Bakteriengefahr beim Grillen: Bereits 149 Campylobacter-Infektionen im Kreis Wesel

In der warmen Jahreszeit mehren sich die Meldungen über bakterielle Darminfektionen – hierzulande oftmals verursacht durch den bakteriellen Erreger Campylobacter. Die Übertragung erfolgt meist über Geflügelfleisch, deshalb beim Grillen Küchenhygiene beachten.

(07.06.2018) Im Frühling und Sommer häufen sich die Meldungen über bakterielle Darminfektionen, oftmals verursacht durch Campylobacter-Bakterien. Sie rufen eine mit Bauchschmerzen, Fieber und – mitunter blutigem – Durchfall einhergehende Darmentzündung hervor. Die Krankenkasse IKK classic hat aktuelle Daten des Robert-Koch-Instituts ausgewertet: Danach sind allein im Kreis Wesel bis Mitte Mai (Ende 20. Kalenderwoche) bereits 149 Personen an einer durch Campylobacter-Bakterien verursachten Magen-Darm-Infektion erkrankt. Im vergangenen Jahr waren es 600 Menschen und 2016 insgesamt 720 Fälle. „Die tatsächliche Zahl der Infektionen dürfte jedoch noch höher liegen. Eine Campylobacter-Infektion ist zwar meldepflichtig, aber nicht jeder Erkrankte geht zum Arzt und wird getestet“, so Michael Lobscheid von der IKK classic.

In der Regel werden die krank machenden Bakterien über nicht ausreichend durchgegartes Geflügelfleisch auf den Menschen übertragen. „In diesem Jahr war das Wetter im April und Mai schon ungewöhnlich warm, so dass man früh in die Grillsaison starten konnte. Und bei der Fußball-WM wird sicherlich auch wieder häufig der Grill angeworfen, darum sollte man auf die notwendige Hygiene achten, um einer unnötigen Erkrankung vorzubeugen“ so Michael Lobscheid. Dazu gehört, dass man Geflügelfleisch vor dem Grillen oder Kochen nicht wäscht sondern vorsichtig abtupft. So vermeidet man die Verbreitung der Erreger über Spritzwasser in der Küche. Außerdem wichtig: Auftauwasser von Geflügel und anderen Fleischsorten unbedingt direkt entsorgen. Fleisch, vor allem Geflügelfleisch, immer vollständig durchbraten. Campylobacter-Bakterien sind nach einer Garzeit von mindestens zehn Minuten bei Temperaturen über 70 Grad Celsius abgetötet. Am besten getrennte Küchenutensilien für rohe und gegarte Lebensmittel verwenden.

Im Vergleich zu anderen Durchfallerregern, wie zum Beispiel Salmonellen, kann schon eine sehr geringe Keimmenge eine Campylobacter-Infektion auslösen. Meist klingen die Beschwerden nach spätestens einer Woche wieder ab. „Wenn nicht, dann unbedingt zum Arzt gehen – gegebenenfalls muss die Erkrankung mit Antibiotika behandelt werden“, rät Michael Lobscheid.

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