In Thüringen arbeiten immer mehr Menschen über 65 Jahren

Zahl der älteren Erwerbstätigen in Thüringen in einem Jahr um 14,9 Prozent gestiegen – Ursachen und Dauer von Arbeitsunfähigkeiten verändern sich mit dem Alter – betriebliche Gesundheitsförderung gewinnt an Bedeutung

Erfurt, 19.03.2018. In Thüringer Unternehmen und Betrieben nimmt die Zahl älterer Arbeitnehmer deutlich zu. Waren im Juni 2016 noch 4870 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte über 65 Jahre beruflich aktiv, stieg die Zahl innerhalb eines Jahres um 14,9 Prozent auf 5594 an. Zudem bessern immer mehr Menschen über 65 Jahre ihr Einkommen durch eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (monatliches Einkommen bis 450 Euro) auf: Die Anzahl der älteren Minijobber im Freistaat legte im gleichen Zeitraum um 8,7 Prozent auf 24026 Personen zu, 1928 Menschen mehr als noch im Juni 2016. Das berichtet die IKK classic anhand von Auswertungen des aktuellen Länderreports über Beschäftigte von der Bundesagentur für Arbeit.

Ältere Arbeitnehmer erkranken selten dafür aber lang

Vor dem Hintergrund älter werdender Belegschaften und der sukzessiven Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre gewinnen Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten immer mehr an Bedeutung. „Ältere Arbeitnehmer sind zwar seltener krank, weisen aufgrund der längeren Dauer eines Krankheitsfalles aber einen deutlich höheren Krankenstand auf als jüngere Beschäftigte. Diese erkranken hingegen häufiger, ein Krankheitsfall dauert aber meist nur wenige Tage“, erläutert Andreas Gärtner, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Thüringen. „Im vergangenen Jahr konnten berufstätige Mitglieder der IKK classic über 59 Jahre durchschnittlich wegen 1,5 Krankschreibungen insgesamt knapp 33 Tage nicht zur Arbeit gehen. Der durchschnittliche Krankenstand dieser Altersgruppe lag bei 7,9 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen waren es im Schnitt 1,9 Arbeits-unfähigkeiten, die statistisch gesehen insgesamt zwölf Tage andauerten. Der durchschnittliche Krankenstand lag hier bei nur 3,28 Prozent“, so Gärtner weiter.

Ursachen für Arbeitsunfähigkeiten verändern sich mit dem Alter

Aus den Arbeitsunfähigkeitsdaten der IKK classic geht außerdem hervor, dass sich mit dem Alter der Beschäftigten auch die Ursachen für Krankschreibungen stark unterscheiden. Mit zunehmendem Alter führen vor allem chronische und degenerative Erkrankungen zu krankheitsbedingten Fehlzeiten. Bei Arbeitnehmern ab 60 Jahren verursachen Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems über ein Drittel der Arbeitsunfähigkeitstage (35,3 Prozent). Bei den unter 30-Jährigen spielt diese Ursache kaum eine Rolle. Junge Beschäftigte unter 30 Jahren fielen hauptsächlich wegen akuter Krankheiten des Atmungssystems aus. Knapp ein Viertel der Arbeitsunfähigkeitstage (22,74 Prozent) ging bei ihnen auf dieses Konto.

„Angesichts des demografischen Wandels und der aktuellen Arbeitsunfähigkeitszahlen ist ein betriebliches Gesundheits-management für viele Unternehmen längst keine Glaubensfrage mehr“, macht Andreas Gärtner deutlich. „Nachhaltig erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie die Gesundheit der Beschäftigten in die betrieblichen Managementprozesse aufnehmen“, stellt Gärtner erfreut fest.

Krankenkassen wie die IKK classic halten im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung verschiedene Angebote für Unternehmen bereit und unterstützen sie bei der Durchführung.

Thüringen

Franziska Becher
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