Rotavirus-Infektionen in Köln gehen deutlich zurück

Die Zahl der Rotavirus-Infektionen ist in Köln 2020 verglichen mit 2019 um 63,9 Prozent gesunken - Einhaltung der Hygieneregeln aufgrund der Coronapandemie wirken sich positiv aus – Eltern sollten die Impfung für ihre Kinder wahrnehmen

(12.08.2021) Wegen der in der Corona-Pandemie geltenden Hygiene- und Abstandsregeln sind auch andere Infektionskrankheiten in Köln deutlich zurückgegangen. „Dieser positive Trend zeigt sich auch für die nach den Infektionsschutzgesetz gemeldeten Rotavirusfälle“, so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic, die hierfür die Daten des Robert Koch Instituts ausgewertet hat. „Wurden 2019 noch 172 Fälle in Köln gemeldet, so waren es 2020 lediglich 62, dies entspricht einem Rückgang von 63,9 Prozent. Man kann davon ausgehen, dass die fehlenden Kontakte und die AHA-Regeln rund um die Pandemie zu diesem starken Rückgang geführt haben, den Rotaviren übertragen sich meistens durch Schmierinfektionen“, so Michael Lobscheid.

Das Rotavirus ist die weltweit häufigste Ursache für schwere Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kindern. Es ist hochansteckend und wird leicht übertragen. Durch den starken Durchfall verlieren die Patienten viel Flüssigkeit, was besonders für Säuglinge und Kleinkinder lebensbedrohlich sein kann. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Schmierinfektion. Die Viren werden dabei durch kleinste Stuhl-Reste an den Händen weitergegeben und können von der Hand in den Mund gelangen. Als Infektionsquelle dienen verunreinigte Lebensmittel oder Gegenstände. Weil Kleinkinder häufig Sachen in den Mund nehmen, sind sie besonders gefährdet. Zudem ist ihr Immunsystem noch nicht so stark ausgebildet wie bei Erwachsenen. Hat eine Infektion stattgefunden, setzt nach ungefähr drei Tagen Durchfall ein, der innerhalb weniger Stunden immer schlimmer wird. Oftmals kommen Übelkeit, Erbrechen, starke Magenschmerzen oder Fieber hinzu.

Medikamente gegen das Virus gibt es nicht. Der Arzt kann lediglich Mittel verordnen, die die Symptome lindern. Ganz wichtig ist es, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und ausreichend viel zu trinken. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, ist eine ärztliche Betreuung nötig. „Darum raten wir allen Eltern dringend, die Schluck-Impfung gegen Rotaviren für Säuglinge und Kleinkinder wahrzunehmen, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden“, so Michael Lobscheid.

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