Mehr Menschen in Remscheid erkranken und sterben an Diabetes

2018 starben laut aktuellsten Zahlen von IT.NRW in Remscheid 40 Menschen an Diabetes, 90,0 Prozent mehr als 2015 – gerade in der Corona-Krise ist eine stabile Blutzuckereinstellung wichtig – Krankenkassen bieten hierfür spezielle medizinische Programme.

(03.08.2020) Der Name, den der Volksmund Diabetes gegeben hat, klingt harmlos: Zuckerkrankheit. Dabei ist das Leiden alles andere als ungefährlich und kann zudem schlimme Folgekrankheiten haben, die bis hin zum Tod führen können. Rund 6 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes, darunter zwei Millionen, die noch nichts von ihrer Erkrankung wissen, und statistisch kommen jeden Tag 750 Menschen hinzu. „Die Folgen sind jetzt schon sichtbar: Immer mehr Menschen erliegen dieser Erkrankung, auch in Remscheid. Im Jahr 2018 verstarben laut aktuellsten Zahlen 40 Menschen an Diabetes, 90,0 Prozent mehr als 2015“, so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic.

Die Ursachen für die Zunahme von Diabetes sind für die Experten eindeutig: Eine dramatische Zunahme von Übergewicht und Fettsucht, der vermehrte Konsum von „Junk Food“ bzw. von Nahrungsmitteln mit geringem Nährwert und einem hohen Kaloriengehalt, die abnehmende körperliche Aktivität der Menschen und nicht zuletzt die steigende Lebenserwartung. „Dabei kann man gerade durch eine gesunde Ernährung sein Diabetes-Risiko deutlich senken“, so Michael Lobscheid. „Eine Studie aus sieben europäischen Ländern hat gezeigt, dass Menschen, die nur wenig zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, Fleischprodukte und Weißbrot zu sich nehmen, ein wesentlich niedrigeres Risiko haben, an Altersdiabetes zu erkranken“. Neben der Vorbeugung ist die Früherkennung aber auch immens wichtig. „Alle gesetzlich versicherten Männer und Frauen ab 35 Jahren können sich alle drei Jahre umfassend von ihrem Arzt untersuchen lassen. Bei diesem sogenannten Check-up 35 werden auch die Werte für Blutzucker und Herz-Kreislauferkrankungen überprüft. Wenn es erste Anzeichen für ein erhöhtes Diabetes-Risiko gibt, kann so noch rechtzeitig gegengesteuert werden“.

Für bereits erkrankte Menschen bieten die Krankenkassen ein sogenanntes Disease-Management-Programm (DMP) an, das sicherstellt, dass die Behandlung der Betroffenen aufgrund einheitlicher Leitlinien erfolgt, die dem neusten Forschungsstand entsprechen und so eine optimal Versorgung garantieren. „Das ist gerade in der momentanen Corona-Krise besonders wichtig. Denn laut  Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) haben Diabetiker ohne Vorerkrankungen, die eine gute Blutzuckereinstellung mit stabilen Werten und einem gesunden Lebenswandel verbinden, kein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe bei einer Corona-Erkrankung“, so Michael Lobscheid.

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