In Hamburg arbeiten immer mehr Menschen über 65 Jahren

Zahl der älteren Erwerbstätigen ist in einem Jahr um 1.115 gestiegen – Ursachen und Dauer von Arbeitsunfähigkeiten verändern sich mit dem Alter – betriebliche Gesundheitsförderung gewinnt an Bedeutung.

Hamburg, 8. Februar 2017. - In den Hamburger Betrieben nimmt die Zahl der älteren Arbeitnehmer deutlich zu. Waren im Juni 2015 noch 7.739 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Altersgruppe der über 65-Jährigen beruflich aktiv, stieg die Zahl innerhalb eines Jahres bis Juni 2016 um 9,8 Prozent auf 8.500 an. Zudem bessern immer mehr Hamburger über 65 Jahre ihr Einkommen durch eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (monatliches Einkommen bis 450 Euro) auf: Die Anzahl der älteren Minijobber legte im gleichen Zeitraum um 1,8 Prozent auf 19.958 Personen zu (Juni 2015: 19.604). Das ergab eine Auswertung der Krankenkasse IKK classic anhand von Zahlen der aktuellen Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

Ältere Arbeitnehmer reagieren auf Belastungen im Arbeitsalltag anders als jüngere Mitarbeiter

Der demografische Wandel in der Arbeitswelt und die sukzessive Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre macht es aus Sicht der IKK classic notwendig, dass sich Unternehmen stärker für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter engagieren. „Ältere Arbeitnehmer erkranken im Schnitt zwar seltener, dafür sind die Krankheitsverläufe oft langwierig. Jüngere Arbeitnehmer sind im Allgemeinen häufiger, aber kürzer krank“, erläutert Peter Rupprecht von der IKK classic. „Im vergangenen Jahr konnten berufstätige Mitglieder der IKK classic über 59 Jahre durchschnittlich wegen 1,5 Krankschreibungen insgesamt knapp 32 Tage nicht am Arbeitsplatz erscheinen. Bei den unter 20-Jährigen waren es im Schnitt 2,65 Arbeitsunfähigkeiten, die statistisch gesehen insgesamt fast 14 Tage andauerten.“

Ursachen für Arbeitsunfähigkeiten im Alter

Die Arbeitsunfähigkeitsstatistik der IKK classic verdeutlicht auch, dass sich die Ursachen für Krankschreibungen je nach Alter des Beschäftigten stark unterscheiden. Mit zunehmendem Alter führen vor allem chronische und degenerative Erkrankungen zu Fehlzeiten. „Bei Arbeitnehmern ab 60 Jahren verursachen Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems über ein Drittel der Arbeitsunfähigkeitstage (34,3 Prozent). Bei den unter 20-Jährigen spielt diese Ursache kaum eine Rolle. Junge Leute fielen hauptsächlich wegen akuter Krankheiten des Atmungssystems aus. Etwa ein Viertel des Arbeitsunfähigkeitstage (26,8 Prozent) bei den unter 20-Jährigen gingen auf dieses Konto“, so Rupprecht

Krankenkassen wie die IKK classic halten im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung verschiedene Angebote Unternehmen bereit und unterstützen sie bei der Durchführung. Informationen dazu finden sich im Internet: www.ikk-classic.de/bgm.

Vergleich Arbeitnehmer 65+ Juni 2016 und Juni 2015 für Hamburg und Schleswig-Holstein

Hamburg

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