Weniger Tote durch Schlaganfälle in Mülheim

2019 starben in Mülheim 101 Menschen an einem Schlaganfall – 45,7 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor – wegen Corona-Pandemie wurden seit 2020 deutlich weniger Schlaganfallpatienten im Krankenhaus behandelt

(17.05.2021) In Mülheim ist die Zahl der Todesfälle aufgrund eines Schlaganfalles 2019 gesunken. „Starben laut aktuellsten Zahlen des Landesamts für Statistik im Jahr 2018 noch 109 Menschen an einem Schlaganfall, so waren es 2019 nur noch 101, ein Rückgang um 7,3 Prozent“ so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. „Damit setzt sich der positive Trend der letzten zehn Jahre fort, seit 2009 sank die Zahl der Schlaganfalltoten sogar um 45,7 Prozent“.

In erster Linie betrifft die Erkrankung ältere Menschen. „Fast 90 Prozent der  Betroffenen waren zum Zeitpunkt des Schlaganfalls 70 Jahre oder älter “, so Michael Lobscheid. Ausgelöst wird ein Schlaganfall, wenn Blutgefäße verstopft sind oder platzen. Es entsteht ein plötzlicher Sauerstoffmangel, der die Hirnfunktion und damit die Steuerung des Körpers stark beeinträchtigt. Symptome eines Schlaganfalls sind Sprach- und Sprechstörungen, Sehstörungen mit plötzlicher Erblindung eines Auges, herabhängender Mundwinkel, halbseitige Lähmungserscheinungen und/oder Taubheitsgefühle einer Körperseite. Bei einem Schlaganfall ist es besonders wichtig, so schnell wie möglich Hilfe zu holen. Denn: „Für die Behandlung hat man maximal 4,5 Stunden nach Auftreten der Symptome Zeit und schon nach drei Minuten ohne Sauerstoff beginnen die empfindlichen Nervenzellen abzusterben“, so Michael Lobscheid. „Darum ist es besonders wichtig, bei Anzeichen für einen Schlaganfall so schnell wie möglich den Notruf 112 zu wählen. Durch die Corona-Pandemie haben aber leider viele Menschen aus Angst den Weg ins Krankenhaus gescheut. So sank in der ersten Welle laut einer Studie der Universitätsklinik für Neurologie im St. Josef-Hospital Bochum die Behandlung von Schlaganfallpatienten um bis zu 23 Prozent, was sich vermutlich auf die Zahl der Todesfälle auswirken wird“.

Warum die Zahl der Todesfälle durch einen Schlaganfall seit Jahren sinkt, ist nicht eindeutig klar. Gründe hierfür sind aber sicherlich die bessere Information der Bevölkerung und vor allem die sogenannten „Stroke Unitis“ an den Krankenhäusern, die seit Mitte der 90er Jahre in NRW aufgebaut wurden – auch in Mülheim. In diesen Schlaganfall-Spezialstationen arbeiten interdisziplinären Behandlungsteams, die über eine entsprechende diagnostische Infrastruktur und Erfahrung verfügen und so eine unverzügliche Akutbehandlung eines Schlaganfalls gewährleisten.

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