Windpocken (Varizellen) zählen zu den klassischen "Kinderkrankheiten", verlaufen aber selbst im Kindesalter nicht immer harmlos. Stecken sich Erwachsene an, ist der Krankheitsverlauf oftmals schwer. Erkrankt eine Schwangere, bestehen Risiken für das Ungeborene (z.B. Organschäden). Bei Immungeschwächten verläuft eine Windpocken-Infektion sehr schwer, in manchen Fällen sogar tödlich. Wer als Kind Windpocken hatte, kann später an Gürtelrose erkranken. Denn Windpockenviren bleiben lebenslang in Nervenschaltstellen und können jederzeit aktiv werden. Gürtelrose tritt dann im Alter auf oder wenn andere Krankheiten das Immunsystem schwächen. Patienten mit Gürtelrose können andere mit Windpocken anstecken. Die Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion bei direktem Kontakt mit Kranken übertragen. Das Virus kann aber auch mit dem Luftstrom bis zu zehn Meter (daher der Name Windpocken) fliegen. Bläscheninhalt und Krusten sind ebenfalls infektiös. Typisch ist der Hautausschlag mit Bläschen, die später eintrocknen und verschorfen. Nach ein bis zwei Wochen fallen die Krusten ab. Bei Immungeschwächten kann sich das Virus auf innere Organe und Gehirn ausbreiten, bleibende Schäden und Todesfälle sind die Folge.
Die Windpocken-Impfung ist seit Juli 2004 für alle Kinder empfohlen. Sie wird wie die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) im Alter von 11 bis 14 Monaten verabreicht, entweder gleichzeitig mit der 1. MMR-Impfung oder frühestens 4 Wochen später. Mit einem Masern-Mumps-Röteln-Varizellen-Kombinationsimpfstoff können alle 4 Impfungen gleichzeitig gegeben werden (2 Mal im Abstand von 4, besser 6 Wochen).