Mehr Pflegebedürftige in Hessen

Zahl der Pflegebedürftigen steigt innerhalb von zwei Jahren um 9 Prozent – Großteil wird zu Hause gepflegt – Pflegereform bringt Vorteile für Pflegepersonen.

Wiesbaden, 17.05.2017 – Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Hessen steigt weiter an. Das zeigen Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamts, die die Krankenkasse IKK classic ausgewertet hat. Waren 2013 noch 205.126 Menschen pflegebedürftig, so stieg die Zahl bis Dezember 2015 um 9 Prozent auf 223.579. „Der medizinische Fortschritt hat dazu beigetragen, dass immer mehr Erkrankungen auch im hohen Alter geheilt, behandelt und gelindert werden können. Es gibt also immer mehr ältere Menschen, die gepflegt werden müssen“, sagt Sven Keiner von der IKK classic.

Bald weniger Pflege im häuslichen Umfeld

Noch werden 170.644 (76,3 Prozent) der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt, mehr als zwei Drittel davon von den eigenen Angehörigen. „Allerdings wird sich dieses Verhältnis in Zukunft stark verändern. Die Zahl der alleinstehenden Älteren nimmt zu und die potenzielle Zahl von Helfern aus dem familiären Umfeld wird abnehmen. Hier kommen auf die Gesellschaft noch große Herausforderungen zu“, so Sven Keiner.

Renten- und Arbeitslosenversicherung für Pflegende

Für Pflegepersonen bringt die neue Pflegereform seit diesem Jahr einige Vorteile: Die Pflegeversicherung zahlt Rentenbeiträge für alle Pflegepersonen, die einen Bedürftigen mit Pflegegrad zwei bis fünf mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf mindestens zwei Tage, zu Hause pflegen. Auch bei der Arbeitslosenversicherung wurde nachgebessert: Für Pflegepersonen, die für die Pflege Angehöriger aus dem Beruf aussteigen, zahlt die Pflegeversicherung künftig die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Pflegende haben damit Anspruch auf Leistungen, falls ein nahtloser Einstieg in eine Beschäftigung nach Ende der Pflege nicht gelingt.

Weitere Information finden Interessierte unter: www.ikk-classic.de/pflege

Hessen

Sven Keiner
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