Auch für das Kind ist es alles andere als schön, mit einer unzureichenden Leistung nach Hause zu kommen. Machen Sie sich und Ihrem Kind klar: Ein Zeugnis ist ein Überblick des aktuellen Leistungsstands Ihres Kindes – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es sagt nichts über den persönlichen Wert des Kindes aus. Dafür zeigt es, in welchen Fächern Ihr Sprössling eventuell Hilfe und Unterstützung braucht. Strafen wie Taschengeldentzug helfen dabei nicht weiter. Statt den Haussegen schief hängen zu lassen, überlegen Sie lieber gemeinsam mit dem Kind, wie die Leistungen besser werden können.
Der erste Schritt ist es, den Grund für die unzureichenden Noten zu finden:
Wenn sich keine klare Antwort auf solche oder ähnliche Fragen finden lässt, können Sie den schulpsychologischen Dienst in Anspruch nehmen. Hier können Tests klären, ob schlichte Lernfaulheit der Grund ist oder ob Ihr Kind überfordert ist. Nur wenn Sie genau wissen, woran die Lernschwierigkeiten liegen, können Sie helfen. Ist die Schulform falsch gewählt, wäre eine Umschulung zweckmäßig. Hat das Kind, zum Beispiel durch Krankheit, zu viel Unterrichtsstoff versäumt, kann es sinnvoll sein, es in eine untere Klasse zurückzuversetzen. Das freiwillige Zurückgehen kann auch angebracht sein, wenn Ihr Sprössling in mehreren Fächern Schwächen zeigt. Wichtig: Bevor Sie diesen Schritt beschließen, sollten Sie auf jeden Fall ein ausführliches Gespräch mit dem Lehrer führen. Vielleicht weiß der auch eine ganz andere maßgeschneiderte Lösung.
Für Kinder, die lernschwach sind oder nur in einzelnen Fächern Schwächen zeigen, kann Nachhilfe wirksam sein. Vor allem gibt die außerschulische Unterstützung dem Schüler meist wieder Selbstvertrauen und mehr Sicherheit für die nächste Klassenarbeit. In diesen Fällen kann Nachhilfe sinnvoll sein:
Wenn Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind für die Nachhilfe entschieden haben, können Sie zwischen Einzelnachhilfe oder Nachhilfe-Instituten wählen. Einzelnachhilfe findet zu Hause statt und wird von Lehrern, Studenten oder Schülern gegeben. Das hat den Vorteil, dass auf die Probleme Ihres Kindes ganz individuell eingegangen werden kann. Um einen guten Nachhilfelehrer zu finden, sprechen Sie mit dem unterrichtenden Lehrer. Er kennt die Schwierigkeiten des Kindes und dessen Lücken genau und kann Oberstufenschüler oder auch Kollegen empfehlen. Auch eine Nachfrage bei anderen Eltern kann bei der Suche hilfreich sein.
Nachhilfe-Institute bieten neben Hausaufgabenbetreuung auch Nachhilfeunterricht in der Gruppe oder einzeln an. Eltern müssen in der Regel einen Vertrag mit bestimmter Laufzeit abschließen. Daher können Sie nicht sofort „aussteigen“, wenn die Chemie zwischen Nachhilfelehrer und Kind nicht stimmt oder wenn der Unterricht nicht zufriedenstellend ist. Gruppenunterricht ist zwar kostengünstiger, wird allerdings in der Regel für bis zu fünf Kinder erteilt. Da kann nicht auf das individuelle Problem jedes einzelnen genau eingegangen werden.
russisches Sprichwort
Mit lernschwachen Schülern sollte ein realistischer Arbeitsplan ausgearbeitet werden. Vereinbaren Sie zum Beispiel, dass Ihr Kind täglich eine halbe Stunde Vokabeln paukt. Fragen Sie diese ruhig häufiger ab. Vor Klassenarbeiten lernt Ihr Kind künftig rechtzeitig intensiv und nicht erst am Tag vor der Arbeit. Machen Sie ihm klar, dass es besser lernen kann, wenn es im Unterricht aktiv zuhört – auch, wenn das Fach ungeliebt ist.
Notizen während des Unterrichts erleichtern das Lernen daheim. Unterrichtsinhalte, die das Kind nicht versteht, notiert es mit Fragezeichen und klärt sie später, entweder mit dem Lehrer oder durch Nachschlagen. Wichtig ist, während der Unterrichtsstunde mitzuarbeiten. Spornen Sie Ihr Kind an, sich regelmäßig zu melden. Auch wenn es sich nicht sicher ist, ob die Antwort richtig ist. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Kind am Abend nicht zu spät ins Bett geht. Konzentriert zuhören und mitarbeiten gelingt nur wachen Schülern.