Neugeborene erhalten von ihren Müttern keinen "Nestschutz", so dass sie bereits in den ersten Lebenstagen erkranken können. Das Keuchhusten-Bakterium wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Sich steigernde, heftige, bellende Hustenanfälle mit pfeifendem, keuchendem Einatmen sind typisch. Oft endet ein Hustenanfall mit Erbrechen zähen Schleims. Bei Säuglingen fehlen die Hustenattacken, sie leiden unter Atemnot mit Erstickungsgefahr. Heute weiß man, dass Keuchhusten Ursache des plötzlichen Kindstods sein kann. Weitere Komplikationen bei Säuglingen sind Gehirnerkrankung, meist durch den Sauerstoffmangel während der Husten-Anfälle verursacht, Lungenentzündung sowie Krampfanfälle. Todesfälle kommen vor allem im ersten Lebensjahr vor. Die Immunität nach Erkrankung hält nur 10 Jahre. Jugendliche und Erwachsene erkranken daher nicht selten erneut und können so eine - meist unerkannte - Ansteckungsquelle für junge Kinder sein, da der langwierige Husten bei ihnen nicht als Keuchhusten diagnostiziert wird.
Alle Säuglinge erhalten vier Impfungen gegen Pertussis zwischen dem 2. und 14. Lebensmonat, danach sind Auffrischimpfungen für Kinder mit 5-6 Jahren und für Jugendliche (9-17 Jahre) empfohlen. Weil Keuchhusten im Säuglingsalter besonders schwer verlaufen kann und die Kleinen keinen Nestschutz mitbekommen, ist die Keuchhusten-Impfung darüber hinaus für alle notwendig, die beruflich mit Säuglingen und Kleinkindern zu tun haben (Mitarbeiter in der Kinderheilkunde, Geburtshilfe, in Kindergärten oder Kinderheimen). Nicht geimpfte Frauen mit Kinderwunsch sollten sich vor der Schwangerschaft impfen lassen, ebenso enge Kontaktpersonen im Haushalt wie Eltern, Geschwister, Großeltern oder Babysitter. Eine einmalige Auffrischimpfung reicht; für die gleichzeitige Auffrischung des Tetanus- bzw. Diphtherie-Schutzes und ggf. gegen Polio stehen gut verträgliche Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Einen Einzelimpfstoff gegen Keuchhusten gibt es nicht.