Humane Papillomviren sind weltweit verbreitet. Sie infizieren Haut- oder Schleimhautzellen und verursachen gutartige, aber auch bösartige Tumoren. Die Viren werden durch direkten oder indirekten Hautkontakt übertragen.
Heute weiß man, dass vor allem die HPV-"Hochrisiko-Typen" 16 und 18 für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) verantwortlich sind. Dies ist nach dem Brustkrebs der zweithäufigste bösartige Tumor der Frau. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 6.500 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs, 1.700 Frauen sterben. Mindestens 70 Prozent der Frauen machen die Infektion - oft unbemerkt - durch, das Immunsystem besiegt die Erreger.
Bleiben die Viren aber im Körper kann sich im Laufe von mehreren Jahren Krebs entwickeln. Ein weiteres, durch HPV verursachtes Krankheitsbild sind Genitalwarzen (Kondylome; Feigwarzen). Für etwa 90 Prozent sind die Typen 6 und 11 verantwortlich. Die Erkrankung betrifft Männer und Frauen, vor allem junge Menschen. Genitalwarzen zeigen sich zunächst in Form kleiner, weißlicher Knötchen, die vor allem an Schamlippen und Penis, in der Harnröhre oder im Scheiden- oder Afterbereich auftreten.
Mit der HPV-Impfung steht seit 2006 ein Impfstoff zur Verfügung, der die Infektion mit Papillomviren vom Typ 16 und 18 verhindert. Damit sind die häufigsten Ursachen für Gebärmutterhalskrebs ausgeschaltet. Für 70 Prozent sind diese beiden Virustypen verantwortlich. Da aber eben nicht alle Tumore durch diese beiden Typen verursacht werden, ist es nach wie vor von größter Wichtigkeit, dass alle Frauen ab 20 Jahre die jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen wahrnehmen.
Der Impfstoff schützt zudem vor HPV 6 und 11, die Genitalwarzen verursachen. Seit März 2007 ist die HPV-Impfung als Standardimpfung für alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen.