Die Satellitennavigation hilft nicht nur dabei, mit dem Auto den schnellsten Weg zu finden, sondern führt auch zu versteckten Schätzen an ungewöhnlichen Orten. Geocaching ist die moderne Art der Schnitzeljagd, bei der Koordinaten und Rätsel ans Ziel führen. Ein Spaß für Groß und Klein, der Natur und Technik auf eine tolle Art verbindet sowie ganz nebenbei auch zu körperlicher Betätigung motiviert.
Der Begriff Geocaching (ausgesprochen „geokäsching“) leitet sich von Geo für Erde und Cache für Versteck ab. Die Spielidee ist ganz einfach: Jemand versteckt eine wasserdichte Plastikdose als Schatz und veröffentlicht die Koordinaten mit Längen- und Breitengraden im Internet. Andere Spieler geben diese Daten in einen GPS-Empfänger ein und folgen den Richtungsangaben. Auf den letzten Metern ist dann Spürsinn gefragt, um das gut getarnte Versteck wirklich zu finden.
Das Spiel entstand im Mai 2000 in den USA , als die Technologie des Global Positioning Systems (GPS) auch für zivile Anwender genauere Standortbestimmungen auf bis zu zehn Metern zuließ. Schon im Oktober des gleichen Jahres wurde der erste deutsche Cache in der Nähe von Berlin versteckt. Mittlerweile gibt es weltweit über eine Million Verstecke und davon rund 120.000 in Deutschland – von öffentlichen Gebäuden über Wiesen und Wälder bis hin zu Felswänden der Zugspitze. Ein Cache ist sicher auch in Ihrer Umgebung oder an Ihrem nächsten Urlaubsort zu finden.
Zum Start suchen Sie sich auf einer Internetseite wie http://geocaching.com eine Region sowie einen Cache aus und notieren die Koordinaten. Teilweise geben der Verstecker oder vorherige Finder schon hilfreiche Tipps zur Wegstrecke oder zur Größe des Caches. Die Schätze können zum Beispiel eine Filmdose, eine Frischhaltebox oder eine Kiste sein. Dann geht es zu Fuß oder mit dem Fahrrad hinaus und immer dem Richtungspfeil des GPS-Empfängers nach, der mithilfe von Satelliten stets die aktuelle Position mit den Zielkoordinaten abgleicht.
Während beim Navi im Auto die Lage bei der Ansage „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ ziemlich eindeutig ist, wird es für Geocacher am Zielort spannend. Der Schatz kann sich überall befinden – unter einem Haufen aus Ästen, in Mauerritzen, unter einer Sitzbank … Die Kreativität der Verstecker ist groß. Cache-Verstecke sollen geheimgehalten werden, damit sie nicht von Unbeteiligten gefunden und im schlimmsten Fall als Müll entsorgt werden. Daher gilt der Grundsatz möglichst unbeobachtet zu suchen.
Schatzkisten mit interessantem Inhalt
Ein Cache enthält immer ein Logbuch, in das Sie sich als Finder mit Ihrem Namen und Kommentaren eintragen können. Je nach Größe befinden sich in der Schatzkiste auch kleine Tauschgegenstände. Als Belohnung dürfen Sie sich etwas herausnehmen, müssen dafür aber auch etwas Gleichwertiges hineinlegen. Diese Gegenstände können beispielsweise Bücher, Werkzeuge, Spielsachen oder Schmuckstücke sein, auf keinen Fall jedoch Nahrungsmittel oder Brennbares. Wer nichts Passendes dabei hat, verzichtet auf einen Tausch. Anschließend verstecken Sie den Cache am selben Ort und in der selben Art, wie es vom Verstecker vorgesehen ist. Wieder zu Hause angekommen können Sie Ihre erfolgreiche Suche auf der Internetseite dokumentieren.
Rücksicht auf Tiere und Pflanzen
Geocacher sind Naturfreunde und respektieren die Regeln des Tier- und Naturschutzes. Caches dürfen nicht in Naturschutzgebieten und geschützten Biotopen angelegt werden. Auch das Vergraben von Schätzen ist nicht gestattet. Jeder Schatzsucher bleibt so weit wie möglich auf Wegen und verhält sich still im Wald, um Tiere nicht zu stören.
Im städtischen Umfeld sind private Grundstücke wie Nachbars Garten tabu, um dort einen Cache anzulegen. Da Geocaching noch nicht allgemein bekannt ist, lösten moderne Schatzsucher schon Terroralarm aus, weil sie beim Suchen, Finden und Wiederverstecken von Nichteingeweihten beobachtet wurden. Umsichtige Verstecker bringen daher eine aufklärende Information an ihrem Schatz an.
Spiel, Spaß und Spannung sind beim Geocaching garantiert. Während die einen Knobeleien bei Multi- oder Rätsel-Caches (siehe Kasten) lieben, suchen andere die sportliche Herausforderung auf dem Weg zu den Verstecken. Bei den vielen angelegten Caches ist für jede Altersgruppe und für jeden Schwierigkeitsgrad etwas dabei.