Jährlich erkranken in Deutschland etwa 6.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. In den meisten Fällen wird der Krebs durch so genannte humane Papilloma-Viren (HPV)ausgelöst.
Die Impfung gegen einige der HPV-Typen kann junge Mädchen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, vor einer späteren Erkrankung schützen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die HPV-Impfung für alle 12 bis 17jährigen Mädchen.
Darüber hinaus wurde eine Erweiterung der Impfempfehlung zur HPV-Impfung durch die Sächsische Impfkommission (SIKO) beschlossen. Die Erweiterung der landesrechtlichen Impfempfehlung trat am 01.01.2011 in Kraft. Ein Anspruch auf die HPV-Impfung besteht aufgrund dieser Empfehlung nun auch für alle versicherten Frauen der IKK classic in einem Alter von 18 bis 25 Jahren. Sofern Ihr behandelnder Arzt diese Leistung nicht direkt durch Vorlage der Krankenversicherungskarte abrechnen kann, erstatten wir Ihnen die Kosten in Höhe der Vertragssätze.
Reichen Sie dazu bitte folgende Unterlagen bei uns ein: Privatrezept für den Impfstoff, Apothekenquittung und die Privatrechnung des Arztes.
Damit die HPV-Impfung sicher vorbeugt, muss sie allerdings sehr früh erfolgen. Ein optimaler Schutz ist nur dann zu erwarten, wenn das Immunsystem noch nie zuvor Kontakt mit Papilloma-Viren hatte. Da die Viren beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, sollte eine HPV-Impfung also vor dem ersten Sex erfolgen. Der Impfstoff muss drei Mal injiziert werden, damit sich genügend Antikörper gegen Papilloma-Viren bilden. Die Spritze erfolgt jeweils in den Oberarm oder den oberen Bereich des Oberschenkels: Der Kinder- oder Frauenarzt gibt drei Impfdosen innerhalb von sechs Monaten. Wie bei jeder Impfung kann die Einstichstelle ein bisschen anschwellen, jucken oder leicht schmerzen.
Wie lange die Schutzwirkung anhält, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich langsam: Nach einer Infektion vergehen in der Regel mindestens 15, meistens sogar mehr als 20 Jahre, bis ein Tumor heranwächst. So lange liefen die klinischen Studien nicht. Wie effektiv die HPV-Impfung wirklich ist, wird sich also erst in 2 bis 3 Jahrzehnten zeigen. Schon heute steht allerdings fest, dass ein 100-prozentiger Schutz nicht möglich ist. Denn der Impfstoff wirkt nur gegen die zwei gefährlichsten Virustypen. Sie sind zusammen zwar für etwa 70 Prozent aller Gebärmutterhalstumore verantwortlich - aber gegen das restliche knappe Drittel ist zurzeit keine Immunisierung möglich.
Wichtig ist deshalb: Die Impfung kann die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs nicht ersetzen. Schon ab dem 20. Geburtstag sollten Frauen deshalb einmal jährlich zur kostenlosen Vorsorgeuntersuchung gehen.