Mehr Krankenhausbehandlungen wegen raucherspezifischer Erkrankungen in Bonn

Die Zahl der Menschen, die wegen raucherspezifischer Erkrankungen wie Lungenkrebs im Krankenhaus behandelt werden mussten, ist in Bonn innerhalb von zehn Jahren um 25,1 Prozent gestiegen – besonders hoher Anstieg bei Frauen

(Bonn, 02.07.2018) Im Jahr 2016 wurden laut Statistischem Landesamt NRW 1.380 Bonner (729 Männer und 651 Frauen) infolge einer raucherspezifischen Erkrankung vollstationär in einem Krankenhaus behandelt. „Im Jahr 2006 dagegen waren es nur 1.103, was einer Steigerung von 25,1 Prozent innerhalb von zehn Jahren entspricht“ so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. 772 dieser Fälle waren auf eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und 608 Fälle auf Lungen- und Bronchial-, Kehlkopf- oder Luftröhrenkrebs zurückzuführen. Das durchschnittliche Alter der Patientinnen und Patienten betrug 68,2 Jahre.

Besonders auffällig bei dieser Entwicklung ist der deutliche Anstieg der Erkrankungen bei den Frauen. Hier stieg die Zahl der Krankenhausbehandlungen innerhalb von zehn Jahren um 46,3 Prozent von 445 auf 651. Dafür gibt es mehre Gründe: „In den letzten Jahrzehnten hat die Zahl der Raucherinnen deutlich zugenommen. Gleichzeitig belegen wissenschaftliche Studien, dass bei Frauen bereits geringe Tabakmengen ausreichen, um das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebs zu erhöhen“, so Michael Lobscheid. „Aber auch die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs oder Brustkrebs wird durch das Rauchen wahrscheinlicher.“ Darüber hinaus beschleunigt der Tabakrauch die Hautalterung und erhöht das Risiko für Atemwegserkrankungen und Osteoporose.

Das alles sind viele gute Gründe, endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Nikotinersatzpräparate, wie Pflaster, Nasensprays oder Kaugummis, erhöhen oftmals die Erfolgsaussichten. Ohne die richtige Strategie und professionelles Know-how wird aber kaum jemand dauerhaft zum Nichtraucher. Hilfe finden Raucher in qualifizierten Kursen zur Raucherentwöhnung, die von den Krankenkassen angeboten und bezuschusst werden. Interessierte finden beispielsweise unter www.ikk-classic.de/gesundheitskurse Angebote in ihrer Nähe. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet für Erwachsene zudem unter www.rauchfrei-info.de ein Online-Ausstiegsprogramm.

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Michael Lobscheid
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