Polio
Die Poliomyelitis (kurz Polio oder auch Kinderlähmung genannt) ist eine fieberhafte, hoch ansteckende Krankheit, die durch Polioviren verursacht wird. Diese tummeln sich am liebsten in verschmutztem Wasser, im Speichel von infizierten Menschen und in verunreinigten Nahrungsmitteln und werden als Schmierinfektion, als Tröpfcheninfektion oder durch direkten Kontakt mit Fäkalien oder verunreinigten Gegenständen, Trinkwasser oder Lebensmitteln übertragen.
Nachdem sich die Viren im Darm vermehrt haben, breiten sie sich im gesamten Körper aus und können schließlich jene Zellen des Rückenmarks befallen, die für die Steuerung der Muskeln verantwortlich sind. Bleibende, unmittelbar lebensbedrohliche Lähmungserscheinungen können die seltene Folge sein.
Ein Großteil der Erkrankungen verläuft ohne Beschwerden. Nur gelegentlich kommt es zu Symptomen wie Fieber, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Durchfall und Erbrechen. Nach etwa drei Tagen verschwinden die Beschwerden wieder. Wenn die Zellen des Zentralnervensystems verschont geblieben sind, heilt die Infektion in aller Regel folgenlos und ohne Komplikationen aus. Eine ursächliche Therapie gegen die Polioviren gibt es bislang nicht, weshalb sich die Behandlung auf die Linderung der Beschwerden beschränkt.
Vor allem Kinder erkranken am Poliovirus, aber auch eine Infektion im Erwachsenenalter ist möglich. Selbst Erwachsene, die in ihrer Kindheit schon einmal eine Polio-Infektion durchgemacht haben, sind nicht vor den Erregern gefeit. Der Grund: Die erworbene Immunität besteht lediglich gegen einen der drei Polio-Erreger lebenslang. Nur eine Impfung schützt vor allen drei Erregern. In Deutschland ist Polio durch die engmaschige Immunisierung seit Jahrzehnten sehr selten. Um auch zukünftig neue Polio-Endemien zu verhindern, ist es wichtig, Impflücken zu schließen und Kinder und Erwachsene lebenslang gegen eine Infektion mit den Polio-Erregern zu wappnen.







