Jahn-Realschüler gehen gesund und selbstbestimmt ins Leben

Pilotprojekt „Stark in die Zukunft“

Gute Noten schreiben, sich die Zeit einteilen, wenn viele Klassenarbeiten anstehen, einen Ausbildungsplatz finden, Freizeit und Schule unter einen Hut bringen – wenn der Schulabschluss näher rückt, geraten viele Schülerinnen und Schüler ordentlich unter Druck. Wenn dann noch Probleme im Elternhaus oder mit Freunden dazukommen, fällt es manchen zunehmend schwer, sich zu motivieren, nach Fehlschlägen weiterzumachen und positiv in die Zukunft zu blicken. Immerhin 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren zeigen bereits psychische Auffälligkeiten. Um ihre Schüler fit zu machen für die Herausforderungen des Lebens, hat die Jahn-Realschule in Bad Cannstatt nun an einem Pilotprogramm der IKK classic und der cco netzwerke GmbH – Institut für Organisations- und Persönlichkeitsentwicklung teilgenommen.

„Das sind Dinge, mit denen sich kein Schüler befasst. Persönlichkeitsentwicklung zum Beispiel“, sagt Ferhad (17). Er beurteilt die Inhalte des Programms als „sehr interessant“ und „sehr wichtig für unser Leben.“ Seine Klassenkameradinnen und –kameraden stimmen dem vorbehaltlos zu und beschreiben, was sie aus dem Projekt mitgenommen haben. Danira (16) zum Beispiel fällt es jetzt leichter, nicht gleich aufzugeben, wenn was nicht klappt. Lukas (17) hat erkannt, dass man manchmal Dinge einfach so nehmen muss wie sie sind – „wie das Wetter, das kann man auch nicht ändern.“ Vasi (14) hat aus dem Projekt gelernt, sich Hilfe zu holen, und Sofia (15) weiß jetzt, dass es wichtig ist, positiv zu denken.

Gemeinsam mit Ann-Kathrin Decker von cco netzwerke GmbH und unterstützt von Schulsozialarbeiterin Agnieszka Sliwka von der Evangelischen Jugend Stuttgart hat sich die Klasse sechs Wochen lang mit Resilienz – der „Stehaufmännchen-Kompetenz“ – und Selbstwirksamkeit beschäftigt. Die Begriffe klingen abstrakt, doch die Jugendlichen haben das Erlernte konkret in ihr Alltagsleben integriert und wissen jetzt, wie sie sich selbst motivieren, welche Stärken sie haben und wie sie Herausforderungen annehmen und bewältigen können.

„Ich habe das Projekt „Stark in die Zukunft“ als Bereicherung für meine Klasse empfunden“, unterstreicht Klassenlehrerin Melanie Krätzl. „Die Schülerinnen und Schüler haben hier konkrete Hilfen an die Hand bekommen, um mit auftretenden Konflikten in ihrem weiteren Berufsleben umzugehen.“ Um diese Kompetenzen strukturiert zu erlernen und einzuüben, fehlt im Schulalltag in den allermeisten Schulen die Zeit. Schulsozialarbeiterin Sliwka ist deshalb „dankbar, wenn auch mal eine Fachkraft von außen an die Schule kommt und die Jugendlichen begleitet“.

Das Programm „Stark in die Zukunft“ hat zum Ziel, die psychosoziale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern zu stärken und sie zu befähigen, ihr Leben gesundheitsförderlich zu gestalten und sich selbstbestimmt entwickeln zu können. „Um das zu erreichen, sind die einzelnen Module darauf ausgerichtet, die Selbstreflexion anzuregen und die Eigenverantwortlichkeit zu stärken“, erläutert Maritta Goll, Leiterin des Fachbereichs Prävention bei der IKK classic – eine der ersten Krankenkassen, die sich bei Jugendlichen dieser Altersklasse präventiv engagiert. Die Schule kann aus verschiedenen Bausteinen diejenigen auswählen, die am besten für die jeweilige Klasse passen: Resilienz, Selbstwirksamkeit, Stress, Selbstmanagement, Konfliktlösung und Kommunikation. Das Programm kann über vier oder sechs Wochen laufen.

Ganz wichtig ist Ann-Kathrin Decker die Nachhaltigkeit des Programms. Die Jahn-Realschule plant deshalb, im kommenden Schuljahr ein weiteres Modul des Programms durchzuführen. „Am Ende bieten wir auch Multiplikatorenschulungen für Lehrer an“, sagt die Psychologin. Das Programm ist vornehmlich für Real-, Werkreal- sowie Gemeinschaftsschulen konzipiert, vorzugsweise für die Klassen 8 bis 10. Interessierte Schulen können sich bei Ann-Kathrin Decker, Tel. 0175 5959948, ak.decker@cco-netzwerke.de oder bei Maritta Goll, Tel. 07141 9416-45011, maritta.goll@ikk-classic.de informieren.

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Mit Unterstützung gestärkt in die Zukunft: Vasi, Lukas, Danira, Ferhad und Sofia mit Schulsozialarbeiterin Agnieszka Sliwka (links) und Psychologin Ann-Kathrin Decker (rechts).

Foto: IKK classic

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