Anzahl der Grippekranken in Hamburg steigt

Seit Jahresbeginn nimmt die Infektionsrate mit Influenzaviren sukzessive zu

aktuelle Grippesaison verläuft bisher milder als vorherige – neues Prozedere für Bestellung von Grippeimpfstoffen soll zukünftig Engpässe in Hamburg verhindern

In den letzten Wochen sind die Zahlen der gemeldeten Infektionen mit den gefährlichen Grippeviren gestiegen. Seit Jahresbeginn wurden deutschlandweit bis zum Ende der 7. Kalenderwoche beim Robert Koch-Institut (RKI) fast 44.000 diagnostizierte Influenza-Infektionen gemeldet (43.688 Meldungen), knapp 1.400 Meldungen kamen aus Hamburg (1.398 Meldungen). Das teilt die Krankenkasse IKK classic mit, die sich dabei auf aktuelle Zahlen des Bundesinstituts bezieht.

Demnach nahmen die Infektionszahlen seit Jahresbeginn in der Hansestadt von Woche zu Woche zu, allein 517 Neuinfektionen wurden vom 11. bis 17. Februar 2019 festgestellt. In der Woche davor waren es 120 Meldungen weniger (397 Meldungen). Ob der Trend weiter anhält oder der Zenit bereits überschritten ist und die Infektionsrate wieder abnehmen wird, lässt sich aktuell nicht vorhersagen.

So stark, wie im vergangenen Jahr, wird die Grippewelle Hamburg in der aktuellen Saison wahrscheinlich aber nicht treffen, vermutet die IKK classic. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 wurden bis zum Ende der 7. Kalenderwoche bei knapp 3.000 Hamburgerinnen und Hamburgern eine Influenza-Infektion diagnostiziert (2.979 Meldungen) – mehr als doppelt so viele, wie im gleichen Zeitraum 2019. Typischerweise dauert die Grippezeit bis Mitte März. Die Influenza kann aber auch noch Fahrt aufnehmen und bis April dauern.

Wie stark Grippewellen verlaufen, lässt sich nicht vorhersagen, weil das von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Der Einfluss der Impfquote auf die Schwere einer Grippewelle ist zwar begrenzt, dass geimpfte Personen aber einen deutlich größeren Schutz vor Ansteckung haben, ist unbestritten. Die ungewöhnlich starke Grippewelle Anfang 2018 hat scheinbar mehr Menschen veranlasst, sich gegen die Influenzaviren immunisieren und die Grippeimpfung frühzeitig vornehmen zu lassen. Das führte bundesweit in den Arztpraxen zu Engpässen von Impfdosen.

„Damit das in der Hansestadt in der nächsten Impfsaison nicht passiert, haben die Krankenkassen und -verbände in Hamburg mit dem Hamburger Apothekerverein das Prozedere für die Bestellung von Grippeimpfstoffen neu vereinbart“, erklärt Claudia W. Osten, Leiterin der Landesvertragspolitik bei der IKK classic. „Dabei können die Arztpraxen bereits ab sofort ihre Vorbestellung von tetravalentem Grippeimpfstoff an eine Apotheke ihrer Wahl geben.“ Durch frühzeitige Bestellung soll den Herstellern ausreichend Zeit gegeben werden, die notwendigen Impfdosen in ausreichender Menge anzufertigen.

Die Herstellung des Grippeimpfstoffs ist aufwendig und zeitintensiv. Impfdosen können nicht einfach nachbestellt werden, wenn der Vorrat zur Neige geht. Experten der Weltgesundheitsorganisation beraten zweimal im Jahr, welche Varianten der Grippeviren voraussichtlich in der kommenden Saison zu erwarten sind. Sie empfehlen dann die Zusammensetzung des Impfstoffs. Erst danach beginnen die Hersteller mit der Produktion.

Hamburg

Peter Rupprecht
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