verschiedenen Übungen im Sitzen, Liegen oder Stehen finden auf einer rutschfesten Matte statt.
Was ist das? Tai Chi (oder auch Tai Chi Chuan, „Schattenboxen“) ist eine traditionelle chinesische Bewegungskunst. Die langsamen, fließenden Bewegungen haben meditativen Charakter und sollen zum Abbau von Spannungen beitragen. Obwohl es ursprünglich aus der Kampfkunst des Kung stammt, ist Tai Chi heute bei uns eher als ganzheitliche Entspannungsmethode bekannt. Im Zentrum der Übungen steht jeweils die so genannte Form, ein festgelegter Ablauf aufeinander folgender Bewegungen, den „Bildern“. Eine Form kann aus über 100 Bildern bestehen und bis zu maximal eineinhalb Stunden dauern.
Wie wirkt es? Tai Chi zielt vor allem auf die Dehnung und Streckung der Wirbelsäule ab. Muskeln und Sehnen werden gleichmäßig und sanft beansprucht, dadurch geschmeidig und flexibel. Haltungsfehler werden vermindert, das Gleichgewicht geschult. Unterstützt von der richtigen Atemtechnik sorgt das Training für Entspannung und bessere Konzentration.
Für wen ist es sinnvoll? Tai Chi kann von Menschen aller Altersgruppen, besonders bei Rückenproblemen, ausgeübt werden. Weil es die Beweglichkeit verbessert, aber auf sportliche Extreme verzichtet, ist es auch für Ältere empfehlenswert.
Wie wird es ausgeübt? Die „Form“ wird aufrecht mit beiden Füßen auf dem Boden stehend ausgeführt. Im Durchschnitt dauert sie nicht länger als 20 Minuten. Es gibt auch Partnerübungen, bei denen sich zwei Trainierende gegenüberstehen und an den Händen berühren.
Was ist das? Qi Gong, das in China seit 5000 Jahren bekannt ist, bedeutet soviel wie „bewusstes Lenken der Lebensenergie“. Es umfasst Bewegungs- und Atemübungen, die dem Körper Kraft und Vitalität zurückgeben sollen. Ähnlich wie beim Tai Chi steht dahinter die Auffassung, dass der Mensch krank und schwach wird, sobald die Lebensenergie („qi“) nicht frei und ungehindert durch die Meridiane, die Energiekanäle des Körpers, fließen kann. In einer Grundübung des Qi Gong, dem „Spiel der fünf Tiere“, werden typische Bewegungsmuster von Tiger, Hirsch, Bär, Affe und Vogel nachgeahmt, die jeweils einem Meridian zugeordnet sind.
Wie wirkt es? Qi Gong führt nach chinesischer Lehre dazu, dass innere Blockaden, wie sie durch ungünstige Umwelteinflüsse und psychische Belastungen entstehen, gelöst werden. Es soll die Selbstheilungskräfte aktivieren und die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigern. Bei uns wird es oft als begleitende oder ergänzende Behandlung, zum Beispiel bei chronischen Krankheiten oder zur Unterstützung einer physikalischen Therapie, empfohlen.
Für wen ist es sinnvoll? Qi Gong besteht aus ruhigen, fließenden Bewegungen und setzt keine Vorkenntnisse voraus. Daher eignet es sich für jedermann, auch für ältere und geschwächte Menschen oder chronisch Kranke.
Wie wird es ausgeübt? Die Übungen sind vor allem auf Atmung, Körperhaltung, Vorstellungskraft abgestimmt und können im Liegen, Sitzen und Stehen durchgeführt werden.

Damit Sie von den positiven Effekten der verschiedenen Entspannungstechniken profitieren, erlernen Sie diese am besten unter sachkundiger Anleitung. Gelegenheit dazu haben Sie in einem Kurs oder bei den IKK Aktiv-Tagen.