Meningokokken-Erkrankungen: Bei jedem Zehnten tödlich

Säuglinge und Kinder sind besonders gefährdet – Eltern sollten sich deshalb über Impfung umfassend informieren.

(24.09.2019) Meningokokken sind gefährlich. Selbst in der heutigen Zeit der Hightech-Medizin können die Bakterien innerhalb weniger Stunden zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kann es nach der Ansteckung zu einer raschen Entwicklung einer Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung kommen. „Den besten Schutz vor diesen heimtückischen Erkrankungen bieten Impfungen“, betont Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic.

Etwa jeder zehnte Erwachsene trägt Meningokokken im Nasen-Rachenraum, meist ohne selbst zu erkranken. Durch Sprechen, Husten oder Küssen können die Bakterien übertragen werden und vor allem bei Babys und Kleinkindern mit ihrem noch nicht ausgereiften Immunsystem zu hochakuten Krankheitsverläufen führen. Nur eine sehr rasche Gabe von Antibiotika kann dann noch helfen. Trotzdem sterben zehn bis 15 Prozent der Erkrankten oder erleiden schwere Folgeschäden. So kann eine Hirnhautentzündung (Meningitis) bleibende Hirnschäden, Taubheit oder Blindheit verursachen. Eine Blutvergiftung (Sepsis) kann Amputationen von Gliedmaßen wie Fingern und Zehen oder auch Armen und Beinen erforderlich machen.

Dabei kann eine Meningitis vor allem bei Säuglingen zunächst recht unspektakulär beginnen: Neben hohem Fieber zeigen die Kinder Unruhe oder Apathie, wollen nicht trinken und sind empfindlich gegen Licht und Berührungen. Auch Erbrechen, Schüttelfrost, Krämpfe oder Bewusstseinsstörungen können Symptome sein. Ein typisches Zeichen der Meningitis ist die Nackensteifigkeit. Wenn die Bakterien in die Blutbahn übertreten und den Körper mit ihren Giftstoffen überschwemmen, kommt es zu einer lebensbedrohlichen Sepsis. „Bei beiden Erkrankungen kommt es auf jede Minute an. In schweren  Fällen kann das Kind innerhalb von wenigen Stunden tot sein. Eltern sollten schnell handeln und sofort einen Arzt zu Rate ziehen“, so Michael Lobscheid.

Meningokokken-Erkrankungen sind in Deutschland selten – in den vergangenen Jahren wurden dem Robert-Koch-Institut im Durchschnitt rund 200 Erkrankungen pro Jahr gemeldet. In diesem Jahr sind es bisher 116 Krankheitsfälle. „Wegen der hochdramatischen Krankheitsverläufe, die dabei entstehen können, ist es trotzdem sehr wichtig, dass sich Eltern über Meningokokken-Impfungen informieren. Die Impfung gegen Meningokokken C wird von der Ständigen Impfkommission empfohlen und generell von den Krankenkassen übernommen“, so Michael Lobscheid. Dieser Erregerstamm ist aber nur für weniger als ein Drittel der Erkrankungen verantwortlich.

„Die Standardimpfung gegen den Typ C reicht nicht aus“, warnt Lobscheid. Denn rund zwei Drittel der Erkrankungen in Deutschland gehen auf Meningokokken des Typs B zurück. Auch hier gibt es eine Impfung, die allerdings noch nicht in die Empfehlung der Ständigen Impfkommission aufgenommen ist, da die erforderlichen Studiendaten dafür noch nicht ausreichen. Einzelne Krankenkassen wie die IKK classic übernehmen hier die Kosten nach ärztlicher Empfehlung. „Eltern sollten sich unbedingt über beide Impfungen informieren“, rät der Krankenkassen-Experte. „Ein umfassender Impfschutz kann einer Familie viel Leid ersparen.“

Nordrhein

Michael Lobscheid
Pressereferent

Tel.: 02204 912 212161
Fax: 02204 912 102

michael.lobscheid@ikk-classic.de
twitter.com/IKKcl_Presse_NR