IKK classic analysiert Arbeitsunfähigkeitsdaten

Handwerker im Land älter, aber fitter - Krankheitstage gingen 2017 erneut zurücklassen

Gute Nachrichten für das Handwerk in Baden-Württemberg: Der Krankenstand ist bei den Handwerkern im Ländle erneut gesunken und lag 2017 bei 4,6 Prozent – nach 4,8 Prozent im Jahr 2016 und 4,9 Prozent im Jahr 2015. Auch im bundesdeutschen Vergleich ist das hiesige Handwerk gesünder: der Krankenstand im gesamtdeutschen Handwerk lag 2017 bei 5,2 Prozent.

Dabei waren die baden-württembergischen Handwerker im Vergleich nicht nur kürzer krank, wenn sie denn krank waren. Im vergangenen Jahr ist auch die Gesundheitsquote, die den Anteil der Arbeitnehmer ohne krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeiten anzeigt, aufs Neue deutlich gestiegen: „2017 waren 46,7 Prozent der im Handwerk Beschäftigten im Land keinen einzigen Tag krankgeschrieben“, fasst Rainer Beckert, Landesgeschäftsführer der IKK classic, den aktuellen Arbeitsunfähigkeitsbericht der größten deutschen Handwerkerkrankenkasse zusammen. „2016 hatte dieser Wert bei 43,2 Prozent gelegen.“ Auch der Vergleich mit den bundesweiten Zahlen fällt für Baden-Württemberg positiv aus: Bezogen auf alle Handwerkerkunden der IKK classic gesamt lag die Gesundheitsquote 2017 ebenfalls bei 43,2 Prozent.

Allerdings liegt der Anteil der Langzeiterkrankungen am Krankheitsgeschehen im Land vergleichsweise hoch: „50,4 Prozent aller Krankheitstage wurde 2017 von Arbeitsunfähigkeiten verursacht, die länger als 42 Tage andauerten“, erläutert Beckert.

Dass in Baden-Württemberg viele Handwerker mit Langzeiterkrankungen zu kämpfen haben, liegt auch an der älter werdenden Gesellschaft. Jüngere Mitarbeiter sind zwar häufiger, aber meistens nur kurz arbeitsunfähig. Ältere Mitarbeiter sind seltener krank, dann aber häufig für einen längeren Zeitraum, weil die Erkrankungen schwerwiegender und oftmals chronisch sind. Wie in der gesamten Gesellschaft steigt auch das Durchschnittsalter bei den im heimischen Handwerk beschäftigten Arbeitnehmern kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr war der bei der IKK classic versicherte durchschnittliche Handwerker in Baden-Württemberg 42,1 Jahre alt, 2016 war er noch einen Monat (= 42,1 Jahre) und 2013 sogar über ein ganzes Jahr (= 40,9 Jahre) jünger.

 

Rückenprobleme verursachen die meisten

Den mit Abstand größten Anteil an allen krankheitsbedingten Ausfallzeiten im baden-württembergischen Handwerk im Jahr 2017 haben mit 31,3 Prozent Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems (2016: 31,6 Prozent). Das ist nicht neu. Seit Jahren führen entsprechende Erkrankungen quer durch alle Branchen die Fehlzeitenstatistiken an. „Ihr Anteil ist in Baden-Württemberg aber höher als im Bundesdurchschnitt, der im vergangenen Jahr bei der IKK classic bei 29,9 Prozent lag“, präzisiert Beckert. Demgegenüber scheint die Arbeit im hiesigen Handwerk weniger psychisch belastend zu sein – oder die baden-württembergischen Handwerker haben eine stabilere Psyche: Der Anteil der psychischen Erkrankungen lag im Land bei 8,5 Prozent, beim gesamtdeutschen Handwerk dagegen bei 9,4 Prozent.

Handwerker haben stärker mit Rückenproblemen zu kämpfen. Eine Ursache sind die körperlichen Belastungen, denen sie ausgesetzt sind – trotz moderner Hilfsmittel: schwere Gegenstände müssen bewegt werden, oftmals verlangen Arbeitsabläufe rückenunfreundliche Zwangshaltungen oder Routinetätigkeiten fördern einseitige Körperbelastungen. „Das bietet aber einen guten Ansatz für betriebliches Gesundheitsmanagement, mit dem personelle Ressourcen geschützt und Fehlzeiten im Betrieb nachhaltig gesenkt werden können“, erklärt Beckert.

Die IKK classic bietet dabei praxisnahe Unterstützung. Mit Experten, Seminaren und viel Engagement hilft die Handwerkerkrankenkasse, Unternehmen rückenfit zu machen. Betriebsinhaber und Führungskräfte, die aktiv werden und von der Erfahrung der IKK classic-Gesundheitsberater profitieren möchten, können sich unverbindlich beraten lassen. Weitere Informationen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement der IKK classic und Kontaktmöglichkeiten finden Interessierte im Internet unter www.ikk-classic.de/BGM.

Baden-Württemberg

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