Auszubildende

Auszubildende sind als zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte versicherungspflichtig in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Dies gilt hinsichtlich der Renten- und Arbeitslosenversicherung selbst dann, wenn sie kein Arbeitsentgelt erhalten sollten. Die Beiträge sind dann allein vom Arbeitgeber zu tragen und aus einem fiktiven monatlichen Arbeitsentgelt in Höhe von einem Prozent der monatlichen Bezugsgröße zu berechnen.

Wichtig: Die Geringfügigkeitsregelungen sind auf Beschäftigungen im Rahmen betrieblicher Berufsbildung nicht anzuwenden. Dieser Personenkreis ist also auch dann sozialversicherungspflichtig, wenn die Ausbildungsvergütung die Geringfügigkeitsgrenze (450 Euro) regelmäßig nicht überschreitet.

Meldungen

Für Auszubildende bestehen grundsätzlich dieselben Meldepflichten wie für alle anderen Arbeitnehmer auch. Als Personengruppenschlüssel kommen in Betracht:

102 = Auszubildende ohne besondere Merkmale

121 = Auszubildende, deren Arbeitsentgelt die Geringverdienergrenze von 325 Euro/Monat nicht übersteigt

122 = Auszubildende in einer außerbetrieblichen Einrichtung

Da Zeiten einer Berufsausbildung in der Rentenversicherung besonders bewertet werden, sind der Beginn und das Ende gesondert zu melden. Jedenfalls dann, wenn dem Berufsausbildungsverhältnis ein Beschäftigungsverhältnis bei demselben Arbeitgeber unmittelbar vorhergeht oder sich anschließt.

War ein Arbeitnehmer bereits unmittelbar vor Beginn der Berufsausbildung bei demselben Arbeitgeber beschäftigt, hat der Arbeitgeber das Ende des Beschäftigungsverhältnisses durch eine Abmeldung anzuzeigen. Der Beginn des Berufsausbildungsverhältnisses wird mit einer Anmeldung gemeldet. Ist der Beginn der Berufsausbildung nicht der erste Tag des Kalendermonats, kann anstelle der taggenauen Angabe der Erste des betreffenden Monats angegeben werden. Entsprechend gilt als Ende des Beschäftigungsverhältnisses der letzte Tag des vorhergehenden Kalendermonats. Allerdings ist dann bei der Abmeldung auch nur das Arbeitsentgelt einzutragen, das bis zu diesem Zeitpunkt erzielt wurde.

Wird ein Arbeitnehmer unmittelbar nach dem Ende der Berufsausbildung bei demselben Arbeitgeber weiter beschäftigt, hat der Arbeitgeber das Ende der Berufsausbildung durch eine Abmeldung anzuzeigen. Der Beginn des Beschäftigungsverhältnisses wird mit einer Anmeldung gemeldet. Liegt das Ende der Berufsausbildung im Laufe eines Kalendermonats, kann anstelle der taggenauen Angabe der letzte Tag des betreffenden Monats angegeben werden. Dementsprechend gilt als Beginn des Beschäftigungsverhältnisses der erste Tag des folgenden Kalendermonats. Bei der Abmeldung ist dann das bis zum Letzten des Monats erzielte Arbeitsentgelt einzutragen.

Beiträge

Die Beiträge, welche in die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung fließen, richten sich zum einen nach der Höhe der Ausbildungsvergütung. Zum anderen wird die Beitragshöhe vom Beitragssatz im jeweiligen Versicherungszweig bestimmt.

In der Krankenversicherung kommen zum Beitragsanteil des Auszubildenden noch Beiträge nach dem individuellen Zusatzbeitragssatz der jeweiligen Krankenkasse hinzu. Hieran ist der Arbeitgeber nicht beteiligt.

In der Pflegeversicherung müssen Kinderlose den sog. Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Prozentpunkten zahlen. Allerdings: Auszubildende sind von dieser Regelung meist nicht betroffen, da der PV-Beitragszuschlag erst ab dem vollendeten 23. Lebensjahr anfällt.

Eine weitere Besonderheit gilt für Sachsen: Im Zusammenhang mit der Einführung der Pflegeversicherung wurde – anders als in den übrigen Bundesländern – kein Feiertag gestrichen. Daher sind Arbeitnehmer bzw. Auszubildende hier stärker als zur Hälfte am Pflegeversicherungsbeitrag beteiligt.

Wichtig: Die sog. Gleitzonenregelung gilt für Aus­zubildende nicht, in allen Entgeltmeldungen (Ab-, Jahres-, Unterbrechungsmeldungen) ist das Feld „Gleitzone“ daher stets mit der Ziffer „0“ auszufüllen.

Ausnahme: Geringverdiener

Unter „Geringverdienern“ im Sinne der Sozialversicherung werden zur Berufsausbildung Beschäftigte verstanden, deren Arbeitsentgelt die Grenze von 325 Euro/Monat nicht übersteigt. In diesen Fällen muss der Ausbildungsbetrieb die Beiträge in voller Höhe übernehmen.

Von der Verpflichtung zur alleinigen Beitragstragung durch den Arbeitgeber wird auch der PV-Beitragszuschlag (0,25 %) sowie der KV-Zusatzbeitrag erfasst. Letzterer wird von Geringverdienern generell unter Berücksichtigung des durchschnittlichen anstelle des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes erhoben.

Etwas Besonderes gilt, wenn die Geringverdienergrenze ausnahmsweise in einem Monat überschritten wird. Dieser Fall kann eintreten, sofern zusätzlich zur Ausbildungsvergütung eine Sonderzahlung (z. B. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld) erfolgt. Ist das Gesamtentgelt höher als 325 Euro, dann kommen Ausbildungsbetrieb und Auszubildender aus dem übersteigenden Entgelt gemeinsam für die Beiträge auf. Bis zur Geringverdienergrenze bleibt es jedoch bei der alleinigen Beitragsaufbringung durch den Arbeitgeber.

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz bleibt maßgeblich, wenn die Geringverdienergrenze ausschließlich durch eine Sonderzahlung überschritten wird. Soweit die Beiträge aus dem übersteigenden Betrag auf den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz entfallen, tragen die Geringverdiener diese allein.