Weniger Geburten per Kaiserschnitt in Bonn

2020 wurden in Bonn 28,1 Prozent der Babys in den Krankenhäusern per Kaiserschnitt zur Welt gebracht – zehn Jahre zuvor waren es noch 30,1 Prozent

(Köln, 07.04.2022) 2020 wurden laut aktuellsten Zahlen des statistischen Landesamts NRW in Bonn in den Krankenhäusern 1.837 von 6.506 Babys per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Dies entspricht 28,1 Prozent der Geburten - 2010 waren es noch 30,1 Prozent. „Natürlich ist es erst einmal eine gute Nachricht, dass der Kaiserschnitt gegenüber der natürlichen Geburt wieder an Bedeutung verloren hat. Denn man sollte nicht vergessen, es handelt sich bei dieser Methode noch immer um einen großen medizinischen Eingriff, der nicht vollkommen gefahrlos ist“, so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. So haben beispielsweise Frauen schon nach einer natürlichen Geburt ein erheblich gesteigertes Risiko, eine Thrombose oder eine Lungenembolie zu bekommen, durch einen Kaiserschnitt steigt dieses Risiko aber noch weiter an. Außerdem haben Kaiserschnittkinder ein höheres Risiko, später an Diabetes Typ 1, Allergien, Asthma und Zöliakie, eine Überempfindlichkeit gegenüber Weizenbestandteilen in der Nahrung, zu erkranken. Zudem wirkt sich ein Kaiserschnitt auf zukünftige Schwangerschaften aus. Durch die Narbe ist die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter häufiger beeinträchtigt.

„Natürlich gibt es Situationen, in denen ein Kaiserschnitt medizinisch unumgänglich ist, beispielsweise um das Leben von Mutter und Kind zu schützen“, so Michael Lobscheid. Viele Frauen ziehen allerdings den Kaiserschnitt einer natürlichen Geburt vor, weil sie glauben, dies sei die sicherere Methode und sie Angst vor den Schmerzen haben oder weil sie so an einem bestimmten Termin entbinden möchten. „Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf sollte man einen Kaiserschnitt aber trotzdem wegen der Risiken immer gut überdenken und vorher mit dem Arzt und der Hebamme sprechen“, so Michael Lobscheid.

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