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Datum: 09. September 2010 - 13:23 Uhr

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Garten: Frühjahrsgrün gegen Alltagsgrau

Gartenarbeit hält Körper und Seele gesund. Aber das sind nicht die einzigen Gründe, die Natur jetzt zu genießen.

Die ersten warmen Sonnenstrahlen locken uns ins Freie, die Gartensaison beginnt! Nach einer Studie des BAT-Freizeitforschungsinstituts zählt fast die Hälfte aller über 14-Jährigen das Gärtnern zu den beliebtesten Hobbys. Ob man Schrebergärtner oder Rosenfreund ist, Gemüsebeete oder Blumenrabatten bevorzugt, eine Parklandschaft oder einen Balkon hegt und pflegt, spielt dabei keine Rolle. Gärtnern macht Spaß! Und nebenbei wirkt sich das Gemüseziehen und Blumenpflanzen auch positiv auf die Gesundheit aus. Gartenarbeit ist gut für Herz und Kreislauf und hilft, Stress abzubauen. Jetzt im Frühjahr ist die beste Zeit, nicht nur seinen Garten aus dem Winterschlaf zu erwecken, zu verschönern und zu verändern. Hier finden Sie jede Menge Tipps und Anregungen dazu!

So wächst und gedeiht der Garten

Sobald der Boden frostfrei und trocken ist, kann die Arbeit beginnen: Zunächst werden die Beete von Laubresten und herab gefallenen Zweigen befreit, die darunter sprießenden Unkräuter entfernt. Zu große Stauden und Gehölze sollten geteilt, Wildwuchs und Frostschäden herausgeschnitten werden. Danach wird Dünger oder Kompost auf den Beeten verteilt oder eine frische Mulchschicht aufgebracht. Auch wenn die Blütenpracht in Gärtnereien zum Kaufrausch verleitet, sollten Sie vor Mitte Mai nur frostfeste Sorten (zum Beispiel Stiefmütterchen) ins Freiland oder in Balkonkästen setzen. Bei selbst vorgezogenen Pflanzen ist zu berücksichtigen, dass sie meist weniger robust und üppig sind als Setzlinge aus dem Gartencenter. Hobbygärtner mit Basteltalent können auch ein Früh- oder Folienbeet für empfindliche Blumen oder zarte Gemüsepflänzchen anlegen. Das Material und Bauanleitungen dazu gibt es im Fachhandel. Ein Tomatenhaus - quasi ein senkrechter Folientunnel, der eine einzelne Tomatenpflanze vor Kälte und Nässe schützt - ist auch für "Einsteiger" geeignet. Kübelpflanzen dürfen jetzt schon raus: Tagsüber gehören sie in den Schatten, damit sie keinen Sonnenbrand bekommen, nachts werden sie am besten mit Vlies vor Kälte geschützt. Noch mehr Tipps, zum Beispiel zur Bepflanzung, unter http://www.hausgarten.net/pflanzen.html.

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Entspannung im Einklang mit der Natur

Gartenarbeit ist so effektiv wie ein Workout im Fitnessstudio: Gleichmäßige Belastungen wie Rasenmähen bringen Kondition, während Arbeiten wie Zweige schneiden oder Erde ausheben Kraft erfordern (was schon so mancher Hobbygärtner am nächsten Tag als schmerzhaften Muskelkater zu spüren bekam...). Beim Aufenthalt im Freien bildet der Körper Melatonin, ein Hormon, das für Ausgeglichenheit und Wohlbefinden sorgt. Die körperliche Arbeit in der Natur macht den Kopf frei, man "erdet sich", kommt zur Ruhe. Die Beschäftigung mit Pflanzen lässt die Seele aufleben: Labile oder depressive Menschen erfahren bei der Gartenarbeit, dass sie ihre Umwelt aktiv gestalten und positiv verändern können. Das gibt Mut und Selbstwertgefühl. Nicht ohne Grund kennt man in den USA schon seit 20 Jahren die so genannte "Horticultural Therapy", bei der Gartenarbeit gezielt zur Behandlung psychischer Leiden eingesetzt wird. Aber auch für gesunde Menschen ist es ein ganz besonderes Erfolgserlebnis, etwas wachsen zu sehen. Das Gärtnern spricht alle Sinne an: Man sieht das satte Grün, hört Vogelgezwitscher, riecht den Duft der Blumen und fühlt die Sonne auf der Haut - selbst der Geschmacksinn kommt nicht zu kurz, denn viele Blüten haben ein köstliches Aroma!

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Damit das Gärtnern nicht zur Plage wird

Fünf (tierische) Tipps, damit der Rücken nach einem langen Arbeitstag im Garten nicht schmerzt:

  • Seien Sie flatterhaft wie ein Schmetterling. Wechseln Sie immer wieder die Tätigkeiten und Körperhaltungen. Das schont den Rücken.
  • Seien Sie kein Frosch! - denn die Hocke ist eine für den Rücken besonders ungünstige Position. Knien Sie sich für Arbeiten am Boden wie zum Beispiel Pflanzen oder Unkrautzupfen am besten auf ein Kniekissen.
  • Nur Ameisen tragen ein Vielfaches ihres Körpergewichts. Wer Blumenkübel oder Steine heben und bewegen muss, sollte Hilfsmittel wie eine Sackkarre oder einen Rollhocker benutzen. Eine fahrbare Gießkanne oder ein Schlauchwagen erleichtern das Bewässern.
  • Mit Spinnen armen wäre die Arbeit an Bäumen und Sträuchern einfacher. Alternativ tun es auch zum Beispiel Astscheren mit Teleskopstielen, die der Körpergröße angepasst werden können. Bei der Anschaffung auf Griffe aus Alu oder Leichthölzern achten, dann müssen Sie später nicht so schwer heben.
  • Wer fleißig wie eine Biene war, darf sich nach harter Gartenarbeit auch einen Ausgleich gönnen: Gehen Sie schwimmen oder in die Sauna, so bleiben Sie fit und entspannt!

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Vorsicht, Stolper-Falle!

Unfälle bei der Gartenarbeit passieren leider immer wieder. So gehen Sie auf Nummer Sicher:

  • Führen Sie nach der Winterpause einen Geräte-Check durch: Funktioniert der Rasenmäher einwandfrei? Sind Kabel an elektrischen Geräten beschädigt, Isolationen defekt? Überlassen Sie Reparaturen dem Fachmann.
  • Akrobatik auf zu kleinen Leitern kann lebensgefährliche Folgen haben. Wenn die Höhe der Leiter mit dem Wachstum Ihrer Sträucher und Bäume nicht Schritt hält, sollten Sie eine größere kaufen.
  • Achten Sie bei der Neu-Anschaffung von Gartengeräten auf das GS-Siegel (Geprüfte Sicherheit).
  • Schützen Sie bei Gartenarbeiten Ihre Augen mit einer Schutzbrille vor aufpeitschenden Ästen, Staub oder Steinen. Tragen Sie Handschuhe, um Verletzungen zu vermeiden, und feste Schuhe, um nicht auszurutschen.
  • Fragen Sie Ihren Arzt, ob eine Auffrischung Ihres Tetanusschutzes oder eine Zeckenbissimpfung notwendig ist.

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Ohne Gift geht es auch

Wenn Ameisen die Terrasse bevölkern oder Läuse die Geranien besiedeln, greift auch der Hobbygärtner gern zur Giftspritze. Rund 470 Tonnen Pestizide werden jährlich in deutschen Gärten gegen Schädlinge aller Art eingesetzt. Dabei gibt es "sanfte" Alternativen, die die Schädlinge auf umweltschonende Weise verringern. Bewährt hat sich der gezielte Einsatz natürlicher "Feinde", wie zum Beispiel Florfliegen gegen Blattläuse, Raubmilben gegen Spinnmilben, Bazillus thuringienis gegen Raupen. Diese so genannten Nützlinge können Sie im Gartenfachhandel bestellen und sich nach Hause schicken lassen. Wirksame biologische Waffen im Kampf gegen Läuse und Milben sind auch Wildkräuter wie Brennnessel oder Rainfarn, die als Brühe angesetzt und auf die befallenen Pflanzen gespritzt werden. Wer in seinem Garten Lebensraum für Vögel schafft, zum Beispiel durch das Anbringen von Nistkästen, wird die Plagegeister bald los: Ein einziges Meisenpaar vertilgt bei zweimaliger Brut 75 Kilo Insekten! Zur Vorbeugung gegen Schädlinge sollten Sie widerstandsfähige und krankheitsresistente Pflanzensorten kaufen, den Boden durch regelmäßiges Hacken gut belüften und nicht zuviel gießen (Staunässe begünstigt Pilzbefall). Auf Stickstoff-Dünger verzichten, da er leicht das biologische Gleichgewicht kippt. Nicht zu üppig mulchen - dicke Mulchschichten sind bevorzugte Verstecke von Nacktschnecken!

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Blütenzauber für Auge und Gaumen

Blüten sind nicht nur eine farbenfrohe Dekoration, sie geben Suppen, Soßen, Salaten und Süßspeisen auch einen unverwechselbaren Geschmack. Was jetzt im Frühjahr im Garten blüht, kann in der Küche vielfältig eingesetzt werden. Das nussige Aroma von Wiesenblumen wie Gänseblümchen, Klee und Löwenzahn passt besonders gut zu Salaten. Raffiniert: In Essig eingelegt, schmecken Knospen von Gänseblümchen oder Sumpfdotterblumen wie Kapern. Mit der pfeffrig-scharfen Kapuzinerkresse würzen Sie zum Beispiel eine Salat-Vinaigrette. Mit den intensivfarbigen Blütenblättern von Begonie und Ringelblume lassen sich Suppen aufpeppen - nicht nur optisch! Zu Baguette und Pellkartoffeln passt Quark oder Butter mit Kräuterblüten von Majoran, Salbei, Thymian . Das liebliche Aroma von Veilchen, Malven, Heliotrop oder kleinblättrigen Stiefmütterchen gibt vielen Desserts Pfiff. In Teig getaucht und ausgebacken sind die Blütendolden von Holunder , Zucchini oder Kürbis ein süßes Hauptgericht. Tipp: Frieren Sie die kleinen Blüten von Lavendel, Veilchen, Borretsch oder Flieder in Eiswürfel ein und würzen Sie damit Ihre Getränke! Wichtig: Verwenden Sie nur unbehandelte Blüten - möglichst aus dem eigenen Garten, keinesfalls aus dem Blumenladen. Die Blüten gut waschen, Kelchblätter entfernen.

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Kräuter geben die richtige Würze

Frische Kräuter sind aromatisch und vitaminreich und runden jede Mahlzeit ab. Wer einen Garten hat, kann sie selbst anbauen und vom Frühjahr bis in den Spätherbst hinein ernten. Ein Kräuterbeet anzulegen ist gar nicht so schwierig. Besonders in kleinen Gärten ist die Kräuterspirale eine günstige Form. Dabei wird das Kräuterbeet schneckenförmig zur Mitte hin erhöht angelegt und (meist mit Natursteinen) befestigt. Obenauf kommt nährstoffarmer, trockener Sandboden, wie ihn mediterrane Kräuterpflanzen (Rosmarin, Estragon, Thymian) bevorzugen, unten fruchtbare Muttererde, die heimischen Gewächsen wie Bärlauch oder Waldmeister einen geeigneten Standort bietet. Das Sonnenlicht wird so optimal ausgenutzt (oben - sonnig, unten - halbschattig), damit eine Vielzahl von Kräutern mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen auf relativ engem Raum gedeihen können. Vor der Bepflanzung unbedingt fachmännischen Rat einholen, welche Pflanzen "gute" bzw. "schlechte" Nachbarn sind! Das ist auch zu berücksichtigen, wenn man Kräuter in Blumenkästen miteinander "vergesellschaften" möchte. Wer einen Balkon hat, sollte die Kräuter besser in einzelne Tontöpfe aussäen oder pflanzen und sie je nach ihren Vorlieben an sonnigen oder schattigen Standorten gruppieren. Mehr Tipps unter www.kraeuter-garten.net.

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