Soetebiers Dorfbäckerei für Integrationsarbeit ausgezeichnet

IKK classic überreicht mit 5.000 Euro dotierten #macherimpulse-Award

Die Soetebiers Dorfbäckerei GmbH gibt bewusst Geflüchteten eine Chance und bildet auch junge Menschen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und anderen fernen Ländern aus. Denn der Traditionsbetrieb sieht kulturelle Vielfalt als Grundstein für die Zukunft. Drei Azubis mit Migrationshintergrund haben gerade ihre Abschlussprüfung bestanden. Als Gesellen verstärken sie jetzt die Mannschaft in der Backstube und im Verkauf. Sein Erfolgsrezept in Sachen Integration verrät Inhaber Frank Soetebier gern: „Ganz viel Toleranz auf allen Seiten – und die Bereitschaft, auch Aufwände in Kauf zu nehmen.“ Für das herausragende Engagement wurde der Familienbetrieb in Winsen-Scharmbeck jetzt von der IKK classic mit dem #macherimpulse-Award ausgezeichnet.

Inhaber von Handwerksbetrieben müssen heutzutage echte Allrounder sein: Es reicht längst nicht mehr aus, nur auf dem eigenen Fachgebiet fit zu sein, auch betriebswirtschaftliche und juristische Kompetenzen, Wissen rund um die Arbeitssicherheit und vieles mehr ist gefragt. Mit der Aktion #macherimpulse will die größte deutsche Innungskrankenkasse aktuellen Herausforderungen und der betrieblichen Gesundheitssituation im Handwerk eine Plattform geben, um gemeinsam Lösungsansätze zu diskutieren, Best-Practice-Beispiele vorzustellen und besondere Macher zu Wort kommen zu lassen. Das diesjährige Motto der #macherimpulse lautet „Kulturelle Vielfalt – Chancen nutzen“. Die IKK classic hatte dazu Anfang 2020 bundesweit zwei jeweils mit 5.000 Euro dotierte Preise ausgeschrieben, um die sich engagierte Handwerksbetriebe bewerben konnten. Das Preisgeld soll für Maßnahmen in der betrieblichen Gesundheitsförderung genutzt werden. In der Kategorie „Handwerk ab 50 Mitarbeiter“ hat sich die niedersächsische Soetebiers Dorfbäckerei GmbH aus Winsen-Scharmbeck durchgesetzt. Der Preis in der Kategorie „Handwerk unter 50 Mitarbeiter" ging an den Düsseldorfer SHK-Handwerksbetrieb Niepmann GmbH.

Mit Engagement dem Fachkräftemangel im Handwerk begegnen

Eines der drängendsten Probleme im Handwerk ist der Fachkräftemangel. Immer mehr Betriebe versuchen, diesen Engpass zu lösen, in dem sie auf geeignete Kandidaten mit Migrationshintergrund setzen. „Das birgt gerade bei geflüchteten Menschen viele bürokratische Hürden und verlangt neue Führungskompetenzen von Betriebsinhabern. Aber es lohnt sich, die Herausforderungen anzunehmen. Das zeigt beeindruckend das Beispiel von der Soetebiers Dorfbäckerei GmbH. Am Ende profitieren alle, denn eine bunte und offene Unternehmenskultur ist immer ein Gewinn – für den Betrieb, für die Mitarbeiter und für die Kunden“, ist sich Andreas Schönhalz, Landesgeschäftsführer der IKK classic, sicher. „Ich freue mich sehr, dass die Jury das herausragende Engagement von Frank Soetebier und seinem Team erkannte und mit dem #macherimpulse-Award auszeichnet.“

Auch Andreas Baier ist stolz auf die Leistung des Innungsbetriebs und lobt ihn als Vorbild für die Region. Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft des Kreises Harburg war bei der Preisübergabe anwesend, um der Geschäftsführung der Soetebiers Dorfbäckerei GmbH zur Ehrung zu gratulieren. Er sagt: „Ich kennen keinen anderen Betrieb, der so viel für die Integration von Geflüchteten getan hat. Die Kreishandwerkerschaft hat ihn dabei von Anfang an aus voller Überzeugung unterstützt.“ Diese Hilfe bietet die Kreishandwerkerschaft auch den anderen Handwerksbetrieben im Landkreis Harburg an, wenn sie dem guten Beispiel des Preisträgers folgen wollen.

Fachkräfte für Betriebe und Zukunftsperspektiven für Geflüchtete

„Am Anfang stand der berühmte Satz, den die Kanzlerin im August 2015 sagte – Wir schaffen das!“, erinnert sich Frank Soetebier. „Wir wurden von Politikern und Flüchtlingshelfern angesprochen und um Unterstützung gebeten – und wir dachten, dann schaffen wir das und machen mit.“ So einfach, wie sich das sagte, war es in der Realität aber nicht, wie das Führungsteam des Familienbetriebs früh feststellte. „Wir haben schnell gelernt, dass die Integration von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen nichts ist, was einfach nebenbei passiert, sondern viel Verständnis und Engagement von allen Seiten fordert“, sagt Heidi Böttcher, die im Betrieb verantwortlich für die BäckereiCafés und Mitarbeiter im Verkauf ist. „Um die Fehler nicht zu wiederholen, haben wir einen Lehrer eingestellt, der nicht nur den verpflichtenden Sprachunterricht übernommen hat, sondern die Mitarbeiter auch zu Terminen bei Behörden und Konsulaten begleitet und ihre Vertrauensperson geworden ist.“ Außerdem hat das Unternehmen Wohnungen für ihre Auszubildenden angemietet, weil sich der Arbeitsalltag in einer Bäckerei nicht mit den Regeln in Flüchtlingsheimen vereinbaren lässt. „Auch die Berufsschule hat super mitgemacht und uns genauso unterstützt, wie der Landkreis“, berichtet Junior-Chef Max Soetebier.

Die Auszubildenden wissen, dass die Komplettbetreuung keine Selbstverständlichkeit ist und sind ihren Chefs und Kollegen für die Hilfe dankbar. Sie zeigen das mit ihrer Motivation und ihren Ehrgeiz. Alle haben schwierige Zeiten hinter sich und sehen ihre Zukunft in Deutschland. Jetzt sind sie froh, eine dauerhafte Perspektive zu haben. Auch für das Unternehmen zahlt sich der Aufwand langfristig aus. Das Handwerk hat einen Riesenbedarf an Fachkräften. Nicht nur im Bäckerhandwerk bleiben viele Ausbildungsstellen unbesetzt, weil der Nachwuchs fehlt. „Wir wollen mit unserem Beispiel auch ein Zeichen setzen und dem Handwerk zeigen, dass es geht, seinen Betrieb zukunftssicher zu machen“, sagt Frank Soetebier. „Es liegt auch an uns, dafür zu sorgen, dass wir auch morgen fähige und motivierte Mitarbeiter haben.“

Auch der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade freut sich, dass der #macherimpulse-Award der IKK classic an einen Betrieb in seinem Kammerbezirk ging. Eckhard Sudmeyer sagt: „Das Beispiel der Bäckerei Soetebier zeigt, dass sich Engagement und Einsatz auszahlen. Auch wenn die Ausbildung von Geflüchteten nicht immer ganz einfach ist und besondere Unterstützung beispielsweise aufgrund von Sprachbarrieren erfordert, nehmen sich wie die Bäckerei Soetebier viele unserer Handwerksbetriebe dieser Aufgabe an, um durch die Ausbildung von Geflüchteten einen Teil des Fachkräftemangels abzufangen. Am Ende ist es eine Win-win-Situation für beide Seiten: Die Betriebe können ihre Stellen mit motivierten Fachkräften besetzen und die Geflüchteten erhalten eine berufliche Perspektive. Daher kann ich nur jedem Betrieb raten und ermutigen, bei der Besetzung offener Ausbildungsplätze auch über die Ausbildung Geflüchteter nachzudenken.“

Bildmaterial

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v.l.n.r.: Andreas Baier (Kreishandwerkerschaft), Andreas Schönhalz (IKK classic), Max Soetebier, Semiallah Mohammadi und Abraham Simon Derar (beide haben ihre Ausbildung bei der Soetebiers Dorfbäckerei GmbH absolviert und arbeiten jetzt dort als Bäcker), Heidi Böttcher, Frank Soetebier

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