Immer mehr Keuchhustenfälle im Rhein-Erft-Kreis

Auch 2017 ist die Zahl der Keuchhustenfälle im Rhein-Erft-Kreis weiter gestiegen – Babys und Säuglinge sollten auf jeden Fall geimpft werden

(13.03.2018) Husten, Schnupfen und die Grippe haben in den letzten Monaten dramatisch zugenommen. Wer momentan viel hustet, denkt deshalb wahrscheinlich als erstes an eine normale Infektion. Hinter dem Symptom kann sich aber auch etwas ganz anderes verbergen: der hochansteckende Keuchhusten. Im Jahr 2017 registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) in NRW 4.528 Fälle – eine Steigerung von 20 Prozent zum Jahr 2016 (3.773 Fälle)

„Dieser Trend ist auch nicht am Rhein-Erft-Kreis vorbei gegangen. Im Gegenteil: Wurden 2016 81 Fälle gemeldet, so stieg 2017 die Zahl um 70,4 Prozent auf 138“, so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. „Beunruhigend ist dabei, dass 2017 bereits das dritte Jahr in Folge ist, in dem die Zahl der Keuchhustenfälle im Kreis gestiegen ist“.

Besonders gefährlich ist der Keuchhusten (Pertussis) für Säuglinge und kleine Kinder. Gerade im ersten Lebensjahr stellt die Erkrankung eine ernste gesundheitliche Bedrohung für Kinder dar. Immer wieder werden schwere Erkrankungsverläufe mit Atemnot durch angeschwollene Atemwege und Erbrechen beobachtet. Bei kleinen Kindern können Atempausen lebensgefährlich werden, insbesondere im Schlaf.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt deshalb eine Keuchhusten-Impfung, die von allen Krankenkassen übernommen wird, im dritten Lebensmonat. Aufgefrischt werden sollte sie im Alter von fünf bis sechs Jahren. Auch Erwachsene sollten die Impfung regelmäßig auffrischen, da diese nicht ein Leben lang hält. „Auch wenn die Keuchhustenimpfung gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, können wir nur eindrücklich raten, diese wahrzunehmen und so einer unnötigen Erkrankung vorzubeugen“, so Michael Lobscheid.

Keuchhusten wird durch die sogenannte Tröpfchen-Infektionen übertragen. Die hochansteckende Krankheit kann mehrere Wochen bis Monate andauern. Anfangs kommt es zu Schnupfen, manchmal in Kombination mit Heiserkeit und Husten. Nach ein bis zwei Wochen entstehen heftige Hustenanfälle, die mit Erbrechen einhergehen und vier bis sechs Wochen dauern können.

Nordrhein

Michael Lobscheid
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