Zahl der Schwerbehinderten in der Region Hannover stark gestiegen

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der schwerbehinderten Menschen in der Region Hannover um fast 20 Prozent gestiegen, in den letzten zwei Jahren um 3,7 Prozent – der demographische Wandel lässt die Zahl in den nächsten Jahren weiter wachsen – Prävention gewinnt an Bedeutung

(25.06.2018) Ende 2017 lebten in der Region Hannover 117.201 schwerbehinderte Menschen mit einem Behinderungsgrad (GdB) von mindestens 50 Prozent. Das sind 4.134 Personen oder 3,7 Prozent mehr als Ende 2015 (= 113.067 Personen). Ende 2007 waren es insgesamt 98.886 schwerbehinderte Menschen. In zehn Jahren ist die Anzahl also um fast 20 Prozent (18,5 Prozent) gestiegen. Landesweit ist die Entwicklung ähnlich: 2017 hatten 752.251 Niedersachsen einen Schwerbehindertenausweis mit einem GdB von mindestens 50 Prozent. Im Vergleich zu 2015 (= 724.265 Personen) ist die Anzahl um 3,9 Prozent, zu 2007 (= 641.092 Personen) um 17,4 Prozent gestiegen. Das teilt die Krankenkasse IKK classic mit, die dafür Daten vom Landesamt für Statistik Niedersachsen ausgewertet hat.

Der Trend ist eindeutig: Die Zahl der schwerbehinderten Menschen steigt. Was ist der Grund? „Mehr als 80 Prozent der Schwerbehinderten sind chronisch krank, nur jeder zwanzigste hat eine angeborene Behinderung, ein noch kleinerer Teil ist infolge eines Unfalls schwerbehindert“, erläutert Peter Rupprecht von der IKK classic. „Im Alter wächst das Risiko, durch eine chronische Krankheit schwerbehindert zu werden, beispielsweise durch einen Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebserkrankung oder auch Diabetes.“ Die Ursache ist der demographische Wandel in Deutschland. Die Gesellschaft wird älter. Durch den medizinischen Fortschritt sind auch schwerwiegende Erkrankungen zum Teil gut behandelbar. Mehr als die Hälfte der Schwerbehinderten ist 65 Jahre und älter und ein Viertel ist durch Erkrankungen in den inneren Organen bzw. des Organsystems beeinträchtigt.

Überträgt man die heutige altersspezifische Häufigkeit von Behinderungen in die Zukunft, dann wird nach wissenschaftlichen Prognosen 2050 jeder achte Deutsche schwerbehindert sein. Mit gezielten Präventionsprogrammen ließe sich die Entwicklung mildern. Dafür müssen laut IKK classic Aufklärung, Beratung und Training zu Bewegung, Stressbewältigung, gesundheitsbewusster Ernährung und Suchtprävention selbstverständlich werden. „Häufig sind es die so genannten Zivilisationskrankheiten, die im Alter zur Schwerbehinderung führen“, sagt Peter Rupprecht. „Durch einen gesundheitsorientierten Lebensstil lassen diese Erkrankungen unter Umständen vermeiden führen“, sagt Peter Rupprecht. „Durch einen gesundheitsorientierten Lebensstil lassen diese Erkrankungen unter Umständen vermeiden oder zumindest mildern.“

Ab wann gilt man als schwerbehindert?

Eine Behinderung liegt vor, wenn jemand eine oder mehrere gesundheitliche Beeinträchtigungen hat, die länger als sechs Monate anhalten und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränken. Die Schwere wird durch den Grad der Behinderung (GdB) ausgedrückt. Jemand gilt als schwerbehindert, wenn der GdB 50 und mehr beträgt. Grundsätzlich kann jede Krankheit, ob nun körperlicher oder psychischer Art, einen GdB begründen. Der Schwerbehindertenausweis dient als Nachweis für die Inanspruchnahme von Rechten und Leistungen (Nachteilsausgleichen), die schwerbehinderten Menschen nach den gesetzlichen Grundlagen zustehen.

Wer eine Schwerbehinderung feststellen lassen will, muss einen Antrag stellen. In der Region Hannover ist die zuständige Stelle die Außenstelle Hannover vom Landesamt für Soziales, Jugend und Familie. Die notwendigen Formulare werden auf der Website www.soziales.niedersachsen.de als Download angeboten.

Niedersachsen

Peter Rupprecht
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