Weltkindertag: Gesunder Start ins Leben

Gesetzlicher Anspruch auf Vorsorge: Kinder- und Jugenduntersuchungen können Krankheiten und Entwicklungsstörungen frühzeitig aufdecken.

Bayerns Kinder erfreuen sich guter Gesundheit – das legen zumindest die Zahlen der KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts nahe. Darin schätzen mehr als 95 Prozent der Eltern den Gesundheitszustand ihrer Kinder (3-17 Jahre) als „sehr gut“ oder „gut“ ein. Insgesamt lebten Ende 2017 rund 2,1 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Bayern. Sie alle haben ein gesetzlich verankertes Recht auf ärztliche Vorsorgeuntersuchungen. Die sogenannten U-Untersuchungen dienen dazu, Krankheiten und Entwicklungsstörungen möglichst frühzeitig zu erkennen. Sie beginnen direkt nach der Geburt (U1) und schließen im Alter von 5 oder 6 Jahren mit der U9 ab. Im Jugendalter besteht dann noch einmal der Anspruch auf eine Vorsorgeuntersuchung, die sogenannte J1. Die Kosten für diese Untersuchungen übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen.

Die U-Untersuchungen im Überblick

U1: Direkt nach der Geburt prüfen Ärzte die Vitalität des Neugeborenen, stellen mögliche äußere Fehlbildungen fest und führen ein HörScreening durch.
U2: Zwischen dem 3. und 14. Lebenstag werden der Bewegungsapparat, die Organe und das Nervensystem des Babys gecheckt. Teil der U2 ist auch ein Bluttest auf zwei Hormon- und zwölf Stoffwechselkrankheiten.
U3: Diese Untersuchung wiederholt zwischen der 4. und 5. Lebenswoche die körperlichen Tests der U2 und prüft etwaige Maßnahmen auf deren Wirksamkeit. Zudem werden der Ernährungszustand, das Gewicht, Hörvermögen und Augenreaktion getestet. Eine Ultraschalluntersuchung der Hüfte soll mögliche Fehlentwicklungen der Hüftgelenke frühzeitig aufdecken.
U4: Motorik, Skelett und Nervensystem stehen im Mittelpunkt der vierten U-Untersuchung, die zwischen dem 3. und 4. Lebensmonat stattfindet. So kontrolliert der Kinderarzt beispielsweise, ob das Baby in der Lage ist, den Kopf kurz hochzuhalten, wenn es auf dem Bauch liegt.
U5: Ist das Kind ein halbes Jahr alt, werden seine Bewegungsmöglichkeiten und seine Geschicklichkeit unter die Lupe genommen: Stützt sich das Kind in der Bauchlage mit geöffneten Händen ab? Kann es mit den Händen greifen? Zudem erhalten Eltern in dieser Untersuchung auch Tipps zur Mundhygiene und zahnschonenden Ernährung.
U6: Die letzte Untersuchung im ersten Lebensjahr (10.-12. Lebensmonat) richtet sich auf alle körperlichen und seelischen Merkmale: Sitzen, Krabbeln, Essen, Hören und Sprechen.
U7: Im zweiten Lebensjahr (21.-24. Lebensmonat) prüft der Kinderarzt, ob das Kind alleine gehen, sich bücken und wieder aufrichten kann, ob es richtig sieht und hört. Zudem wird die Sprachentwicklung genauer betrachtet.
U7a: Diese Untersuchung ist relativ neu (Juli 2008) und erfolgt etwa im 36. Lebensmonat. Neben der Sprachentwicklung richtet sie den Blick auch auf mögliche Sozialisations- und Verhaltensstörungen.
U8: Bis zu dieser Untersuchung, die zwischen dem 43. und 48. Lebensmonat stattfindet, sollte ein Kind alleine essen und konzentriert mit anderen Kindern spielen können. Auch die Organe sowie das Sehund Hörvermögen werden noch einmal gecheckt.
U9: Zum Abschluss der Früherkennungsuntersuchungen kurz nach dem 5. Geburtstag (60.-64. Lebensmonat) wird die Schulfähigkeit des Kindes überprüft. Zudem checkt der Arzt noch einmal, ob Haltungs-, Hör- oder Sehfehler vorliegen.

Im Alter von 13 Jahren haben Jugendliche wieder Anspruch auf eine Vorsorgeuntersuchung. Ein Schwerpunkt ist die körperliche Entwicklung: vom Skelett über das Gewicht bis hin zur Pubertät. Der Arzt beurteilt aber auch die psychische Verfassung des Jugendlichen – z.B. ob eine Essstörung vorliegt – und spricht mit ihm oder ihr über die Risiken von Suchtmitteln und beantwortet Fragen zu Sexualität und Pubertät. Den Zeitraum zwischen U9 und J1 sollen die beiden Untersuchungen U10 und U11 überbrücken. Sie sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die IKK classic erstattet die Kosten (bis 61 Euro) aber im Rahmen ihres Gesundheitskontos. Das gleiche gilt auch für die zweite Jugenduntersuchung (J2), bei der im Alter von 16 bis 17 Jahren Themen rund um die Gesundheit und die entsprechende Lebensgestaltung besprochen werden können.

Bayern

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