Spätes Babyglück: Düsseldorfer Mütter werden immer älter

Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt in Düsseldorf auf 32,9 Jahre gestiegen - Spätgebärende haben ein erhöhtes Komplikationsri-siko – Vorsorgeuntersuchungen helfen Gefahren frühzeitig zu erkennen

(17.06.2020) In Düsseldorf ist das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ihres Kindes 2019 auf 32,9 Jahre gestiegen, 2009 lag es noch bei 31,7 Jahre. Nach aktuellen Zahlen des Landesbetriebs IT.NRW war die höchste Geburtenhäufigkeit in Düsseldorf bei 30- bis 34-jährigen Frauen zu beobachten. 2019 wurden in dieser Altersgruppe 2.481 von insgesamt 6.362 Babys zur Welt gebracht. An zweiter Stelle folgten die 35- bis 39-Jährigen Mütter mit 1.814 Geburten. Insgesamt waren 74,1 Prozent der Mütter in Düsseldorf über 30 Jahre alt.

„Damit hat mehr als jedes zweite Baby in Düsseldorf eine Mutter, die bereits 30 oder älter ist. Gegen eine spätere Schwangerschaft spricht grundsätzlich natürlich nichts, allerdings steigt statistisch gesehen das Komplikationsrisiko bei Spätgebärenden“, so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. Je älter die werdende Mutter, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlbildung des Kindes oder vorzeitiger Blutungen. Außerdem treten bei werdenden Müttern über 30 häufiger erhöhte Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft auf. Mittlerweile entwickeln etwa fünf Prozent aller schwangeren Frauen im Laufe ihrer Schwangerschaft ein Schwangerschaftsdiabetes

(Gestationsdiabetes) Sie zählt zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen. „Da diese Störung des Zuckerstoffwechsels selten Beschwerden verursacht, wird sie ohne Test kaum entdeckt“, so Michael Lobscheid. Unbehandelt kann sie jedoch ernsthafte Folgen für die Gesundheit von Mutter und Kind bedeuten. So sind Kinder von Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes im Durchschnitt etwas schwerer, was eine verzögerte Geburt nach sich ziehen kann. Bei erhöhtem Blutzucker während der Schwangerschaft steigt zudem das Risiko für Präeklampsie, eine seltene Schwangerschaftserkrankung, die steigendem Blutdruck und Wassereinlagerungen im Körper der Mutter verursacht. „Darum ist es so wichtig, dass Schwangere alle von den Krankenkassen angebotenen Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen, zu denen auch ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes gehört.  So können Krankheiten und Komplikationen schnell erkannt und behandelt werden“, betont Michael Lobscheid.

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