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| Datum: | 10. Februar 2012 - 08:08 Uhr |
Bereits ein Millionstel Milliliter infiziertes Blut reicht für eine Infektion aus. Übertragen wird die Krankheit am häufigsten durch Sexualverkehr und Blutkontakt. Während der Geburt ist eine Übertragung von einer infizierten Mutter auf ihr Neugeborenes möglich. Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Beschwerden, später kommen bierbrauner Urin, entfärbter Stuhl, Gelbfärbung der Haut hinzu. Begleitet werden diese Krankheitszeichen von Unwohlsein, Kopf-, Leib- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Viele Patienten verspüren einen Widerwillen gegen Fett. Bei 90 Prozent der Säuglinge, ca. 50 Prozent der Kleinkinder und 10 Prozent der Erwachsenen wird die Erkrankung chronisch. Weltweit sind mehr als 350 Millionen Menschen Virusträger. Der chronische Verlauf ist besonders gefährlich, weil sich daraus eine Leberzirrhose (Leberzerfall) oder Leberkrebs entwickeln können. Auch wenn ca. 60 Prozent der Erkrankten keine der typischen Symptome aufweisen, kann die Krankheit auch bei ihnen chronisch werden und sie können andere anstecken.
Die Hepatitis B-Impfung gehört zu den Standardimpfungen im Kindesalter und ist routinemäßig für alle Kinder ab 2 Monaten bis 14 Lebensmonaten empfohlen. Neugeborene von Hepatitis-B-positiven Müttern erhalten gleich nach der Geburt die 1. Impfung und zeitgleich ein Immunglobulinpräparat, das sofortigen Schutz bietet.
Die Impfung ist außerdem empfohlen für Beschäftigte im Gesundheitswesen, auch Studenten und Auszubildende sowie Reinigungspersonal, und für alle Personen, die durch Blutkontakte mit möglicherweise Infizierten gefährdet sind (z. B. Mitarbeiter von Rettungsdiensten, Ersthelfer, Polizisten, auch Sozialarbeiter und Gefängnispersonal mit Kontakt zu Drogenabhängigen). Außerdem sollten Personen mit chronischer Nierenkrankheit, Dialysepflichtige, Bluter, chronisch Leberkranke, homosexuell aktive Männer, Drogenabhängige und Prostituierte gegen Hepatitis B geimpft werden. Für die Grundimmunisierung sind 3 Impfungen notwendig. Eine Auffrischimpfung ist nur bei Risikogruppen erforderlich.
Die Hepatitis B-Impfung wird darüber hinaus als Reiseimpfung allen empfohlen, die sich länger im Reiseland aufhalten (z.B. Entwicklungshelfer und Trekkingreisende) und voraussichtlich engen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung haben werden.