Sechs Hepatitis-C-Fälle im Kreis Reutlingen

In Deutschland leben etwa 300 000 Menschen mit Hepatitis C, schätzte das Bundesgesundheitsministerium 2016. Nur eine Minderheit wurde bereits diagnostiziert. Auch im Kreis Reutlingen treten immer wieder Fälle der inzwischen heilbaren Krankheit auf.

In diesem Jahr wurde bisher bei sechs Menschen aus dem Landkreis das Hepatitis-C-Virus diagnostiziert. Im Gesamtjahr 2017 gab es 14 Neuinfektionen, im Jahr 2016 waren es 17 und im Jahr 2015 zehn. Das berichtet die Krankenkasse IKK classic und beruft sich auf aktuelle Daten des Robert-Koch-Instituts. 

„Eine Infektion mit Hepatitis C verläuft meist ohne eindeutige Krankheitszeichen. Die leberschädigende Erkrankung kann so über Jahre hinweg unentdeckt bleiben und wird häufig nur zufällig festgestellt, etwa bei einer Blutspende oder im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung“, sagt Herbert Raach, Regionalgeschäftsführer der IKK classic. Nur bei einem Drittel der Hepatitis-C-Infizierten zeigten sich grippeähnliche Symptome und Druckschmerzen im rechten Oberbauch. In seltenen Fällen trete eine Gelbsucht auf. 

Lebererkrankungen mit Hepatitis-C-Viren gehören weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO infizieren sich jährlich bis zu vier Millionen Menschen mit dem Virus. Die Ansteckung erfolgt über infiziertes Blut, das in die Blutbahn oder in die Schleimhäute eindringt. Gefährdet sind zum Beispiel Menschen, die vor 1991 Blutprodukte bekommen haben, Mitarbeiter im Gesundheitssystem, die mit Blut und Blutprodukten in Kontakt kommen, Neugeborene infizierter Mütter, Menschen, die in der Vergangenheit Drogen gespritzt oder geschnüffelt haben, und Menschen, die sich unter unsterilen Bedingungen tätowieren oder piercen lassen, erläutert die Deutsche Leberhilfe e.V.

Anders als gegen Hepatitis A und B gibt es gegen Hepatitis C bislang keine Impfung, da dieses Virus sehr wandlungsfähig ist und sein Erbgut immer wieder verändern kann. Die Erkrankung lässt sich aber dank neuer Medikamente meist gut behandeln und ist mittlerweile auch heilbar.

Baden-Württemberg

Bettina Uhrmann
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