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Mumps, Masern, Röteln und Co. setzen vor allem den Kleinsten und Kleinen zu. Nicht umsonst fasst man die häufig durch Viren verursachten Infektionskrankheiten als Kinderkrankheiten zusammen.

2.Teil: Polio, Keuchhusten, Scharlach, Windpocken

Polio

Die Poliomyelitis (kurz Polio oder auch Kinderlähmung genannt) ist eine fieberhafte, hoch ansteckende Krankheit, die durch Polioviren verursacht wird. Diese tummeln sich am liebsten in verschmutztem Wasser, im Speichel von infizierten Menschen und in verunreinigten Nahrungsmitteln und werden als Schmierinfektion, als Tröpfcheninfektion oder durch direkten Kontakt mit Fäkalien oder verunreinigten Gegenständen, Trinkwasser oder Lebensmitteln übertragen.

Nachdem sich die Viren im Darm vermehrt haben, breiten sie sich im gesamten Körper aus und können schließlich jene Zellen des Rückenmarks befallen, die für die Steuerung der Muskeln verantwortlich sind. Bleibende, unmittelbar lebensbedrohliche Lähmungserscheinungen können die seltene Folge sein.

Ein Großteil der Erkrankungen verläuft ohne Beschwerden. Nur gelegentlich kommt es zu Symptomen wie Fieber, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Durchfall und Erbrechen. Nach etwa drei Tagen verschwinden die Beschwerden wieder. Wenn die Zellen des Zentralnervensystems verschont geblieben sind, heilt die Infektion in aller Regel folgenlos und ohne Komplikationen aus. Eine ursächliche Therapie gegen die Polioviren gibt es bislang nicht, weshalb sich die Behandlung auf die Linderung der Beschwerden beschränkt.

Vor allem Kinder erkranken am Poliovirus, aber auch eine Infektion im Erwachsenenalter ist möglich. Selbst Erwachsene, die in ihrer Kindheit schon einmal eine Polio-Infektion durchgemacht haben, sind nicht vor den Erregern gefeit. Der Grund: Die erworbene Immunität besteht lediglich gegen einen der drei Polio-Erreger lebenslang. Nur eine Impfung schützt vor allen drei Erregern. In Deutschland ist Polio durch die engmaschige Immunisierung seit Jahrzehnten sehr selten. Um auch zukünftig neue Polio-Endemien zu verhindern, ist es wichtig, Impflücken zu schließen und Kinder und Erwachsene lebenslang gegen eine Infektion mit den Polio-Erregern zu wappnen. 

Keuchhusten

Der Keuchhusten (Pertussis) ist eine besonders für Babys und Kleinkinder lebensbedrohliche Erkrankung. Doch auch für älteren Kindern und Erwachsenen kann eine Infektion ernste Folgen für die Gesundheit haben. Ausgelöst wird die tückische Krankheit von Bakterien, die als Tröpfcheninfektion übertragen werden und sich zunächst in den oberen Atemwegen, der Luftröhre und den Bronchien festsetzen und die Flimmerhärchen schädigen.

Keuchhusten kann sich bis zu sechs Wochen hinziehen und äußert sich zunächst in einem harmlos klingenden Husten, der sich jedoch nicht mit üblichen Mitteln wie etwa Hustensaft lindern lässt. Schließlich kommt es zu wiederholten, krampfartigen Hustenanfällen. Die betroffenen Kinder husten kurz und hart und geraten dabei in Atemnot. Auffällig ist in diesem Zusammenhang die keuchende Atmung und das krampfhafte Einatmen nach jeder Hustenattacke. Auch Erbrechen kann sich an die Hustenstöße anschließen.

Vor allem bei kleinen Kindern kann eine Keuchhusten-Infektion schwerere Komplikationen wie eine Lungen- oder Mittelohrentzündung oder auch Gehirnschädigungen nach sich ziehen. Besonders gefährdet sind Neugeborene und Säuglinge. Bei ihnen unterbleiben die typischen Hustenattacken. Stattdessen kann es zu Atemaussetzern kommen, die im schlimmsten Fall in einem tödlichen Atemstillstand gipfeln.

Einmal ausgebrochen, lässt sich der Keuchhusten nicht mehr durch Antibiotika aufhalten. Dennoch können entsprechende Präparate eingesetzt werden, da sie vor allem bei Babys und kleinen Kindern die Gefahr einer Folgeinfektion drosseln können. Das einzige Mittel zur Vorbeugung ist die Impfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Grundimmunisierung ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat. Grundsätzlich sind vier Impfungen nötig, wobei eine erste  Auffrischimpfung im Alter von fünf bis sechs Jahren fällig ist.

Scharlach

Auch der Scharlach zählt zu den Krankheiten, die durch Bakterien (in diesem Fall Streptokokken) ausgelöst werden und vor allem bei Kindern auftreten. Ähnlich wie im Falle des Keuchhustens werden die Bakterien durch Husten oder Niesen übertragen, was sie hochansteckend macht. Im neuen Wirt angekommen, besiedeln sie die Rachenschleimhaut, die Muskeln und Muskelhüllen oder auch die Haut und das Unterhautgewebe. Der typische Scharlach entsteht jedoch erst, wenn sich die Bakterien vermehren und ein bestimmtes Gift produzieren, das die Körpertemperatur in die Höhe treibt und den charakteristischen fleckigen, rötlichen Ausschlag und die anschließende Schuppung der Haut verursacht. Zahlreiche Kinder und Erwachsene tragen den Erreger in sich, ohne jemals wirklich zu erkranken. Dennoch kommen sie als Überträger in Frage.

Eine Infektion mit Streptokokken ist nicht ungefährlich, auch wenn der Krankheitsverlauf heutzutage weniger schwer ist als noch vor einigen Jahren. Quälende Beschwerden wie hohe Fieberschübe, belegte Mandeln, heftige Schluckbeschwerden aufgrund schwerer Rachenentzündungen sowie Kopfweh,Übelkeit und Erbrechen gehören heute eher zur Ausnahme. Was sich jedoch nicht verändert hat, sind die möglichen, schwerwiegenden Spätfolgen für Herz, Nieren und Gelenke, die bei einer Scharlachinfektion drohen können. Sollte ein Kind an Scharlach erkranken, muss es daher sofort einem Arzt vorgestellt werden. Durch frühzeitige Gabe von Penicillin kann der Krankheitsverlauf abgemildert und die Gefahr schwerwiegender Komplikationen verringert werden.

Windpocken

Annähernd 90 Prozent aller Erwachsenen schließen im Laufe des Lebens Bekanntschaft mit Windpocken. Schuld daran ist die hohe Ansteckungsfähigkeit der Herpes-Viren, die sich für die bekannte Kinderkrankheit verantwortlich zeigen. Sie sind es auch, die den berüchtigten juckenden, roten Hautausschlag mit den sekrethaltigen Bläschen verursachen. An sich ist dieser Ausschlag harmlos und heilt gut wieder ab. Gefährlich kann es jedoch werden, wenn infizierte Kinder die Bläschen aufkratzen und damit Folgeinfektionen Tür und Tor öffnen.

Gerade Kinder überstehen eine Infektion mit Windpocken in der Regel gut. Schwerere Krankheitsverläufe mit Beteiligung von Gehirn und Nervensystem sind bei Erwachsenen möglich. Auch Komplikationen wie etwa Entzündungen der Nieren und der Lunge sind bei ihnen häufiger als bei den kleinen Patienten. Unmittelbar lebensgefährlich können die Windpocken für Neugeborene und für Kinder mit geschwächtem Immunsystem werden.

Seit dem Jahr 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission für alle Kinder im Alter zwischen 11 bis 14 Monaten die Schutzimpfung gegen Windpocken. Die Auffrischungsimpfung sollte zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat erfolgen.

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Nicht nur für Kinder

Auffrischung

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Hinweis:

Dieser Beitrag stellt eine allgemeine Information dar.  Bitte verwenden Sie diese nicht als alleinige Quelle und fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden einen Arzt oder Apotheker.

 
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