Kaiserschnittrate in Niedersachsen gesunken und unter dem Bundesdurchschnitt

Hamburg, 23.02.2018 - In deutschen Kliniken sind 2016 insgesamt 761.777 Kinder zur Welt gekommen, 232.479 von ihnen per Kaiserschnitt. Das sind 30,5 Prozent. Im Jahr zuvor waren es noch 31,1 Prozent, nämlich 222.919 Kaiserschnittgeburten bei insgesamt 716.539 Entbindungen. In Niedersachsen lag die Kaiserschnittrate 2016 erstmals wieder unter 30 Prozent und damit unter dem Bundesdurchschnitt. Das teilt die Krankenkasse IKK classic nach Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamts mit.

Demnach wurden im Jahr 2016 insgesamt 67.803 Kinder in niedersächsischen Kliniken geboren, 20.299 von ihnen per Kaiserschnitt. 2015 gab es dort 19.519 Kaiserschnittgeburten bei insgesamt 63.075 Neugeborenen. Damit ist der Anteil von Kindern, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, von 31 Prozent auf 29,9 Prozent gesunken. „Niedersachsen ist neben Bremen das einzige westdeutsche Bundesland, das unter dem bundesweiten Durchschnitt beim Anteil der Kaiserschnittgeburten liegt“, betont Peter Rupprecht von der IKK classic. „Die Bremer Kliniken konnten den Anteil an Kaiserschnittentbindungen ebenfalls senken – 2016 lag er bei 30 Prozent (9.649 Geburten, 2.896 per Kaiserschnitt), 2015 bei 30,5 Prozent (8.985 Geburten, 2.742 per Kaiserschnitt).“

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Den höchsten Anteil an Geburten per Kaiserschnitt verzeichnet im Jahr 2016 das Saarland: 38,4 Prozent (8.887 Geburten, 3.412 per Kaiserschnitt). Mit deutlichem Abstand folgt Rheinland-Pfalz mit 32,7 Prozent (35.659 Geburten, 11.767 per Kaiserschnitt). Die wenigsten Kaiserschnittgeburten wurden mit 23,8 Prozent in Sachsen vorgenommen (2016: 36.764 Geburten, 8.754 per Kaiserschnitt), Thüringen nimmt mit 25,3 Prozent Platz zwei ein (2016: 17.371 Geburten, 4.396 per Kaiserschnitt). „Hamburgs Kliniken liegen mit einer Kaiserschnittrate von insgesamt 31,9 Prozent in 2016 (24.911 Geburten, 7.953 per Kaiserschnitt) im guten Mittelfeld“, so Rupprecht. „Aber auch sie konnten den Anteil, der 2015 bei 33,7 Prozent (23.512 Geburten, 7.926 per Kaiserschnitt) lag, deutlich verringern.“

Anzahl von Kaiserschnitten auf Wunsch ist nicht bekannt

Ob ein Kaiserschnitt notwendig ist, kann verschiedene Gründe haben. Mediziner unterscheiden dabei absolute von relativen Indikationen. Ein Kaiserschnitt ist immer dann absolut erforderlich, wenn die Gesundheit von Mutter und Kind ansonsten bedroht wäre. Von einer relativen Indikation wird gesprochen, wenn eine natürliche Geburt zwar möglich ist, aber ein größeres Risiko darstellt als der Kaiserschnitt. Eine Sonderform ist der Kaiserschnitt auf Wunsch, bei dem es keine medizinische Indikation gibt. Dieser Eingriff wird als geplanter Kaiserschnitt zu einem bestimmten Termin durchgeführt. „Wie viele der Kaiserschnitte auf Wunsch der werdenden Mutter durchgeführt wurden, beantwortet die Statistik nicht“, sagt Peter Rupprecht.

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Fast jedes dritte Kind kam 2016 in niedersächsischen Kliniken per Kaiserschnitt zur Welt. Damit liegt Niedersachsen aber immer noch unter dem Bundesdurchschnitt.

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