Best Practice

Am betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) der IKK classic haben bundesweit bereits mehrere tausend Betriebe teilgenommen. Welche Erfolge bereits erzielt wurden, erfahren Sie anhand einiger Beispiele für betriebliches Gesundheitsmanagement in der Praxis – vom kleinen handwerklichen Betrieb bis hin zu Firmen mit mehreren Hundert Beschäftigten.

Unsere Referenzen

Sie wünschen detaillierte Informationen zu den Maßnahmen bei den Referenzunternehmen ? 
Dann wenden Sie sich an Ihren IKK-Gesundheitsmanager vor Ort

Appenfelder GmbH (Fahrzeug und Karosserie Handel & Dienstleistung, 118 Beschäftigte)

Stressfaktoren im Betrieb nachhaltig reduziert

Appenfelder vertreibt seit mehr als 60 Jahren Flurförderzeuge wie Gabelstapler oder Hubwagen. Außerdem werden Fahrzeuge repariert und gewartet. Die Firma beschäftigt rund 120 Mitarbeiter, darunter 45 Techniker.

Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung stehen die Mitarbeiter psychisch und physisch unter Stress. Die Folge war lange ein hoher Krankenstand. Um Verbesserungen nachhaltig im Unternehmen zu verankern, wurde ein betriebliches Gesundheitsmanagement in Zusammenarbeit mit der IKK classic eingeführt.

Folgende Maßnahmen wurden umgesetzt:

- In bestimmten Arbeitsbereichen der Werkstatt und der Lackiererei wurde Jobrotation eingeführt.

- Besprechungen konnten effektiver gestaltet werden, indem Gesprächsrunden auf den verschiedenen Leitungsebenen eingeführt wurden.

- Es wurde ein Zeitfenster seitens der Werkstattleitung eingeführt, um Rückfragen möglichst schnell und effektiv zu bearbeiten.

- Alle Mitarbeiter haben an einem Stressmanagementseminar teilgenommen.

Durch systematisch erarbeitete Maßnahmen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit und physischen Entlastung konnten die Arbeitsprozesse im Service und Büro entscheidend verbessert werden.

Arbeiter-Samariter-Bund Königstein/Pirna e. V. (Dienstleistungsunternehmen, 335 Beschäftigte)

Mit unserem BGM neue Ziele und Prioritäten setzen

Als sozialer Dienstleister bietet der Arbeiter-Samariter-Bund Königstein/Pirna ein breit gefächertes Hilfsangebot von Pflege über Fahrdienste und Kinderbetreuung. In ihrer Trägerschaft befinden sich sieben Kindertagesstätten mit Kinderkrippe, Kindergarten und teilweise Hort, zwei Ganztagsbetreuungen und ein Kinderheim. Um gerade dieser Vielfalt als Dienstleister gerecht zu werden, führte der ASB betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ein.

Einen guten Einblick in die vorhandenen Probleme ermöglichte eine umfangreiche Mitarbeiterbefragung zu Arbeit und Gesundheit. Neben hohen körperlichen Belastungen stellten sich insbesondere in der Pflege, im Fahrdienst und in Kindereinrichtungen psychische Belastungsfaktoren als gesundheitliche Schwerpunkte heraus.

Folgende Maßnahmen werden für alle Mitarbeitenden erfolgreich umgesetzt bzw. auf den Weg gebracht:

- IKK-Trainings zu psychosozialen Belastungen oder arbeitsbedingten körperlichen Belastungen

- Ausgleichs- und Kräftigungsübungen, Vorführen von rückenfreundlichen Bewegungsabläufen

- Teilnahme während der Arbeitszeit

- Für die Führungskräfte des ASB wurden mehrere IKK-Seminare „Gesundes Führen“ durchgeführt

- Zur Förderung des Betriebsklimas gibt es nun regelmäßige Teamevents

- Es fanden Anpassungen von Prozessen und Arbeitsabläufen zur Stressreduktion statt

- Ein Pausenraum als Rückzugs- und Besprechungsort im Kita-Bereich wurde neu eingerichtet

- Eine Kita erhielt einen Fahrstuhl zum Transport von Mahlzeiten

- Höhenverstellbare Tische und Spezialstühle für die Kita-ErzieherInnen werden angeschafft

Beate Leiders e.K. Stautenhof (Bio-Hof, 45 Beschäftigte)

Biohof übernimmt Verantwortung

Zu Stautenhof gehören ein Bioladen mit Metzgerei, Käsetheke, Bäckerei, Küche-Bistro, Obst- und Gemüsebereich, die Landwirtschaft sowie Hühner und Schweine aus eigener Aufzucht.

„Corporate Social Responsibility (CSR)“ bedeutet, dass ein Unternehmen für die Auswirkungen seines wirtschaftlichen Handelns auf Gesellschaft, Umwelt und Mitarbeiter Verantwortung übernimmt. Als es um das Thema Gesundheit der Mitarbeiter ging, wurde die IKK classic ins Boot geholt. Um herauszufinden, wie es um die Gesundheit der Mitarbeiter stand, analysierte Mechtild Janßen, Gesundheitsmanagerin der IKK classic, die Arbeitssituation in gemischten Gruppen und über alle Ebenen hinweg.

Der Betrieb hat eine enorme Kundenfrequenz. Die gleichzeitig hohen Qualitätsansprüche und der Termindruck stellen deshalb große Anforderungen an ein gut funktionierendes Team. Mitarbeiter und Führungskräfte bewerteten den Zusammenhang zwischen Stress und Arbeitsorganisation, suchten nach Lösungen und übten Möglichkeiten der Entspannung. Nun durchlaufen zum Beispiel neue Mitarbeiter am Anfang erst einmal alle Arbeitsbereiche, bevor sie an ihrem eigentlichen Arbeitsplatz eingesetzt werden. Das fördert das Wir-Gefühl. Das Seminar „Gesundes Führen“ steigerte das gemeinsame Führungsverständnis der Vorgesetzten weiter und strukturierte Mitarbeitergespräche geben den Beschäftigten noch mehr Sicherheit. 

Paracelsus Klinik Am Schillergarten (Gesundheitswesen, 125 Beschäftigte)

Alle ziehen an einem Strang

In Zeiten von Fachkräftemangel, der Verschiebung des Renteneintrittsalters und der Zunahme an psychischen Belastungen ist es heute für Arbeitgeber wichtiger als je zuvor, sich aktiv für die Gesundheitsförderung seiner Beschäftigten einzusetzen. Das war auch Anliegen der Verantwortlichen der Paracelsus Klinik Bad Elster.

Die Auswertung der Arbeitsunfähigkeitsdaten gab eine erste Orientierung. Mithilfe der Mitarbeiterbefragung, kombiniert mit einer betriebsinternen Gesundheitsbefragung, wurden die wichtigsten gesundheitsrelevanten Themen für den Betrieb identifiziert. Stress, Wertschätzung und Kommunikation standen dabei im Mittelpunkt. Bereits in den ersten sechs Monaten wurde fast der komplette Zielkatalog umgesetzt:

- Kurse zur Stressbewältigung und ein Führungskräfteseminar

- Verbesserung von Raumluft- und Lichtverhältnissen

- Gestaltung eines Pausenraums und Anschaffung von frei nutzbaren Wasserspendern

- Verbesserte Kommunikationsstrukturen sowie Durchführung von Supervisionen

Der Erfolg ist schon deutlich sichtbar. Höhere Arbeitszufriedenheit und weniger Fehltage durch Krankheit zeigen, dass sich die Maßnahmen gelohnt haben. Deshalb wird es auch weiterhin Angebote zur Gesundheitsförderung geben.

Ralf Matenaer (Dachdeckerbetrieb, 7 Mitarbeiter)

Moderne Maschinen und rückenfreundliche Ausgleichsübungen

Das Unternehmen wurde 1974 als Lohnschleiferei gegründet. Als 2015 eine neue Geschäftsführung übernahm, stand das Thema Gesundheit bald schon auf der Agenda. Die Mitarbeiter waren in der Werkstatt Lärm, Zugluft und unterschiedlichen Gerüchen ausgesetzt. Die körperliche Belastung beim Heben von schweren Teilen verursachte Rückenprobleme. Nach einem ersten Gespräch mit IKK-Gesundheitsmanagerin Birte Erdmann wurde ein BGM-Fahrplan erstellt.

Auf Grundlage einer Arbeitsplatzanalyse fand ein Workshop statt, in dem die Mitarbeiter für die Arbeitsbelastungen sensibilisiert wurden. Es wurden schonenden Arbeitstechniken erläutert sowie Ausgleichs- und Kräftigungsübungen gezeigt. Zusätzlich investierte die Firma in einen Deckenkran. Zuvor mussten die schweren Werkstücke mit viel Kraft bewegt und in belastenden Positionen bearbeitet werden. Diese Arbeit übernimmt nun die Maschine. Der Austausch einer alten durch eine moderne Hydraulikpumpe verringerte den Lärm. Das Klima verbesserte sich durch Erneuerung von zwei Abluftanlagen (Lüftungsanlagen).

Aber es gibt noch viel zu tun, denn trotz der deutlichen Reduzierung von Lärm bleibt Lärmschutz ein fortwährendes Thema. Außerdem sollen in Zukunft Stehhilfen genutzt, Arbeitshöhen besser beachtet, mehr Bewegungsfreiraum geschaffen und der Kran für Lasten häufiger genutzt werden.

TAKATA Sachsen GmbH (Automobilzulieferer, ca. 400 Beschäftigte)

Mehr als 400 Mitarbeiter bauen in Elterlein / Sachsen im Dreischichtsystem Airbags. Die Firma möchte ihre Fachkräfte so lange wie möglich im Unternehmen halten, wohl wissend, dass diese älter werden und sie die körperlichen Belastungen zunehmend mehr beanspruchen.

Zentrales Moment in BGM-Prozess war die Einrichtung einer Arbeitsgruppe Gesundheit. Diese wurde besetzt mit Vertretern der Belegschaft, des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, der Betriebsleitung, der Personalabteilung und der IKK classic. Viele Maßnahmen konnten seitdem erfolgreich umgesetzt werden: So wurde ein eigener betriebsinterner Bewegungsraum eingerichtet, in dem regelmäßig Gesundheitskurse stattfinden. Mitarbeiter nehmen an Firmenläufen teil und erhalten Unterstützung durch den Betrieb. Die gesundheitsgerechte Verpflegung wird regelmäßig thematisiert, der Obsteinkauf ist betrieblich geregelt.