Krankenhaus – damit verbindet sich oft der Gedanke an Mehrbettzimmer, Krankenhauskost und Fiebermessen am sehr frühen Morgen. Auch wenn das meist längst überholte Klischees sind, nimmt das Interesse an der Möglichkeit einer ambulanten Operation stetig zu.
Gute Besserung in den eigenen vier Wänden
Vor allem für Kinder sind nach Meinung vieler Ärzte ambulante Operationen wesentlich weniger belastend als ein Krankenhausaufenthalt. Die Nähe zu Eltern, Geschwistern und dem Lieblingspielzeug lassen den Eingriffen meist ganz schnell vergessen. Aber auch bei älteren Menschen trägt der Aufenthalt in vertrauter Umgebung erheblich zum Gesundwerden bei.
Dank moderner Operationstechniken wie Laser und Endoskopie wird so mancher chirurgische Eingriff „minimal invasiv“, also besonders schonend, durchgeführt. Nichtmediziner können sich unter dem Begriff Schlüssellochtechnik sicher mehr vorstellen. Operiert wird mit kaum sichtbaren Schnitten und winzigen Instrumenten. Auch dank sanfter Narkoseverfahren ist so mancher Eingriff weit weniger belastend als noch vor ein paar Jahren.
Vor allem in der Allgemeinchirurgie, Augenheilkunde, Dermatologie, Gynäkologie, Hand- und plastischer Chirurgie, Kieferchirurgie, Orthopädie und Urologie gibt es eine breite Palette von ambulant auszuführenden Eingriffen. Und so geht immer häufiger der Patient zum Beispiel bei Eingriffen am Kniegelenk oder der Verödung von Venen schon nach knapp einem Tag wieder nach Hause.
Die Gesundheit des Patienten steht immer an erster Stelle. Bei Vorbereitung, Narkose, Operation können Sie sich bei jedem Eingriff auf höchsten medizinischen Standard und strengste Sicherheitsbestimmungen verlassen. Statistisch belegt ist, dass nur bei 1 von 1000 ambulant operierten Patienten doch noch ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird. Das sind nur 0,1 Prozent.
Versorgungszentren und niedergelassene Ärzte haben sich auf ambulante Operationen spezialisiert. Oft ist auch der behandelnde Arzt gleichzeitig Ihr Operateur. Der Ablauf einer ambulanten ist mit der einer stationären Operation vergleichbar:
Der Vertrag mit der IVMplus („Integrierte Versorgung Mitteldeutschland“) bietet allen Versicherten der IKK classic die Möglichkeit sich ambulant von einem frei gewählten Arzt in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen operieren zu lassen. Einzige Bedingung: Ihr Arzt nimmt an dem Vertrag teil.
Der Vorteil für Sie liegt auf der Hand. Denn die direkte Zusammenarbeit zwischen Ihrem Arzt und dem Operateur gewährleistet eine abgestimmte und lückenlose Behandlung. Das spart Zeit und vermeidet belastende Doppeluntersuchungen.
Bei ambulanten Operationen, die medizinisch notwendig sind, übernimmt die IKK classic die Kosten für Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge. Sie zahlen lediglich die Praxisgebühr. Die bei einem Krankenhausaufenthalt üblichen Zuzahlungen fallen nicht an.
Weitere Informationen - auch zu den teilnehmenden Ärzten - erhalten Sie in Ihrer Geschäftsstelle oder telefonisch unter unserer kostenfreien Servicehotline 0800 455 1111.
Voraussetzung für alle ambulanten Eingriffe: Es darf keine spezielle Pflege nach der Operation oder Wundversorgung erforderlich sein. Der Patient muss rasch wieder in der Lage sein, normale Nahrung zu sich zu nehmen.
Ganz wichtig: eine Betreuungsperson muss immer in der Nähe sein. In jedem Fall gilt: Treffen Sie die Entscheidung ambulant oder stationär am besten gemeinsam mit Ihrem Arzt. Lassen Sie sich alles genau erklären: den Ablauf des Eingriffs, wie Sie anschließend betreut werden und welche Voraussetzungen in Ihrem häuslichen Umfeld gegeben sein müssen. Äußern Sie auch eventuelle Bedenken und lassen Sie sich nicht zu einer Entscheidung drängen. Auch wenn vieles für eine ambulante Operation spricht, sollte jeder diese Entscheidung ganz bewusst treffen. Und die kann manchmal im Sinne des Patienten auch aus ärztlicher Sicht „nein“ lauten. Etwa wenn chronische Erkrankungen vorliegen, keine Betreuung zu Hause gewährleistet werden kann oder die betreffende Person sich im Krankenhaus besser aufgehoben fühlt. Auch wer nicht abschalten kann und schon kurz nach der Narkose am liebsten wieder seinem Berufsleben nachgehen möchte, sollte in seinem eigenen Interesse einige Tage im Krankenhaus verbringen.
Ambulante Operationen sind fast immer längerfristig geplant. Sie haben also ausreichend Zeit, Ihre Genesungsphase zu „managen“. Ihr Arzt wird Ihnen bei der Vorbereitung der Operation erklären, worauf Sie dabei achten sollten und wie lange Sie auf Ihrer „privaten Krankenstation“ untergebracht sind. Auch wer eine ambulant operierte Person betreut, spart mit guter Organisation Zeit. Machen Sie sich am besten eine kleine Checkliste, auf der auch die folgenden Tipps Platz finden sollten:
Heimweg organisieren: Nach einer ambulanten Operation genügt ein PKW für den Heimweg. Die Nachwirkungen sind soweit abgeklungen, dass Sie auf jeden Fall laufen und sitzen können. Auch wenn Sie ein guter Autofahrer sind, nehmen Sie nach einem kleinen ambulanten Eingriff immer auf dem Beifahrersitz Platz.
Telefon fit machen: Sorgen Sie dafür, dass alle wichtigen Rufnummern griffbereit sind. Insbesondere die des operierenden Arztes bzw. eines rund um die Uhr erreichbaren Vertreters, der über die Operation informiert ist.
Betreuung planen: Sind Partner oder Familienangehörige in den ersten 24 Stunden immer in der Nähe? Danach können Sie auch mal einige Stunden allein bleiben – natürlich mit dem Telefon in Reichweite. Vielleicht kommt zwischendurch auch mal ein Nachbar, Bekannte oder Freunde vorbei?
Zeit zum Gesundwerden: Vor allem Frauen fällt es meist schwer, den Haushalt stehen und liegen zu lassen. Wer sich ein paar Tage konsequent schont, ist in der Regel schneller wieder belastbar. Nutzen Sie die Genesungszeit wirklich für sich. Schlafen gilt als gute Medizin. Bücher und Hörbücher sind eine Alternative zum Fernsehprogramm. Falls Ihr Arzt nichts dagegen hat, machen Sie – zusammen mit einer Begleitperson - Spaziergänge an der frischen Luft.