Krankenstand im Handwerk angestiegen

Sachsens Handwerker nicht häufiger, aber länger krank; Gesundheitssituation variiert nach Alter; den Folgen des demografischen Wandels entgegen wirken

Dresden, 25. April 2018. Der Krankenstand der im sächsischen Handwerk Beschäftigten stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent. Das ergab die aktuelle Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 90.000 im sächsischen Handwerk beschäftigen IKK-Versicherten.

Im gesamten Kalenderjahr war statistisch gesehen jeder sächsische Handwerker 19,3 Tage krankgeschrieben (2016: 18,7 Tage). Insgesamt entfielen auf jeden Beschäftigten 1,4 Krankheitsfälle. Damit waren die sächsischen Handwerker nicht häufiger krank als 2016. Der Anteil an Beschäftigten ohne eine einzige Krankschreibung im gesamten Jahr erhöhte sich sogar leicht um 0,3 Prozentpunkte auf 41,1 Prozent. Jedoch stieg die Dauer der Erkrankung je Fall um fast einen Tag an. Die durchschnittliche Falldauer erhöhte sich von 13,4 auf 14,1 Tage. Eine Ursache hierfür ist die Zunahme von Langzeiterkrankungen. 5,7 Prozent aller Krankheitsfälle waren Langzeiterkrankungen (2016: 5,3 Prozent). Sie verursachten im vergangenen Jahr 46,2 Prozent aller krankheitsbedingten Ausfalltage (2016: 45 Prozent).

Mit 27,9 Prozent führten im sächsischen Handwerk die Muskel-Skeletterkrankungen zu den meisten Fehltagen (2016: 27,4 Prozent), gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen (2017: 15,3 Prozent; 2016: 15,8 Prozent) und Krankheiten das Atmungssystems (2017: 13,6 Prozent; 2016: 13,8 Prozent). Psychische Erkrankungen verursachten neun Prozent aller Fehltage (2016: 8,1 Prozent).

Gesundheitssituation variiert mit Alter stark

Ältere Arbeitnehmer erkranken dabei seltener als jüngere, dafür oft langwieriger. Im vergangenen Jahr waren sächsische Handwerker über 59 Jahre wegen 1,5 Erkrankungsfällen pro Fall durchschnittlich 22,3 Tage nicht arbeitsfähig. Der Krankenstand dieser Altersgruppe lag bei 9 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen waren es 2,1 Krankschreibungen, die jedoch pro Fall durchschnittlich nur 7,6 Tage andauerten. Der Krankenstand der unter 30-Jährigen betrug 4,2 Prozent. Mit dem Alter unterscheiden sich auch die Ursachen der Krankschreibung. Mit steigendem Alter nehmen insbesondere degenerative Erkrankungen deutlich zu. Allein Muskel-Skeletterkrankungen verursachten bei den über 59-Jährigen mehr als ein Drittel aller Arbeitsunfähigkeitstage (35,2 Prozent). Bei den unter 30-Jährigen spielten Muskel-Skelett-Erkrankungen dagegen eine geringe Rolle (11,4 Prozent). Häufigste Gründe für Krankschreibungen bei den jungen Beschäftigten unter 30 sind mit 24,5 Prozent Verletzungen und Vergiftungen sowie Atemwegserkrankungen mit 22,9 Prozent. Verletzungen verursachen bei über 59-Jährigen lediglich 10,6 Prozent, Atemwegserkrankungen nur 9,8 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage.

Demographischer Entwicklung Rechnung tragen

„Vor dem Hintergrund älter werdender Belegschaften und der sukzessiven Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67, gewinnen Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten immer mehr an Bedeutung“, betont Sven Hutt, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Sachsen. Der demografische Wandel sei auch in der Altersstruktur im Handwerk spürbar. So stieg das Durchschnittsalter der bei der IKK classic versicherten, sächsischen Beschäftigten im Handwerk allein in den letzten fünf Jahre von 42 auf 44. „Dieser Trend ist über alle Branchen und Berufsgruppen hinweg zu beobachten“, stellt Sven Hutt fest. „Man kann mit einem gesundheitsfördernden und altersgerechten Betriebsmanagement der demografischen Entwicklung aber durchaus etwas entgegensetzen. Je früher ein Unternehmen damit beginnt, die Ressourcen seiner Beschäftigen zu schützen und zu fördern, desto besser wird es in Zukunft aufgestellt sein.“

Sachsen

Andrea Ludolph
Pressereferentin

Tel.: 0351 4292 410017
Fax: 0351 4292 410019

andrea.ludolph@ikk-classic.de
twitter.com/IKKcl_Presse_SN