Bayerische Demenzwoche: Aktivierungstherapie beschreitet neue Wege in Nürnberg

Aktivierungstherapie MAKS® stabilisiert kognitive und alltagspraktische Fähigkeiten von Menschen mit leichter und mittelschwerer Demenz. Fortbildungsangebote der IKK classic.       
 
Die meisten Formen der Demenz sind langsam fortschreitend und bisher gibt es keine Therapie, die die Krankheit langfristig zum Stillstand bringt. Vor diesem Hintergrund sind die Erfolge, die mit der sogenannten MAKS®-Therapie in zwei wissenschaftlichen Studien erzielt werden konnten, durchaus beachtlich. Die Aktivierungstherapie baut auf vier Modulen auf (motorisch, alltagspraktisch, kognitiv, sozial), aus deren Anfangsbuchstaben sich auch der Name der Therapie zusammensetzt. Sie verzichtet auf Medikamente und richtet sich an Menschen mit leichter und mittelschwerer Demenz. Entwickelt wurde sie von Professor Elmar Gräßel, Leiter des Zentrums für medizinische Versorgungsforschung der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen. „MAKS® umfasst genau die vier Kompetenzen, die gesunde Menschen ganz nebenbei in ihrem Alltag anwenden, beispielsweise bei der Arbeit. Demenz-Patienten fällt das jedoch zunehmend schwer: Wer nicht mehr richtig rechnen kann, wird irgendwann auch nicht mehr einkaufen gehen, wer die Gesichter von Bekannten vergisst, gesellige Anlässe meiden. Dieser Mechanismus beschleunigt sich mit Fortschreiten der Krankheit und die Betroffenen ziehen sich immer mehr zurück“, sagt Professor Gräßel.  
 
In beiden wissenschaftlichen Studien blieben die kognitiven und alltagspraktischen Fähigkeiten der Teilnehmer während des Anwendungszeitraums von MAKS® durchschnittlich auf dem Ausgangsniveau. In den Kontrollgruppen ließen sie im entsprechenden Zeitraum signifikant nach.  
 
MAKS® setzt auf die Kombination unterschiedlicher Beanspruchungen, deshalb werden alle vier Module in jeder Therapieeinheit nacheinander durchgeführt. Die Therapieeinheiten erstrecken sich über zwei Stunden, sollten wöchentlich erfolgen und werden von ausgebildeten MAKS®Therapeuten durchgeführt. Das oberste Ziel der MAKS®-Therapie besteht darin, Menschen mit Gedächtniseinschränkungen im Alter langfristig, intensiv und wirksam zu fördern, um deren kognitive und alltagspraktische Fähigkeiten zu stabilisieren. Auf diesem Weg soll die Selbstständigkeit der Betroffenen weitestgehend erhalten und das Alltagsbefinden sowie deren Lebensqualität möglichst gut und stabil gehalten werden.  
 
Franken bilden sich zum MAKS®-Therapeuten fort

Am 17. und 18. September 2019 trafen sich 14 Pflege- und Betreuungskräfte in den Räumen der Kreishandwerkerschaft Nürnberg, um sich zum zertifizierten MAKS®-Therapeuten ausbilden zu lassen. Organisiert und finanziert wird die Fortbildungsmaßnahme von der Innungskrankenkasse IKK classic in Kooperation mit dem Zertifizierungsinstitut ClarCert. „Wir sind überzeugt, dass sich durch diese multimodale, nicht-medikamentöse Therapie die Lebensqualität von Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz merklich verbessert“, sagt Martin Heck, Leiter Referat Prävention bei der IKK classic. „Deshalb unterstützen wir stationäre und teilstationäre Pflegeeinrichtungen bei der Schulung des Personals und übernehmen dafür auch die Kosten.“ 
 
Referentin Silvia Kern ist Diplom-Sozialpädagogin und Gerontologin und arbeitet selbst in einer Einrichtung für Senioren. Die zertifizierte Fortbildung ist in zwei Ausbildungsabschnitte gegliedert. An den ersten beiden Tagen lernen die Teilnehmer neben Grundlagen des Krankheitsbildes alle vier Therapie-Module kennen und führen einzelne Übungen selbst aus. Von diesem Part erwartete sich auch Teilnehmerin Birgit Fuckerer einiges: „Ich bin hier, um mehr Hintergrundwissen zum Thema Demenz zu bekommen, das ich dann auch in der Arbeit gut anwenden kann.“ Der dritte Seminartag findet einige Monate später als Reflexions- und Wiederholungseinheit statt. Am Ende der Fortbildung sind die Teilnehmer in der Lage, Therapiestunden eigenständig zu planen und durchzuführen.  
 
Weitere Informationen über die Fortbildung zum MAKS®-Therapeuten erhalten Sie von Sabine Tast, Gesundheitsmanagerin der IKK classic, per E-Mail an sabine.tast@ikk-classic.de oder telefonisch unter 0931 30807-35041. 

Bildmaterial

Die Qualifizierung zum MAKS®-Therapeuten erfolgt in kleinen Gruppen mit bis zu 16 Teilnehmern.

Bildquelle: IKK classic

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Die Fortbildung zum MAKS®-Therapeuten beinhaltet auch praktische Übungen.

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