Mehr Übergewichtige im Landkreis Celle

45,2 Prozent der erwachsenen Einwohner im Landkreis Celle brachten 2017 ein Gewicht auf die Waage, das nach dem Body Mass Index (BMI) im Idealverhältnis zu ihrer Körpergröße steht. 38,8 Prozent galten als übergewichtig, 14,5 Prozent hatten mit ihrem Gewicht die Grenze überschritten, ab der die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Fettleibigkeit oder Adipositas spricht. Das teilt die Krankenkasse IKK classic mit, die die Mikrozensusbefragung 2017 des Landesamts für Statistik Niedersachsen mit der von 2009 verglichen hat.

Demnach ist der Anteil von zu dicken Erwachsenen im Landkreis von 49,9 Prozent im Jahr 2009 um 3,4 Prozentpunkte auf 53,3 Prozent im Jahr 2017 gestiegen. Landesweit ist der Anteil höher: 53,6 Prozent der Niedersachsen sind mindestens übergewichtig. Den höchsten Wert verzeichnete 2017 der Landkreis Holzminden mit 65,2 Prozent, den geringsten die Landeshauptstadt Hannover mit 44,4 Prozent.

„Adipositas und ihre Vorstufe Übergewicht können ernsthafte Folgeerkrankungen wie etwa Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung, Diabetes Typ 2, verschiedenen Krebserkrankungen und eine Reihe orthopädischer und psychischer Leiden verursachen“, erläutert Peter Rupprecht von der IKK classic. „Die Ursachen für ein zu hohes Körpergewicht liegen meist in einer Kombination aus genetischer Veranlagung und ungesundem Lebensstil mit einer zu kalorienreichen Ernährung und fehlender körperlicher Aktivität.“

Als übergewichtig gelten laut WHO Menschen ab einem BMI von 25, ab 30 spricht man von Adipositas. Danach gilt ein 1,80 Meter großer Mann ab 81 Kilogramm als übergewichtig und ab 98 Kilogramm als adipös. Der BMI wird bei gesunden Personen nach folgender Formel berechnet: Körpergewicht (in kg) geteilt durch Größe (in m) zum Quadrat. Das Ergebnis sollte dabei nur als Merkmal angesehen werden, auch Alter, Geschlecht und der Anteil an Muskelmasse spielen bei der Bewertung eine Rolle. Für Kinder gelten ohnehin andere Maßstäbe.

Hinweis

Die Mikrozensusbefragung wird regelmäßig bundesweit durchgeführt. In dieser Erhebung werden Fragen zur Familienstruktur, zur Erwerbstätigkeit, zu den Bildungs- und Ausbildungsabschlüssen sowie zur Einkommenssituation gestellt. Die Ergebnisse der Befragungen liefern wichtige Erkenntnisse als Grundlage für politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entscheidungen. Die Angabe des Gewichts ist freiwillig, deshalb sind die Ergebnisse nicht unbedingt repräsentativ. Sie sind aber ausreichend aussagekräftig, um Tendenzen und Trends zu erkennen.

Niedersachsen

Peter Rupprecht
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