Nur jede zweite Thüringerin geht zum Mammografie-Screening

Brustkrebsmonat Oktober; Teilnahmezahlen in Thüringen und bundesweit rückläufig; Brustselbstuntersuchung ist erfolgreichste Methode zur Erkennung von Brustkrebs

Erfurt. In Thüringen haben in den Jahren 2016/2017 insgesamt rund 184.850 Frauen an einer Mammografie im Rahmen des Screening-Programms teilgenommen. Gemessen an der anspruchsberechtigten Bevölkerungsgruppe macht das eine Teilnahmequote von 58 Prozent aus. Das berichtet die IKK classic anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober. Mit 65,3 Prozent lag die Teilnahme im Vergleichszeitraum 2012/2013 noch deutlich höher. Auch bundesweit ist die Inanspruchnahme rückläufig und lag zuletzt (2015) bei 52 Prozent.

Brustkrebs gehört mit einem Anteil von 28 Prozent seit 1970 zur häufigsten Krebsart bei Frauen. Laut ostdeutschem Krebsregister erkranken in Thüringen jährlich rund 1.700 Frauen neu an Brustkrebs. 450 Frauen sterben jedes Jahr daran.

„Die rückläufige Teilnahme der Krebsvorsorgeuntersuchungen, die sich nun auch beim Mammografie-Screening widerspiegelt, beobachten wir angesichts der steigenden Zahlen von Krebsneuerkrankungen mit großer Sorge“, sagt Andreas Gärtner, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Thüringen. Warum nur etwas mehr als die Hälfte der anspruchsberechtigten Frauen die Röntgenuntersuchung der Brust in Anspruch nehmen, kann Gärtner nur vermuten. „Vielleicht haben sie Angst vor einem negativen Ergebnis oder der vorgeschlagene Untersuchungstermin passt nicht und es wird schlichtweg vergessen, einen neuen zu vereinbaren“. Dabei ist es – wie bei allen Krebsarten – besonders wichtig, Brustkrebs in einem so frühen Stadium zu entdecken, in dem der Tumor noch klein ist und gegebenenfalls noch nicht gestreut hat. „Dann haben Frauen gute Chancen auf schonendere Behandlungen und eine günstige Prognose“, macht Andreas Gärtner Mut und ruft zur stärkeren Nutzung der Vorsorgemöglichkeiten auf.

Im Alter von 30 Jahren wird die jährliche Krebsvorsorge für Frauen um eine Untersuchung der Brust erweitert. Der Arzt tastet Brust und Lymphknoten ab und gibt Hinweise zur Selbstuntersuchung.

Zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr haben Frauen zusätzlich Anspruch auf die zweijährlich angebotene radiologische Untersuchung der Brust. Im Rahmen dieses Mammografie-Screening-Programms (Vorsorge-Reihenuntersuchung) werden alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren regelmäßig alle zwei Jahre schriftlich zu einer Mammografie – einer Röntgenaufnahme der Brust – eingeladen.

Die erfolgreichste Methode zur Erkennung von Brustkrebs bleibt aber die Brustselbstuntersuchung. Etwa 80 Prozent der Fälle von Brustkrebs werden durch Selbstuntersuchung entdeckt, obwohl nur 27 Prozent aller Frauen davon Gebrauch machen. Durch eine regelmäßige Untersuchung ihrer Brüste können Frauen einen Knoten, geringfügige Veränderungen oder Verdickungen frühzeitig entdecken. Einige Krankenkassen wie die IKK classic ermöglichen ihren weiblichen Versicherten bereits frühzeitig den Besuch eines Kurses zum Erlernen der Selbstuntersuchung. Am bekanntesten ist dabei die Mammacare-Methode – ein Lernsystem mit einem Silikonmodell, dass dem weiblichen Brustgewebe nachempfunden ist. Nach dem Üben am Modell wird die erlernte Tasttechnik im nächsten Schritt auf die eigene Brust übertragen. Ein solcher Kurs dauert ca. zwei Stunden und kostet rund 30 Euro, die von den jeweiligen Kassen erstattet werden.  Auf der Website von www.mammacare.de ist eine Liste von zertifizierten Trainerinnen zu finden. In Thüringen bieten momentan 12 ausgebildete Trainerinnen Kurse auf Anfrage an.

Hinweis:

Die Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings wurde anhand ärztlicher Abrechnungen der entsprechenden Gebührenordnungsposition im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgewertet. Der bundesweite Wert stammt von der Kooperationsgemeinschaft Mammographie www.mammo-programm.de

Etwa 80 Prozent der Fälle von Brustkrebs werden durch Selbstuntersuchung entdeckt. 

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Thüringen

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