8,7 Prozent der Düsseldorfer sind schwerbehindert

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der schwerbehinderten Menschen in Düsseldorf um 18,6 Prozent gestiegen – durch den demographischer Wandel wird die Zahl in den nächsten Jahren weiter deutlich steigen – Prävention gewinnt immer größere Bedeutung

(16.05.2018) Ende 2017 lebten laut dem Statistischen Landesamts NRW 53.249 schwerbehinderte Menschen (Behinderungsgrad mindestens 50 Prozent) in Düsseldorf. Dies waren 18,6 Prozent mehr als Ende 2007 (44.889). Damit waren insgesamt 8,7 Prozent der Düsseldorfer schwerbehindert (NRW: 10,2 Prozent), 2007 waren es erst 7,7 Prozent (NRW: 9,1 Prozent).

„Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, entstehen mehr als 80 Prozent der Schwerbehinderungen durch eine chronische Erkrankung, nur jeder zwanzigste hat eine angeborene Behinderung, ein noch kleinerer Teil ist infolge eine Unfalls behindert“, so Michael Lobscheid von der IKK classic. „Vor allem im Alter wächst dabei das Risiko, durch eine chronische Erkrankung schwerbehindert zu werden, sei dies durch einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall, eine Krebserkrankung oder auch Diabetes.“ Das zeigt sich dran, dass mehr als die Hälfte der Schwerbehinderten mindestens 65 Jahre alt war und rund 21,0 Prozent wegen einer „Beeinträchtigung der Funktion innerer Organe“ schwerbehindert sind.

Durch den demographischen Wandel und den medizinischen Fortschritt wird die Zahl der schwerbehinderten Menschen immer weiter wachsen. Überträgt man die heutige altersspezifische Häufigkeit von Behinderungen in die Zukunft, dann wird nach wissenschaftlichen Prognosen 2050 jeder achte Deutsche schwerbehindert sein. „Nur mit Präventionsprogrammen für die gefährdeten Bevölkerungsgruppen lässt sich dieser Entwicklung mildern. Dafür müssen Aufklärung, Beratung und Training zu Bewegung, Stressbewältigung, gesunder Ernährung und Suchtprävention selbstverständlicher werden. Dies gilt nicht nur für jeden Einzelnen, sondern auch für die Gesundheitssysteme und die Arbeitswelt“, so Michael Lobscheid.

Nordrhein

Michael Lobscheid
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