Energie statt Stress – Viel arbeiten und trotzdem gut leben

Stressquellen liegen in der heutigen Arbeitswelt nicht unbedingt in einem Zuviel an Arbeit. Vielmehr führen Arbeitsverdichtung, komplexere Arbeitsabläufe, neue Anforderungen und nicht zuletzt auch gestiegene Kundenerwartungen zu verstärktem Druck am Arbeitsplatz – auch im Handwerk. So sind psychische Erkrankungen bereits die vierthäufigste Diagnose bei Krankschreibungen.

„Besorgniserregend ist auch die Dauer der Ausfälle durch solche Erkrankungen – mit 29 Tagen sind es mehr als doppelt so viel Tage wie der Durchschnitt von 13 Tagen“, wie Roland Schwarz, Regionalgeschäftsführer der IKK classic, beim Tagesseminar „Energie statt Stress: Viel arbeiten und trotzdem gut leben“ für Führungskräfte und Ehrenamtsträger aus dem Handwerk im Quadrium in Wernau betonte. Gemeinsames Ziel von Krankenkasse und Handwerk seien gesunde und damit wettbewerbsfähige Handwerksbetriebe. Anleitungen dazu gab Motivationsexpertin und TV-Moderatorin Dr. Sabine Schonert-Hirz, die sich selbst „Dr. Stress“ nennt und den 20 Teilnehmern aus der Region Esslingen-Göppingen  Wissen, Instrumente und Methoden an die Hand gab, um zielorientiert gegen zu viel Stress vorgehen zu können.

„Stress ist wichtig und nützlich“, unterstrich „Dr. Stress“. Er ist „eine Fähigkeit, schnell die Muskulatur zu aktivieren, wenn das Gehirn erkennt, es ist notwendig.“ Insofern habe Stress sich in der Evolution über Jahrtausende bewährt. Damit Stress – sowohl positiver als auch negativer – nicht schädlich wird, ist es laut der Expertin jedoch notwendig, ihn auszubalancieren.

Symptome für eine ungenügende Stressbalance zeigen sich auf geistigem, emotionalem, körperlichem und sozialem Level: in Form von schlechter Konzentration, schlechter Laune, schlechtem Schlaf und schlechten Beziehungen. Wenn dieser Symptome länger als drei Wochen andauern, gelte es gegenzusteuern, sagte Dr. Schonert-Hirz, und gab den Teilnehmern dafür ihre „fünf Starkmacher“ an die Hand: „Geh spazieren! Geh früher ins Bett! Plane dir schöne Erlebnisse ein! Weg mit dem Perfektionismus! Löse deine Probleme!“

Vor allem für Führungskräfte ist es laut Dr. Schonert-Hirz besonders wichtig, ihre Stressbalance in den Griff zu bekommen, denn „ein gestresster Chef steckt an und ist eine Belastung für seine Mitarbeiter.“

Stressfaktoren im Arbeitsalltag ausfindig machen und gegen sie anzugehen, dabei kann Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) helfen. IKK-Gesundheitsmanagerin Sybille Fink stellte die niedrigschwelligen Angebote der IKK classic vor, die es auch kleinen Unternehmen ermöglichen, zielgerichtet Zeit in die Gesundheit der Mitarbeiter zu investieren. Dass sich Engagement im Bereich BGM für alle lohnt, ist für die Gesundheitsexpertin klar: „Die Gesundheit der Mitarbeiter ist für Betriebe ein wichtiger Erfolgsfaktor.“ Außerdem sei ein Betrieb, der sich um seine Mitarbeiter kümmere, attraktiv für eventuelle Bewerber.

In manchen Fällen ist es jedoch zu spät für die „fünf Starkmacher“ und Änderungen im Arbeitsumfeld. Merken Chefin oder Chef, dass sich ein Mitarbeiter verändert und der Stress in eine psychische Erkrankung zu münden droht, dann gebietet es die Fürsorgepflicht einzuschreiten. Neben anderen Interventionsmöglichkeiten stellte Dr. Schonert-Hirz insbesondere den Fürsorgeprozess vor, der bei wiederholtem Anlass zur Sorge einsetzen sollte. Dazu zwingend notwendig sei eine handschriftliche Dokumentation der Veränderungen oder Probleme über drei bis acht Wochen und darauf folgend wiederholte Fürsorge-Gespräche, die der Ursachen- und Lösungsfindung dienen. Dabei warnte die Expertin davor, persönliche Probleme des Mitarbeiters hobbypsychologisch lösen zu wollen: „Das muss der Fachmann machen!“. Die Führungsperson könne lediglich Unterstützung bei beruflichen Ursachen anbieten und ansonsten darauf drängen, dass der Betroffene zum Arzt oder Psychologen geht.

Unter www.ikk-classic.de/betriebliches-gesundheitsmanagement gibt es ausführliche Informationen rund um das Thema Gesundheit im Betrieb. Unter der E-Mail-Adresse bgm@ikk-classic.de können Betriebe Kontakt zu den Gesundheitsmanagern der IKK classic aufnehmen und ein persönliches Gespräch vereinbaren.

Baden-Württemberg

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