Weniger Kinder und Jugendliche in Mülheim wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus

2018 mussten 24,1 Prozent weniger Kinder und Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden

(03.09.2020) In Mülheim zeichnet sich beim Thema Komasaufen eine deutliche Entspannung ab: Mussten nach aktuellsten Zahlen des Statistischen Landesamts NRW 2017 noch 29 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis unter 20 Jahre in einem Krankenhaus wegen einer akuten Alkoholvergiftung behandelt werden, so waren es 2018 nur noch 22 -  eine Abnahme von immerhin 24,1 Prozent. „Dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Allerdings darf man nicht vergessen, diese Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs. Bei weitem nicht alle Kinder und Jugendlichen mit einem Vollrausch landen auch im Krankenhaus, die Dunkelziffer ist entsprechend hoch“, so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic.

Warum manche Jugendliche so viel trinken, wissen selbst die Experten nicht ganz genau. Klar ist aber: Viele Kinder und Jugendliche glauben, dass Alkohol sie erwachsen, selbstbewusst, attraktiv, sexy oder mutig macht. Außerdem sind die alkoholischen Mixgetränke immer noch sehr beliebt, bei denen man den Alkohol nicht schmeckt, deren Wirkung aber sehr schnell einsetzt.

„Eine Hauptursache für den hohen Alkoholkonsum bei uns ist sicherlich auch der niedrige Preis. Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, wo man sich noch immer für ein Taschengeld zu Tode trinken kann. Hinzu kommt, dass Alkohol an Kiosken und Tankstellen rund um die Uhr verfügbar ist, die Hersteller für ihre Produkte frei werben dürfen und der Jugendschutz oft nur auf dem Papier besteht. Deshalb bleibt die Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen ein ganz wichtiger Punkt und sollte noch weiter ausgebaut werden“, so Michael Lobscheid.

Hinweis für die Radaktion: Bei den erfassten Fällen von Kindern und Jugendlichen mit einer Alkoholvergiftung werden nur die Kinder und Jugendlichen erfasst, die ihren Wohnsitz auch tatsächlich in Mülheim haben. Kinder und Jugendliche, die in Mülheim wegen einer Alkoholvergiftung behandelt wurden und ihren Wohnsitz in einer anderen Stadt haben, fließen nicht in die Statistik ein.

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