Was ist eine Sucht?
Süchte oder Abhängigkeiten sind körperliche oder psychische Störungen. Typisch dabei ist ein starkes Verlangen nach einer bestimmten Substanz. Süchtig zu werden – z. B. nach Nikotin, Koffein oder Alkohol – kann schneller passieren, als man annimmt. Dabei realisiert der Betroffene oft gar nicht, dass eine Gewohnheit inzwischen eine Abhängigkeit ist. Aus den gemütlichen Feierabendbieren ist dann ein Muss geworden, ohne das man gar nicht mehr entspannen kann.
Warum wird man süchtig?
Unser gesamtes Verhalten wird durch ein kompliziertes Belohnungssystem des Körpers beeinflusst. Bei Dingen, die uns gefallen, wie Liebe, Erfolgserlebnisse oder Essen, wird das oft als „Glückshormon" bezeichnete Dopamin ausgeschüttet. Das gute Gefühl, das durch das Dopamin ausgelöst wird, wollen wir immer wieder spüren. Also machen wir weiter mit den Bieren unter Freunden, den exzessiven Shopping-Trips oder dem Essen, obwohl wir schon satt sind. So verlieren wir langsam die Kontrolle über unsere Handlungen und können mit dem Konsum nicht mehr aufhören.
Warum muss es immer mehr sein?
Durch den Kontrollverlust steigt die Menge des Konsums weiter. Der Körper gewöhnt sich im Laufe der Zeit daran. Denn auch die Zahl der Rezeptoren, spezielle Zellen, die auf einzelne Stoffe reagieren, nimmt zu. Die Folgen sind meist schlimme Schäden für die Gesundheit. So kann Alkoholabhängigkeit Leberzirrhosen oder Impotenz verursachen, Rauchen kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Harte Drogen wie Kokain können depressive Verstimmungen oder Wahnvorstellungen auslösen.
Wenn der Nachschub fehlt
Bleibt die Droge aus, hat das eine negative Wirkung auf das Belohnungssystem: Es wird kein glücklich machendes Dopamin ausgeschüttet. Das kann zu schlechter Laune, Gereiztheit und Depressionen führen.