Pflegende Angehörige benötigen Auszeit

Mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen im Land werden zu Hause versorgt – Aktionsbündnis Kurzzeitpflege unterstützt Pflegende.

Die Zahl der Pflegebedürftigen im Land ist seit Ende des letzten Jahrtausends um mehr als die Hälfte gestiegen: Im Jahr 1999 verzeichnete das Statistische Landesamt 210.837 Pflegebedürftige, im Jahr 2015 (das ist der letzte verfügbare Wert) waren es mit 328.297 Menschen fast 56 Prozent mehr. „Durch den demographischen Wandel wird die Zahl weiter zunehmen“, betont Rainer Beckert, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Baden-Württemberg. „Dabei werden mehr als zwei Drittel dieser Menschen zu Hause gepflegt, meistens von ihren Angehörigen.“ Beckert begrüßt deshalb das „Aktionsbündnis Kurzzeitpflege“, das die Landesregierung aktuell ins Leben gerufen hat und das Pflegebedürftige unterstützen und pflegende Angehörige entlasten soll.

Knapp 70 Prozent der Pflegebedürftigen im Land werden in den eigenen vier Wänden betreut, fast drei Viertel davon von den eigenen Angehörigen – ohne Unterstützung von ambulanten Pflegediensten. Menschen, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, verzichten allerdings häufig aus Sorge um deren Wohlergehen auf Erholungsurlaub. „Oft wissen Betroffene nicht, dass die gesetzliche Pflegeversicherung für so eine Situation Hilfe anbietet“, erläutert Beckert.

Mit Leistungen aus der Pflegeversicherung wird eine Verhinderungspflege zu Hause oder eine Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung bezuschusst. Seit 1999 hat sich die Zahl der Kurzzeitpflege-Fälle fast vervierfacht – auf 3.503 im Jahr 2015. „Dennoch benötigen wir dringend weitere Plätze“, sagt Beckert. „Das ist zum Beispiel auch für ältere Menschen wichtig, die nach einem Krankenhausaufenthalt noch nicht gleich nach Hause zurückkehren können, weil sie noch nicht wieder fit genug sind, um sich zu versorgen.“

Das „Aktionsbündnis Kurzzeitpflege“, an dem auch die IKK classic beteiligt ist, will deshalb mittels Kurzzeitpflege auch die dafür sorgen, dass die therapeutische und rehabilitative Nachsorge im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt gewährleistet ist. Das Land stellt für die Einrichtung von neuen solitären Kurzzeitpflegeeinrichtungen Fördermittel in Höhe von 7,6 Millionen Euro zur Verfügung. Nähere Informationen zum „Aktionsbündnis Kurzzeitpflege“ gibt es auf der Internetseite der Landesregierung unter www.baden-wuerttemberg.de unter Service/Presse/Pressemitteilung.

Baden-Württemberg

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