Zahl der Schwangerschaftsabbrüche 2017 in Hamburg gestiegen

Mit 3.826 Schwangerschaftsabbrüchen in Hamburg ist deren Anzahl im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent gestiegen. Das teilt die IKK classic mit. Die Krankenkasse bezieht sich auf offizielle Zahlen vom Statistischen Bundesamt.

Nachdem die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in der Hansestadt von 2010 (= 4.663 Schwangerschaftsabbrüche) bis 2015 (= 3.324 Schwangerschaftsabbrüche) kontinuierlich abgenommen hat, ist sie 2016 erstmals wieder angestiegen (= 3.628 Schwangerschafts­abbrüche). Dieser Trend setzte sich im vergangenen Jahr fort: Von Januar bis Dezember 2017 haben 3.826 Frauen mit Wohnsitz in Hamburg eine Schwangerschaft abbrechen lassen. Das sind fast 200 Eingriffe mehr als im Jahr zuvor, eine Steigerung von 5,5 Prozent.

Zum Vergleich: Auf Bundesebene gab es im Jahr 2017 101.209 Schwangerschaftsabbrüche, fast 2.500 Abtreibungen mehr als im Jahr zuvor (2016 = 98.721 Schwangerschaftsabbrüche). Eine Steigerung von 2,5 Prozent. Außer in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen sind in allen Bundesländern die Abtreibungszahlen gestiegen. Die stärkste Zunahme verzeichnete Brandenburg mit 8,4 Prozent. Dort wurden 2017 fast 300 Schwangerschaften mehr als im Jahr 2016 abgebrochen (2016: 3.476 Schwangerschaftsabbrüche, 2017: 3.769 Schwangerschaftsabbrüche). Mit einer Steigerung von 7,6 Prozent liegt Niedersachsen bei der Zunahme auf Platz 2 (2016: 6.776 Schwangerschaftsabbrüche, 2017: 7.294), gefolgt vom Saarland mit 7,1 Prozent (2016: 1.645 Schwangerschaftsabbrüche, 2017: 1.761 Schwangerschaftsabbrüche).

Wer trägt die Kosten?

„Liegt eine medizinische oder kriminologische Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch vor, werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen“, sagt Peter Rupprecht von der IKK classic. „Wird die Schwangerschaft nach der Beratungsregelung abgebrochen, muss die Frau den Eingriff selbst bezahlen, es sei denn, ihr Einkommen liegt unter einer bestimmten Grenze. Dann werden die Kosten übernommen.“ Kosten für die ärztliche Beratung, für notwendige Vor- und Nachuntersuchungen bei einem Schwangerschaftsabbruch und für mögliche Nachbehandlungen bei Komplikationen bezahlen grundsätzlich die gesetzlichen Krankenkassen.

Hamburg

Peter Rupprecht
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